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Rostock 75 000 Euro! OZ-Leser zeigen Herz für „Oskar“
Mecklenburg Rostock 75 000 Euro! OZ-Leser zeigen Herz für „Oskar“
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06:01 12.01.2019
Große Gefühle in einem Schuhkarton: Mit Projekten wie der Trauermauer hilft der Familienbegleitdienst „Oskar“ Kindern, Erinnerungen an einen kürzlich verstorbenen, geliebten Menschen wachzuhalten und daraus Kraft für den Schritt zurück ins Leben schöpfen. Quelle: ANTJE BERNSTEIN
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Diese Summe ist rekordverdächtig und verschlägt Madlen Grolle-Döhring beinahe die Sprache: Rund 75 000 Euro haben die OZ-Leser bei der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ für den ambulanten Kinderhospiz- und Familienbegleitdienst „Oskar“, den Madlen Grolle-Döhring zusammen mit Lea Puchert leitet, gespendet und damit ein Herz für Kinder gezeigt, die die wohl schwerste Zeit ihres noch jungen Lebens durchstehen müssen. Das Geld kommt Mädchen und Jungs zugute, die einen geliebten Menschen verloren haben. Damit sie ihren Schmerz darüber, dass Mama, Papa oder Oma tot sind, mit Gleichaltrigen teilen können, bietet „Oskar“ die Trauergruppe „Begegnungszeit“ an. In dieser tauschen die Kinder in kleiner Runde und mit ausgebildeten Trauerbegleiterinnen ihre Verlusterfahrungen aus, teilen Gefühle wie Wut oder Angst und schöpfen gemeinsam neuen Lebensmut. „Bislang mussten wir von Jahr zu Jahr gucken und uns fragen, ob und wie wir uns die Trauergruppe leisten können. Denn wir finanzieren sie ausschließlich über Spendengelder“, sagt Madlen Grolle-Döhring. Davon hat das „Oskar“-Team dank der OZ-Leser nun reichlich. Damit sei auf Jahre hinweg sichergestellt, dass es die Kindertrauergruppe geben wird, sagt Madlen Grolle-Döhring.

Auch rund drei Wochen nach dem offiziellen Ende von „Helfen bringt Freude“ reißt die Spendenbereitschaft der OZ-Leser nicht ab. Noch immer gehen große und kleine Beträge auf dem „Oskar“-Konto ein. Die Liste der Gönner ist lang, das (vorläufige) Resultat beachtlich: Mit rund 75 000 Euro hat es Rostock auf die zweitgrößte Summe in der 28-jährigen Geschichte der OZ-Weihnachtsaktion gebracht. Nur Rostocks Klinikclowns, die Rotznasen, wurden vor drei Jahren noch ein klein wenig großzügiger bedacht.

Spendenbereitschaft hält an

Auch knapp drei Wochen nach dem offiziellen Ende unserer Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ gehen auf das Konto zugunsten des Kinderhospiz- und Trauerbegleitdienstes „Oskar“ großzügige Spenden ein. Zu denen, die die Spendensumme weiter wachsen lassen, zählen:

Jörg und Marina Böhm, Ursula und Günther Wondzinski, Klaus und Monika Ripperger, Rainer Lothar Vogt und Ines Sauer. Im Namen von „Oskar“: Herzlichen Dank!

Einige der Namen wurden wegen technischer Übertragungsprobleme möglicherweise nicht korrekt geschrieben, wir bitten dies zu entschuldigen.

Dass so viele Leute die Arbeit des Kinderhospiz- und Familienbegleitdienstes unterstützen, überwältigt Madlen Grolle-Döhring. „Mich freut vor allem, dass neben den Firmen so viele Privatleute gespendet haben.“ Weil dabei viel mehr zusammengekommen ist, als erwartet, werden nicht nur Kinder, sondern auch verwaiste Eltern von der Aktion profitieren: Ein Teil der Spenden geht an die Trauerbegleitgruppe, in der Mütter und Väter den Tod ihres Kindes verarbeiten. Außerdem träumt Madlen Grolle-Döhring davon, ein vergleichbares Angebot für Jugendliche ins Leben zu rufen.

Zwei weitere Herzensprojekte könnten dagegen bald tatsächlich Wirklichkeit werden. Noch beraten die Diakonie Stadtmission und die Caritas Rostock, Träger von „Oskar“, zwar darüber. Aber so viel sei verraten: ,Oskar’ will einen Teil der OZ-Leser-Spenden so einsetzen, dass künftig noch mehr Menschen, die Schicksalsschläge wie den Tod oder die todbringende Krankheit eines Angehörigen verkraften müssen, in ihrer Trauer aufgefangen werden können.

Allein im vergangenen Jahr habe der ambulante Hospizdienst, zu dem „Oskar“ gehört, mehr als 120 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet und in vielen Fällen sich auch um die jeweilige Familie gekümmert, sagt Madlen Grolle-Döhring. Die Diplom-Pädagogin hegt die Hoffnung, dass durch die Aktion „Helfen bringt Freude“ andere in ähnlichen Situationen auf „Oskar“ aufmerksam geworden sind und sich melden. „Wir sind keine Psychotherapeuten, aber wir bieten Lebensbegleitung an. Wer eine Schulter zum Anlehnen brauchen, soll wissen: Wir sind da.“

Tod, Tabus und Tröstendes

Der Ökumenische Ambulante Kinderhospiz- und Familienbegleitdienst „Oskar“ ist ein Angebot der Diakonie Stadtmission und der Caritas Rostock. Sein Anliegen ist es, Familien mit schwer erkrankten Kindern sowie Abschied nehmenden Kindern in ihrem schwierigen Alltag zur Seite zu stehen. Die Begleitung übernehmen speziell dafür ausgebildete Ehrenamtler. In der Trauergruppe „Begegnungszeit“ helfen sie Kindern dabei, den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Das Projekt „Hospiz und Schule“ richtet sich an Schüler von der 1. bis zur 12. Klasse sowie deren Lehrer und Schulsozialarbeiter. Es soll Tabuthemen wie Krankheit und Tod ihren Schrecken nehmen. Dafür werden bei Gesprächsrunden und Exkursionen Verlusterfahrungen und Gedanken zu Trauer und Trost ausgetauscht.

Kontakt: 0381/ 40310202; kinderhospiz@rostocker-stadtmission.de

Antje Bernstein

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