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Rostock Alte Gartenanlage ist Schandfleck im Dorf
Mecklenburg Rostock Alte Gartenanlage ist Schandfleck im Dorf
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17:08 28.08.2019
Schon vor Jahren mussten die Kleingärtner ihre Gärten in der Anlage Seeblick in Elmenhorst aufgeben. Nun gammelt die Anlage vor sich hin. Quelle: Doris Deutsch
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Elmenhorst

Ein Schandfleck mitten in Elmenhorst. Die ehemalige Kleingartenanlage „Seeblick“ wurde etwa 2015 leergezogen, viele Hobbygärtner mussten ihre liebevoll gepflegten grünen Oasen aufgeben. Die Gartenhäuser stehen leer, einige sind mit Graffiti beschmiert, Gartenabfälle, Müll und alte Abwassertanks liegen auf dem Gelände herum.

„Schade“, sagt ein Elmenhorster, der mit Rad und Hund unterwegs ist, „dass hier seit Jahren nichts passiert.“ Die Tanks hätten die Kleingärtner damals zwecks geordneter Abwasserentsorgung einbuddeln müssen. Dann wurden sie wieder aus dem Boden geholt, weil der private Grundstückseigentümer neue Pläne hatte, Flüchtlingsunterkünfte in der Anlage schaffen wollte. „Die Idee war ja nicht schlecht, aber zur Umsetzung ist es nicht gekommen“, weiß der Anwohner.

Tor verschlossen – illegale Müllkippe verhindern

Bürgermeister Uwe Barten kennt solche Pläne nicht. Der 63-Jährige ist in Lichtenhagen-Dorf zu Hause und erst seit der Bürgermeister-Stichwahl am 16. Juni Gemeindeoberhaupt in ­Elmenhorst-Lichtenhagen-Dorf. „Im Flächennutzungsplan ist dieses Grundstück als Grünfläche ausgewiesen“, erklärt Barten. Um keine weitere illegale Müllverkippung zuzulassen, sei das Tor zur Anlage nun verschlossen worden. Ein Haus sei zudem bewohnt, der Bewohner schaue nach dem Rechten, berichtet Barten.

Das Grundstück sei zum Teil Gemeindeland und andererseits in Privathand. Barten räumt ein, dass so eine Brachfläche mitten im Dorf kein schöner Anblick sei. „Es gab eine lose Anfrage zu möglicher Bebauung im Bauausschuss“, sagt der Bürgermeister. „Wir müssen nun gemeinsam beraten, was hier passieren soll“, kündigt er an.

Was soll auf Garagenkomplex geschehen?

Auch der Garagenkomplex im Sievershäger Weg in Lichtenhagen ist vor drei Jahren leergezogen worden. Nun werden die Garagen, die früher von den Einwohnern Lütten Kleins genutzt wurden, abgerissen. „So wird ein Missstand beseitigt“, sagt Barten. Was auf diesem Platz passieren soll, müsse noch beraten werden. „Darunter war früher eine Sandkuhle, die für den Wohnungsbau in Lütten Klein genutzt wurde und später mit Bauschutt verfüllt wurde. Mal sehen, was uns dort erwartet“, zuckt der Bürgermeister mit den Schultern.

Es gebe weiter Nachfragen zu Wohnraum in der Gemeinde am Stadtrand von Rostock. „Wir haben zwei Flächen für neue kleine Wohngebiete vorgesehen“, sagt Barten, eine in Elmenhorst und eine in Lichtenhagen-Dorf. Die Gemeinde sei seit den 1990er Jahren sehr stark gewachsen, von einst 1100 auf gut 4000 Einwohner. Dazu habe sich viel Gewerbe angesiedelt. „All das bedeutet viel Verkehr“, erklärt Barten, und das sei das größte Problem in der Gemeinde.

Durchgangsverkehr ist Hauptproblem der Gemeinde

Die Durchfahrt auf der Elmenhorster Dorfstraße (L 12) zwischen Nienhagen und Warnemünde und der Verkehr durch das Kirchdorf Lichtenhagen, das Zählungen zufolge 11 000 Fahrzeuge pro Tag passieren, nerve die Einwohner. Seit über 20 Jahren wird über eine Ortsumgehung südlich von Elmenhorst diskutiert.

Umgehung wird seit mehr als 20 Jahren diskutiert

Für rund sechs Millionen Euro Landesmittel sollte eine 4,8 Kilometer lange Umgehung gebaut und das Dorf über Verkehrskreisel angebunden bleiben. Das war zumindest 2012 der Stand. Außerdem wollte Rostock eine Verbindung von der B 103 über die Mecklenburger Allee und das Wohngebiet Kalverradd in Lichtenhagen zur L 12 in Elmenhorst schaffen, um den Durchgangsverkehr aus dem Seebad Warnemünde zu nehmen. „Es muss jedenfalls unbedingt was passieren“, erklärt der Bürgermeister. Er erhofft sich durch eine Umgehung eine etwa 50-prozentige Verkehrsentlastung der Dörfer und will dazu demnächst bei den zuständigen Behörden Druck machen. Mitte September wird der Sievershäger Weg wieder befahrbar sein. „Die Regenentwässerung ist verlegt, nun werden noch Bitumen aufgebracht und die Barrieren eingebaut.“

Ärztehaus im Frühjahr 2020 bezugsfertig

Im neuen Ärztehaus gegenüber vom Gemeindezentrum wirbeln die Handwerker. 800 000 Euro investiert die Gemeinde in das Objekt, in dem zwei Arztpraxen untergebracht werden. „Noch sind die Räume nicht vermietet“, sagt Bürgermeister Barten. Es gebe Gespräche mit einem Allgemeinmediziner. „Aber wenn auch ein Facharzt Interesse hat, kann er sich melden“, so Barten. Im Frühjahr 2020 soll das Ärztehaus bezugsfertig sein.

Das neue Ärztehaus in Elmenhorst wird im nächsten Jahr eröffnet, freut sich Bürgermeister Uwe Barten. Quelle: Doris Deutsch

Ein weiteres Vorhaben ist die Erweiterung der Grundschule in Lichtenhagen-Dorf. „Wir wollen Fördermittel beantragen, aber die Baugenehmigung ist noch nicht da“, ärgert sich Barten, der für November eine Bürgerversammlung ankündigt, ohne Thema. „Da können wir über alles reden, jeder kann Ideen einbringen zum Beispiel auch für die Garagenfläche im Sievershäger Weg.“

Von Doris Deutsch

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