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Rostock Angehende Studenten nehmen Kurs aufs Ostseebad
Mecklenburg Rostock Angehende Studenten nehmen Kurs aufs Ostseebad
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20:31 24.06.2019
Tim Reichle (19) versucht mit einem Sextanten seine genaue Position zu bestimmen.
Tim Reichle (19) versucht mit einem Sextanten seine genaue Position zu bestimmen. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Eine zehnstündige Zugfahrt haben David Strobel und seine Mutter Andrea auf sich genommen, um aus Baden-Württemberg ins Ostseebad zu gelangen. Ihr Ziel: der Warnemünder Campus der Hochschule Wismar. An diesem Standort möchte der 20-Jährige im nächsten Jahr Nautik studieren. „Das war schon immer mein Traum“, sagt Strobel. Bevor er sich allerdings für den Studiengang einschreibt, möchte er noch einmal den Campus besichtigen und ein wenig mehr über die Lehrinhalte erfahren.

Damit ist er nicht der Einzige. Jedes Jahr nutzen Abiturienten und solche, die es werden wollen, die sogenannten Studienorientierungstage, um sich beraten zu lassen und ein bisschen ins Uni-Leben hineinzuschnuppern. „Es ist schon Wahnsinn, was man alles auf sich nimmt, nur um den richtigen Studiengang und -ort zu finden“, sagt Andrea Strobel. Für sie ist es selbstverständlich, ihren Sohn zu begleiten, auch wenn sie von der Reise noch etwas müde ist.

Ein Bereich mit Tradition

Der Bereich Seefahrt ist Teil der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Hochschule Wismar. Die Seefahrtsausbildung auf dem Campus Warnemünde blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Während zu früheren Zeiten rein nautische Inhalte vermittelt wurden, haben die Studenten heute die Möglichkeit, neben den maritimen Fachrichtungen wie Nautik und Schiffsbetriebstechnik auch Verkehrsbetrieb sowie Anlagen- und Versorgungstechnik zu belegen. „Genau diese Mischung macht den Standort zu etwas Besonderem“, findet Virginia Bürger.

Ausprobieren hilft beim Verstehen

Für die 23-Jährige nimmt das Studium bald ein Ende. Sie befindet sich im letzten Semester des Studiengangs Nautik und weiß genau, was die neuen Anwärter erwartet: „Natürlich steht viel Theorie auf dem Plan, doch das Gute ist, dass man immer auch die Möglichkeit, bekommt Sachen auszuprobieren, die an Bord nicht angefasst werden.“ Sie selbst wird in wenigen Monaten als Nautische Offizierin bei Aida anfangen. Das Studium an der Hochschule Wismar habe sie gut vorbereitet, wie sie berichtet.

Abiturienten aus dem ganzen Land informieren sich am Standort Warnemünde der Hochschule Wismar über mögliche Studiengänge. Dabei durften sie in verschiedene Bereiche reinschnuppern und einiges ausprobieren.

Nicht bei Aida, dafür bei der Fährgesellschaft TT-Line möchte David Strobel eines Tages arbeiten. „Das ist auch der Grund, wieso ich unbedingt in Warnemünde studieren möchte“, sagt der 20-Jährige. Im 360-Grad-Simulator bekommt er bereits eine Vorstellung davon, wie die Arbeit auf einem Schiff aussehen kann. Während Tobias Hill (19) das Schiff durch eine Art Fantasie-Land steuert, zeichnet Strobel den aktuellen Kurs in die Karte ein. „Es fühlt sich richtig echt an. Total spannend das ausprobieren zu dürfen. Das hilft, die ganzen Vorgänge zu verstehen“, meint Hill.

Familiäre Atmosphäre

Unterstützt wird er dabei von Ole Meißner. Der angehende Schiffsbetriebstechniker steht den Abiturienten mit Rat und Tat zur Seite. „Einen geeigneten Studiengang zu finden, ist schließlich nicht leicht“, weiß er. Vor einem Jahr stand er vor genau derselben Aufgabe. Heute ist er mit seiner Wahl sehr zufrieden: „Das Besondere hier ist, dass alle Kurse relativ überschaubar sind. In manchen Seminaren sitzen nur acht Leute, wodurch sich die Dozenten für jeden Einzelnen Zeit nehmen können.“ Diese familiäre Atmosphäre würde man an anderen Universitäten vergeblich suchen.

Ein Aspekt, der Anne Gratzke wichtig ist. „Es gefällt mir, dass sich hier alle kennen“, sagt die 18-Jährige. Sie macht gerade ihr Abitur in der Nähe von Braunschweig und kann sich gut vorstellen, Nautik zu studieren. „Ich möchte aber erst einmal etwas schnuppern und gucken, ob das wirklich etwas für mich ist.“ Interessant findet sie die alten Geräte, die heutzutage kaum noch Anwendung finden. Eines davon hält Tim Reichle in der Hand. Mit einem Sextanten versucht der 19-Jährige seine genaue Position zu bestimmen. „Das ist gar nicht so einfach“, stellt er fest.

Schulfrei für Schnupperkurs

Nicht für Nautik, dafür aber für Schiffselektrotechnik interessiert sich Jan Flemming. Er wohnt in Hamburg und hat sich extra einen Tag freigenommen, um sich auf dem Campus in Warnemünde umzuschauen. „Ich habe heute ziemlich viel über Antriebstechnik gelernt“, sagt der 17-Jährige, während er einem alten Schiffsmotor beim Rotieren zusieht. Dass er nach seinem Abitur an der Hochschule Wismar studiert, kann er sich gut vorstellen. „Es gefällt mir hier sehr gut und ich glaube, dass man hier viel Spannendes erleben kann.“

Susanne Gidzinski

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