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Rostock Ablehnung für Zwei-Sparten-Theater
Mecklenburg Rostock Ablehnung für Zwei-Sparten-Theater
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06:21 10.12.2014
Die Bürgerschaft entscheidet, wie es mit dem Volkstheater Rostock weitergeht. „Es ist schwer erträglich für mich, dass ein Zwei-Sparten-Theater debattiert wird“, sagte Intendant Sewan Latchinian nach der Vorstellung des Gutachtens.
Die Bürgerschaft entscheidet, wie es mit dem Volkstheater Rostock weitergeht. „Es ist schwer erträglich für mich, dass ein Zwei-Sparten-Theater debattiert wird“, sagte Intendant Sewan Latchinian nach der Vorstellung des Gutachtens. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Eine Schließung von Musik- und Tanztheater scheint vom Tisch. Nach der Vorstellung des überarbeiteten Gutachtens der Beraterfirma Actori zum Volkstheater sieht die Mehrheit der Bürgerschaft eine Spartenreduzierung kritisch. Dennoch schließen einige Politiker Einschnitte nicht aus.

Das überarbeitete Gutachten habe nichts mit der Realität seit dem 1. September zu tun, sagt Latchinian. „Die Entwicklung, die uns in den ersten 100 Tagen gelungen ist, wurde nicht mit einbezogen“, kritisiert er. Im Gutachten werden nur Zahlen bis 2013 berücksichtigt. Das Ergebnis: Bei Erhalt der vier Sparten könne das finanzielle Defizit nicht gedeckt werden. 19,4 Millionen Euro würde das Theater 2020 benötigen – 2,7 Millionen mehr als vorgesehen. Würden Musik- und Tanztheater geschlossen, wären rund 16,7 Millionen Euro notwendig. Stadt und Land wollen den Zuschuss von bisher 16,6 Millionen Euro jährlich bis 2020 nicht erhöhen.

Die Debatte zur Theaterstruktur ist wieder entfacht. Mit einem Strukturkonzept soll über die Zukunft des Theaters entschieden werden. Das sieht die Zielvereinbarung mit dem Land vor, sonst droht die Streichung von Zuschüssen. Bis Ende Januar muss die Bürgerschaft sich verbindlich entscheiden, teilt Ministeriumssprecher Henning Lipski mit.

Mit Lichterketten wollen Theaterbesucher am Freitag ab 18 Uhr für den Erhalt der Bühnen und deren Ensembles demonstrieren, teilt der Theater-Förderverein mit.



Anja Levien