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Rostock Rostocker demonstrieren gegen Gewalt an Frauen
Mecklenburg Rostock

Aktion "One Billion Rising": Rostocker demonstrieren gegen Gewalt an Frauen

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18:11 14.02.2020
Aktion „One Billion Rising“. In einem Flashmob demonstrieren Frauen, Männer und Kinder gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Quelle: Katharina Ahlers
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Rostock

„Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen“, steht auf den Plakaten und Aufstellern am Universitätsplatz in Rostock. Am Infostand gibt es Broschüren zum Thema „Auswege aus der häuslichen Gewalt“, viele der Anwesenden tragen T-Shirts mit der Aufschrift „One Billion Rising“. Laute Musik ist in der Kröpeliner Straße zu hören, viele Passanten bleiben neugierig stehen.

Anlässlich des weltweiten Aktionstags gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und für Gleichstellung hat der Verein „Frauen helfen Frauen Rostock" zum Tanz-Flashmob aufgerufen. Pünktlich um 15 Uhr tanzen die etwa 40 Rostocker gemeinsam zur Hymne „Break the chain“ – unter ihnen befinden sich nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder.

Dunkelziffer ist hoch

„Die Bekämpfung von Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die immer wieder ins Bewusstsein gerufen werden muss“, erklärt Martina Schwarz vom Frauenhaus in Rostock. „Wir kämpfen gegen Unterdrückung, Ausbeutung, Diskriminierung und Demütigung.“ Bereits zum sechsten Mal hat der Verein in Kooperation mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) zur Aktion auf dem Uniplatz aufgerufen. Schwarz geht in ihrer Rede auf die „Me Too“-Kampagne ein, die das Thema Sexismus ein bisschen enttabuisiert hat. „Die Dunkelziffer ist immer noch hoch – viele haben Angst vor einer Stigmatisierung“, sagt sie. 43 Frauen und 37 Kinder seien im vergangenen Jahr im Rostocker Frauenhaus aufgenommen worden. „60 Frauen mussten wir aus diversen Gründen ablehnen“, sagt Schwarz.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Cathleen Kiefert-Demuth, die sich auch am Tanz beteiligt, betont, dass die Hansestadt im vergangenen Jahr 350 000 Euro in das Hilfenetz gegen häusliche Gewalt investiert habe. „Weltweit ist jede dritte Frau betroffen – auf Rostock runtergerechnet wären das 35 250. Eine erschreckende Zahl“, sagt sie.

Bildergalerie: So lief die Aktion in der Kröpeliner Straße

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ und der Asta der Universität Rostock haben zum Flashmob aufgerufen

Auch Gleichberechtigung im Fokus

Dass der Aktionstag nicht nur gegen Gewalt, sondern auch für Gleichberechtigung kämpft, macht Hanna Kröll, Referentin für Gleichstellung und Antidiskriminierung vom Asta, deutlich. „Männer verdienen immer noch viel mehr als Frauen und es gibt immer noch viel mehr Männer in Führungspositionen“, sagt sie. „Diese Machtstrukturen finden sich auch in der Universität Rostock. Es gibt immer noch viel mehr Professoren als Professorinnen.“

Aktion bewusst am Valentinstag

Die Kampagne „One Billion Rising“ wurde von der Feministin Eve Ensler ins Leben gerufen. Weltweit wurden Frauen zu Streiks und Protestkundgebungen aufgerufen. Das Ereignis fand am 14. Februar 2013 erstmals statt. „Der Valentinstag ist bewusst gewählt“, sagt Birgit Kähler vom Verbund zur Unterstützung von Frauen im Kreislauf von Gewalt und Sucht (Gesa). „Denn auch am Tag der Liebe muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass häusliche Gewalt ein großes Problem ist.“

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Von Katharina Ahlers

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