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Rostock Altes Amt lädt zum Ausverkauf
Mecklenburg Rostock Altes Amt lädt zum Ausverkauf
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17:09 17.02.2019
Klebezettel mit Preisvorstellungen anstelle von Akten: Elke Kleemann vom Amt Rostocker Heide mit einigen der Möbelstücke, die verkauft werden sollen. Quelle: Claudia Labude-Gericke
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Gelbensande

Statt Akten liegen jetzt Klebezettel auf den Schreibtischen des alten Amtes Rostocker Heide. Darauf stehen Preisvorstellungen, denn egal ob Tische, Stühle, Lampen, Regale oder der große Serverschrank: Alles muss raus. „Es ist zwar nicht unsere Aufgabe, aber unser Anspruch, dass wir die Möbel, die noch einen Restwert haben, verkaufen und nicht einfach wegschmeißen“, sagt Amtsvorsteher Bodo Kaatz.

Vorgriffsrecht für die Gemeinden

Im Oktober vergangenen Jahres haben die rund 30 Mitarbeiter der Verwaltung nach 27 Jahren im alten Haus einen Neubau in direkter Nachbarschaft bezogen. Rund 3,5 Millionen Euro hat das moderne Gebäude gekostet. Neben den Akten wurden dabei auch einige Teile des Mobiliars mitgenommen. „Das erste Zugriffsrecht auf die nicht mehr genutzten Dinge hatten dann die Gemeinden, die uns als Amtsverwaltung ja auch bezahlen“, sagt Elke Kleemann, Leiterin des Bereiches Zentrale Dienste. Ob beim Gemeindearbeiter, bei Vereinen, Schulen oder sogar bei Bürgermeistern der fünf von Gelbensande aus verwalteten Orte: Ein Großteil der Möbel fand bereits ein neues Zuhause.

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Möbel stammen aus der Gründerzeit des Amtes

Doch noch immer befinden sich in dem leergezogenen Haus Dinge mit Gebrauchswert. Deren Verkauf koordiniert Elke Kleemann, die auch den Umzug gemanagt hat. „Wer sich für eine der höhenverstellbaren Schreibtischkombinationen oder etwas anderes interessiert, der kann sich bei uns melden und ein Gebot abgeben“, erklärt die 61-Jährige. Sie weiß, dass einige der alten Amtsmöbel für den Privatgebrauch sicher zu groß sind: „Aber für eine kleine Firma ist das bestimmt noch nützlich.“

Die Ausstattung aus dem Altbau des Amtes Rostocker Heide steht zum Verkauf. Interessenten können sich melden.

Vieles stammt noch aus den 90er Jahren, als die Amtsverwaltung ihre Arbeit aufnahm. So auch die Standesamtsmöbel, die in das neue Gebäude mitgenommen wurden, aber bald durch neue ersetzt werden sollen. „Wir haben aber alles immer pfleglich behandelt“, sagt Elke Kleemann. Deshalb würde es ihr auch in der Seele wehtun, das übrig gebliebene Mobiliar einfach in einen Müllcontainer zu werfen.

Verkauf des Altbaus noch nicht erfolgt

Noch haben die Amtsmitarbeiter Zeit. Denn das alte Gebäude in der Eichenallee soll zwar verkauft werden, ist es aber noch nicht. „Es gab schon Interessenten, aber wir wollen es ja nicht für einen Appel und ein Ei verschleudern, sondern eigentlich zum Verkaufswert, dazu sind wir als Verwaltung auch angehalten“, erklärt Bodo Kaatz. Dennoch sei man von ursprünglich geplanten 520 000 Euro bereits auf 430 000 Euro runtergegangen.

Der Verkauf laufe über das Rostocker Immobilienbüro „Engel & Völkers“ und der Erlös diene auch zur Refinanzierung des neuen Amtssitzes. Was einmal aus dem Altbau mit mehreren Gebäudeteilen werden wird, könne er schwer einschätzen, sagt Kaatz. Das Amt wolle das Haus aber auf jeden Fall nicht selbst nutzen. Ein Vorteil für potenzielle Käufer: Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. „Um es für Wohnungen zu nutzen, muss es aber im Inneren entkernt werden“, sagt Kaatz.

Ferienhaus für die Füller-Firma Pelikan

Die Geschichte des Objektes ist vielfältig. So diente das Haus schon als Kinderheim, Schule, Krippe, war Sitz der Polizei und kleiner Geschäfte. „Und es war auch einmal Ferienobjekt der Füllerfirma Pelikan“, weiß Elke Kleemann. Am 1. September 1991 zog dann die Verwaltung ein. Bis heute werden von Gelbensande aus die Verwaltungsgeschäfte für die Gemeinden Blankenhagen, Mönchhagen, Rövershagen, Gelbensande und Bentwisch gesteuert. Dazu kam im Januar 2018 die Gemeinde Klein Kussewitz, die mit Bentwisch fusionierte und so aus dem Amt Carbäk herausgelöst wurde.

Claudia Labude-Gericke

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