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Rostock 240 Kilo Müll: Rostocker sammeln am Strand
Mecklenburg Rostock 240 Kilo Müll: Rostocker sammeln am Strand
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15:52 04.01.2019
Rund 150 Freiwillige sind trotz Wind und Regen mit Müllbeuteln zum Ostseestrand gegangen, um Warnemünde von den Resten von Silvester zu betreuen. Die Studenten Leo Gottschalk (v.li.), Jonas Barkhau, Yannick Bräcklein und Sarah Pirrung engagieren sich beim Strandputz zum Jahresanfang. Quelle: Johanna Hegermann
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Rostock

Mit so einem Engagement hatte an diesem Tag wohl niemand gerechnet: Trotz eisigem Wind und Sprühregen sind am Freitag rund 150 Freiwillige dem Ruf des Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) gefolgt. Gemeinsam sammelten sie Müll und Silvesterreste vom Strand.

Mirco Haseler vom IOW ist überrascht, dass gerade bei dem Wetter so viele mithelfen wollen. „Durch den Asta war die Veranstaltung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Damit hatten wir einen Kanal mehr als im Vorjahr.“ Doch er ist auch der Meinung, dass das Thema Müll für die Bevölkerung immer wichtiger wird. „Die Aufmerksamkeit ist auf jeden Fall gestiegen. Mit Begriffen wie Mikroplastik kann mittlerweile ein Großteil der Bevölkerung etwas anfangen“ Gerade nach Großereignissen wie Silvester sei die Situation am Strand bedenklich. „Aber es ist egal, ob wir heute oder in 50 Wochen gucken, wir finden immer Überreste von Silvester“, sagt Haseler. In seinem einleitenden Vortrag im Saal des IOW zeigt er anhand von Fotos, dass Müll im Meer nicht nur ein ästhetisches Problem ist. Eine Seerobbe gefangen in einer Plastiktüte, tote Fische im Geisternetz, eine tote Ente mit Müll im Magen. Es schadet den Lebewesen.

„Ich finde diese Bilder erschreckend. Man sollte die Strände und Meere endlich vom Müll befreien“, sagt Vivien Geisendorf. Zwar hat sie schon privat Müll gesammelt, doch dies ist die erste organisierte Aktion, an der sie sich beteiligt. „Beim Sammeln ist man außerdem an der frischen Luft“, erklärt die 24-Jährige lächelnd.

Auch die Studenten Josephine Becker, Erik Bernhagen und Maya Engel ziehen zu dritt vom Neptun Hotel los. Immer wieder finden sie Kleinteile: weggeschmissene Zigarettenstummel, Reste von Feuerwerkskörpern, Plastiktüten. „Wir wollen im Sommer an einem sauberen Strand liegen, also machen wir mit“, sagt die 20-jährige Maya Engel. „Wer selbst an Silvester knallt, kann auch aufräumen“, fügt sie hinzu.

„Warum ich hier bin? Weil es einfach wichtig ist“, betont Gabriele Muswieck aus der Stadtmitte. „Das Problem kann einem nicht egal sein. Wir wollen hier alle noch gut leben und nicht, dass unsere Kinder und Enkel im Müll ersticken.“ Wenn sie nach dem Jahreswechsel den Müll auf Rostocks Straßen und am Strand sieht, kann sie nicht verstehen, warum überhaupt noch private Raketen und Böller erlaubt sind. „Ich wäre für ein Verbot. Es sollte ein großes Feuerwerk geben und das reicht dann auch.“

Der 26-jährige Leo Gottschalk kann dem nur zustimmen. „Diese Böllerei ist mittlerweile überholt.“ Er ist der Meinung, dass die Menschen unverantwortlich mit Müll umgehen. „Deswegen engagiere ich mich. Das ist zwar jetzt das erste, aber bestimmt nicht das letzte Mal.“

240 Kilogramm Müll wurden bei der Strandsäuberung in Warnemünde gesammelt. Deutlich mehr als gedacht.

Schon im vergangenen Jahr gab es am 4. Januar so eine Aufräumaktion. „Letztes Jahr haben etwa 60 Schüler unter dem Motto ,Aktiv am Strand’ rund 100 Kilogramm Müll gesammelt“, erklärt Haseler. In diesem Jahr hat er jedoch nicht wieder mit solch einem Ergebnis gerechnet. Denn einerseits habe die Sturmflut einiges weggespült und andererseits habe danach schon die Strandreinigung den groben Unrat entfernt. „Wie wollen uns in diesem Jahr eher auf kleines Material konzentrieren. Denn davon bleibt viel liegen.“

Bei der Auszählung dann die Überraschung: 240 Kilogramm Müll (Nassgewicht) wurden vom Warnemünder Strand gesammelt. „Wegen des Sturms dachte ich wirklich, es wäre viel mehr in der Ostsee gelandet“, sagt Haseler. Aber gerade in den Sandfangzäunen sei viel hängen geblieben.

Zur Müllsammel-Aktion 2018 geht es hier!

Johanna Hegermann

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