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Rostock Acht Jahre Haft und Berufsverbot für Rostocker Arzt gefordert
Mecklenburg Rostock Acht Jahre Haft und Berufsverbot für Rostocker Arzt gefordert
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17:16 30.09.2019
Der Angeklagte Neurochirurg (Mitte) wartet mit seinen Anwälten Wolf Klink (links) und Temba Hoch auf den Beginn des Prozesses wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Rostock acht Jahre Gefängnis und lebenslanges Berufsverbot für einen Rostocker Neurochirurgen gefordert. Sie sah es am Montag als erwiesen an, dass der 56-jährige Mediziner 2010 eine Patientin zu einer unnötigen Hals-Operation überredet und diese zudem extrem fehlerhaft ausgeführt hat. Der Arzt habe mit der Operation vor allem Geld verdienen wollen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die inzwischen 47 Jahre alte Frau aus der Nähe von Neubrandenburg ist seitdem dauerhaft krank und berufsunfähig.

Die Patientin hatte sich 2010 an den Arzt gewandt, weil sie nach einem Autounfall im Jahr 2003 immer noch an Halsbeschwerden litt. Nach verschiedenen Untersuchungen riet der Mediziner ihr, zwei Halswirbel operativ versteifen zu lassen, da möglicherweise von dem Unfall eine unentdeckte Fraktur übrig geblieben sei.

Vorwürfe bestritten

Nach Ansicht von zwei medizinischen Gutachtern war diese Operation nicht nötig. Zudem setzte der Angeklagte mehrere Schrauben, mit dem ein Implantat befestigt wurde, an den falschen Stellen und teilweise zu tief ein. Die Frau musste später zwei weitere Male operiert werden, um die negativen Folgen des ersten Eingriffs zu lindern.

Der Arzt hatte die Vorwürfe während des Prozesses, der im April 2019 begonnen hatte, bestritten. Er stand dazu, dass die Operation notwendig war und ordnungsgemäß von ihm erledigt wurde. Er unterstellte der Patientin, die als Nebenklägerin am Prozess beteiligt ist, aus Geltungssucht gegen ihn vorzugehen.

Verteidiger hält am 9. Oktober Plädoyer

Wegen Abrechnungsbetrugs in Höhe von mehr als einer Million Euro gegenüber den Krankenkassen war der Arzt bereits 2014 zu vier Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt worden. Dieses Strafmaß wurde zum Teil in der neuen Strafforderung der Staatsanwaltschaft berücksichtigt. Die Nebenklägerin forderte neun Jahre und sechs Monate Haft. Das Plädoyer der Verteidigung wird für den 9. Oktober, das Urteil für den 18. Oktober erwartet.

Von dpa/RND

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