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Rostock Amt sagt nein: Sonntag bleiben alle Läden zu
Mecklenburg Rostock Amt sagt nein: Sonntag bleiben alle Läden zu
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00:00 15.03.2013
Nun doch nicht am kommenden Sonntag, sondern erst am 24. März muss Verkäuferin Karin Singer vom „mare baltic“ in der Kirchenstraße einen zusätzlichen Verkaufstag einplanen. Fotos (2): Thomas Sternberg
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Warnemünde

Was für ein Reinfall. Die für Sonntag geplante Auto- und Genussmeile fällt aus. Damit bleiben auch die Geschäfte am kommenden Sonntag im Ostseebad zu, denn die Sonntagsöffnung außerhalb des Zeitraumes der Bäderregelung ist nur aus einem besonderen Anlass möglich.

„Das ist natürlich ein Schock für die Händler“, sagt Dietmar Vogel, Vorsitzender des Warnemünder Handels- und Gewerbevereins. Wie im Vorjahr hatte der Verein eine Automeile in der Mühlenstraße vorbereitet. „Wir wollten unbedingt den 17. März, da zur Aida-Taufe am Sonnabend und zum Auslaufen am Sonntag natürlich viele Leute in Warnemünde unterwegs sein werden“, so Vogel.

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Und genau da liegt der berühmte Hund begraben. Denn der Antrag bei der Stadtverwaltung auf die Sonntagsöffnung zielte auf das auslaufende Schiff und den Trubel drumherum. „Dass ein Schiff aus Warnemünde ausläuft, ist einfach zu wenig, dies als Anlass für eine Ausnahme zur Geschäftsöffnung am Sonntag zu nehmen“, begründet Andreas Bechmann aus dem Rostocker Stadtamt, warum der Antrag abgelehnt wurde.

Es müsse schon ein richtiges Volksfest organisiert werden, zu dem besonders viele Menschen, auch überregional, strömten, beschreibt Bechmann, was genehmigungsfähig wäre. Er nennt als Beispiel den Rostocker Citykreis, der langfristig geplant mit Sonderveranstaltungen und Volksfesten die Menschen anspreche. Auch das große Mode-Spektakel am 24. März am Warnemünder Alten Strom werde viele Besucher anlocken, da sei die Sonntagsöffnung gerechtfertigt, erklärt Bechmann. Beim Antrag des Handelsvereins sehe er das jedoch nicht.

Der Handels- und Gewerbeverein hat der Ablehnung widersprochen und den Antrag nachgebessert. Es gab auch Gespräche im Stadtamt, doch auch der neue Antrag fand keine Zustimmung.

„Am Dienstag ist der endgültige Bescheid gekommen, daraufhin haben wir alles abgeblasen“, bestätigt der Vereinsvorsitzende Vogel, dass es diesmal nicht geklappt hat. Ärgerlich, findet Vogel, denn mit der abgesagten und der erlaubten Sonntagsöffnung am 24. März wäre man 14 Tage eher in die Bäderregelung gestartet. Jetzt zahle man den Händlern den bereits gezahlten Unkostenbeitrag zurück.

Andreas Bechmann verweist darauf, dass das Amt für eine Sonderöffnung außerhalb der Bäderregelung keine Gebühren erhebe. „Wenn das passiert, liegt das allein in der Verantwortung des Veranstalters“, so Bechmann.

Viele Händler in Warnemünde haben den langen Winter wirtschaftlich gerade so überstanden und setzen nun auf die Sonntagsumsätze. „Da ist es bitter, dass wir den eingeplanten Sonntag wieder streichen müssen“, sagt Burkhard Rohde, dem die Geschäfte „mare baltic“ gehören. Er ist davon überzeugt, dass andere Ostseebäder jeden beliebigen Anlass zur zusätzlichen Sonntagsöffnung abnicken. Die Rostocker Stadtverwaltung sei ihm da nicht tolerant genug.

Bäderregelung beginnt nach Ostern
Die Auto- und Genussmeile in Warnemünde im vergangenen Jahr haben die Besucher unterschiedlich wahrgenommen. Kritik gab es am Rahmenprogramm und der Beteiligung. Die historischen Feuerwehrfahrzeuge aus Bad Doberan und Elmenhorst fanden damals viel Anklang. Volksfest-Charakter konnten sie aber auch nicht schaffen. Positiv haben vor allem die Händler den Tag eingeschätzt, da zur Automeile in der Mühlenstraße eine Sonntagsöffnung erlaubt war.

Von Ende Oktober bis Ende März müssen sonntags die Läden zubleiben. In Badeorten dürfen sie jedoch viermal sonntags öffnen — wenn es einen „besonderen Anlass“ gibt. In Warnemünde wird versucht, diese Anlässe mit dem „Wintervergnügen“ , der Automeile, der Fashion-Show und der Eröffnung des Weihnachtsmarkts zu schaffen. Im Sommer gilt sonntags die Bäderregelung. In diesem Jahr dürfen die Läden ab dem ersten Wochenende nach Ostern ab 13 Uhr öffnen.

Thomas Sternberg