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Rostock Ahoi „Hyäne“ — Angehörige wünschen Glück im Einsatz
Mecklenburg Rostock Ahoi „Hyäne“ — Angehörige wünschen Glück im Einsatz
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05:58 14.07.2015
Katja Brauer und Tochter Lina-Fee und die Eltern Petra und Lothar Pecke mit Enkelchen Theo-Odin wünschen „ihrem“ Oberbootsmann Patrik Pecke und der ganzen Besatzung der „Hyäne“ viel Glück im Einsatz. Fotos (3): Klaus Walter
Katja Brauer und Tochter Lina-Fee und die Eltern Petra und Lothar Pecke mit Enkelchen Theo-Odin wünschen „ihrem“ Oberbootsmann Patrik Pecke und der ganzen Besatzung der „Hyäne“ viel Glück im Einsatz. Fotos (3): Klaus Walter
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Hohe Düne

Winkende Frauen und Kinder, Blasmusik und Salutschüsse: Gestern Morgen legte das Schnellboot „Hyäne“ im Marinestützpunkt Hohe Düne zur Fahrt in den Libanon ab. Die 41 Marinesoldaten an Bord werden dort mit ihrem Schiff die Korvette „Erfurt“ ablösen und fünf Monate als sogenannte „Standby-Einheit“ die Blauhelm-Mission der Vereinten Nationen im Unifil-Einsatz unterstützen. „Stabilisierung der Lage“ heißt ihre Mission.

Katja Brauer, Lina-Fee und Theo-Odin werden ihren Mann und Vater Patrik Pecke fünf Monate nicht wiedersehen. „Bis November. Das ist eine lange Zeit“, sagt die Mutter. „Und die Umstellung für uns wird bestimmt nicht leicht.“ Immerhin: Die kleine Lina-Fee wird doppelt so alt sein, wenn der Papa wiederkommt, und auch der zweieinhalbjährige Theo-Odin wird seinen Vater vermissen. Vorher sei ihr Mann bei der Handelsmarine gefahren, sagt die Mutter. Als Seemannsfrau sei sie die Trennung gewohnt. Doch diesmal komme auch ein Stückchen mehr an Gefahr hinzu.

„Ich will Ihnen nichts vormachen“, sagt Fregattenkapitän Stephan Klaus (39), stellvertretender Kommandant des 7. Schnellbootgeschwaders, zu den Familienangehörigen. „Nichts kann unsere Soldaten davor bewahren, in unerwartete und gefahrvolle Situationen zu geraten.“ Doch die Besatzung des Schnellboots „Hyäne“ habe sich hervorragend auf den Einsatz vorbereitet. Der Führungsstab vertraue der Mannschaft und ihrem Kommandeur. „Vertrauen auch Sie und unterstützen Sie Ihre Angehörigen“, bat Stephan Klaus. Das Gefühl, dass zu Hause „alles in Ordnung“ sei, bringe ein entscheidendes Stück mehr an Sicherheit.

Stephan Klaus weiß, wovon er spricht: Im Frühjahr und Sommer 2014 war er selbst im Unifil-Einsatz im Libanon. Und noch eine Wahrheit spricht der Kommandeur aus: „Auslandseinsätze und Einsätze in Krisengebieten sind für die Bundeswehr längst zur Normalität geworden.“

Die Besatzung der „Hyäne“ fühlt sich der Herausforderung gewachsen. „Trotz der kurzen Vorlaufzeit sind wir gut vorbereitet“, sagt der Kommandant des Schnellboots, Martin Pauker (32). Erst im vergangenen Jahr hat sich die Besatzung der „Hyäne“ in der Einsatzausbildung als die beste von 40 Boots- und Schiffsbesatzungen der Deutschen Marine hervorgetan, und beim Nato-Manöver im Frühjahr 2015 in Nord- und Ostsee machte der Mannschaft der „Hyäne“ ebenfalls eine gute Figur.

Bis November werden die Angehörigen der Besatzung ihre Männer oder Frauen, Väter oder Kinder nicht wiedersehen. „Es ist sicher kein Kriegseinsatz“, sagt der Vater eines Besatzungsangehörigen, der seinen Namen nicht nennen will. „Aber es ist eben auch keine Vergnügungsreise, zu der die Jungs aufbrechen. Es bleibt ein Risiko, und die lange Einsatzdauer macht die Gefahr keineswegs kleiner.“

Franziska Pusch (30) wischt die trüben Gedanken fort, auch wenn sie jetzt lange Zeit mit ihrer Tochter Lina (5 Monate) allein sein wird. Sie wird mit ihrem Mann, Oberbootsmann Nils Köbernik (28), Kontakt halten. „Jeden Tag“, verspricht die Mutter. „Per E-Mail geht das ganz prima.“

Beobachter für Vereinte Nationen im Libanon
UNIFIL — United Nations Interim Force in Lebanon, Deutsch: Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon — ist eine Beobachtermission der Vereinten Nationen im Libanon. Sie wurde 1978 geschaffen und hatte ursprünglich die Aufgabe, den Abzug der israelischen Truppen zu kontrollieren. Seit dem Libanonkrieg 2006 ist UNIFIL eine bewaffnete Blauhelmmission. Die 15000 Mann große UN-Friedenstruppe und ein gleich großes Kontingent der israelischen Armee stellen sicher, dass in dem Gebiet keine bewaffneten Milizen operieren können. Der Marineverband soll Libanons 225 Kilometer lange Küste überwachen und den Schmuggel von Waffen unterbinden.



Klaus Walter