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Rostock 28 Stunden im Zug: So kämpfte sich eine Rostockerin durch Sturm „Sabine“
Mecklenburg Rostock

28 Stunden im Zug: So kämpfte sich eine Rostockerin durch Sturm „Sabine“

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19:00 11.02.2020
Mehr als 28 Stunden dauerte die stürmische Zugfahrt von München nach Rostock: Christine Riemer verlor ihr Lachen dabei aber nicht. Quelle: privat
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Rostock

Es sollte ein kurzer Urlaub werden. Drei Nächte in Klagenfurt am Wörthersee, dazu ein Besuch in der Oper und mit der Bahn wieder zurück in den Norden. Doch dann funkte das Sturmtief „Sabine“ dazwischen. Die Rückreise der Rostockerin Christine Riemer gestaltete sich weitaus schwieriger als gedacht und alles andere als märchenhaft, wie die zuvor besuchte Oper „Cendrillon“ – dem französischen Aschenputtel. Mehr als 28 Stunden wird die Zugreise letztlich dauern.

Um 16.42 Uhr reist die gelernte Rechtsfachwirtin am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein in Klagenfurt los. In Österreich weht kaum ein Lüftchen. Auf der Fahrt Richtung München erfährt sie, dass der Bahnverkehr deutschlandweit aufgrund des Unwetters eingestellt wird. Aber bis nach München kommt sie zunächst gar nicht. „In einem Bahnhof kurz vor Rosenheim stoppte der Zug. Bombenentschärfung, lautete die Durchsage“, erzählt sie. Drei Stunden lang warten die Reisenden im Zug. Christine Riemer bleibt allerdings entspannt. „Wir waren drei Stunden zu spät, kein Zug fuhr mehr. Ich war nur noch gespannt, wie es weitergeht.“

Übernachten im Zug

Es geht gar nicht weiter. In München empfangen sie um 1 Uhr nachts Mitarbeiter der Bahn und informieren, dass die Tickets auch am kommenden Tag noch gültig sind. Alles läuft wie am Schnürchen. Auf einem Gleis werden Waggons bereitgestellt, in denen etwa 300 gestrandete Pendler übernachten können.

Es sind ausschließlich Wagen der 1. Klasse. Polizisten und Mitarbeiter servieren Kaffee, Kekse und belegte Brötchen. „Ich habe mich keine Minute wie auf dem Abstellgleis gefühlt.“ Christine Riemer und die Hunderten anderen Reisenden, haben es warm und trocken. „Irgendwie herrschte eine Ferienlagerstimmung“, sagt sie. Der Bahnhof in München ist leerer als erwartet. „Es kamen ja auch keine Züge mehr an.“

Alles aussteigen bitte!

Nach einer Nacht auf einem Doppelsitz geht es am Montagvormittag weiter. Der Zug in Richtung Norden ist überfüllt und langsamer als sonst unterwegs. Mit 80 Kilometern pro Stunde fährt er durch den Sturm. Doch in Kassel ist erst einmal wieder Schluss. Alle Passagiere, die keinen Sitzplatz haben, werden aus Sicherheitsgründen gebeten, auszusteigen. Auch Christine Riemer gehört dazu. Es steht jedoch ein Zug bereit, der die Reisenden aufnimmt. „Es war alles perfekt organisiert“, findet die Rostockerin: „Für Sturm kann ja niemand etwas.“

Kein Lokführer an Bord

In Göttingen verwirrt sie dann jedoch eine Durchsage in der Bahn: „Ist zufällig ein Lokführer an Bord?“ Der geplante Zugführer saß selbst in einem verspäteten Zug fest und die Weiterfahrt droht sich ein weiteres Mal zu verzögern. Eine Viertelstunde später ist ein neuer Lokführer gefunden und die Erleichterung groß.

„Die restliche Fahrt verlief dann reibungslos.“ Um 21.33 Uhr kommt die Mutter einer Tochter auf dem Bahnhof in Rostock an. Doch eine Verschnaufpause gibt es nicht. „Die Straßenbahn hatte Verspätung“, erzählt sie lachend. Doch endlich gegen 22.30 Uhr schließt sie ihre Wohnungstür auf. Ihr erster Gang? „Ins Badezimmer und eine lange, heiße Dusche nehmen.“ Und dann endlich: ab ins eigene Bett.

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