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Rostock Anwohnerparken: Hansaviertel will nicht länger warten
Mecklenburg Rostock Anwohnerparken: Hansaviertel will nicht länger warten
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00:00 24.07.2018
Auch an der Dethardingstraße soll das Anwohnerparken eingeführt werden. Derzeit dürfen Autos hier tagsüber zwischen 6 und 18 Uhr maximal 30 Minuten lang abgestellt werden. Quelle: Fotos: André Wornowski/doris Deutsch/ove Arscholl
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Hansaviertel

Diskussionen über die Einführung des Anwohnerparkens im Hansaviertel: „Pläne dazu gibt es schon länger, nur passiert ist bis jetzt nichts“, sagt Anwohnerin Ulrike Eggert (53), die täglich von der angespannten Parkplatzsituation in dem Stadtteil betroffen ist. Auch im Ortsbeirat ist das Thema zuletzt wieder hochgekocht. Grund: Die Stadtverwaltung beauftragt ein Planungsbüro mit der Einführung des Anwohnerparkens, was auf Unverständnis stößt. „Uns erschließt sich nicht, warum für dieses überschaubare Gebiet ein Planungsbüro gesucht wird, das einen Beschilderungs- und Markierungsplan aufstellen soll“, sagt Ortsbeiratschef Karsten Cornelius (SPD). Er befürchtet, dass es nun zu weiteren Verzögerungen bei der Einführung kommen könnte.

Ortsbeirat befürchtet weitere Verzögerungen – Stadt beauftragt externes Büro

Ursprünglich sollte das Anwohnerparken für das Klinikviertel bereits in Kraft getreten sein. Juli 2018 war das Ziel, das später auf Herbst 2018 korrigiert wurde. „Die Übergabe an ein externes Büro kostet nun wieder Zeit“, sagt Cornelius. Die Planer müssten sich erst in das Thema einarbeiten. „Und ich befürchte beinahe, die kommen mit völlig neuen Vorschlägen und wir fangen wieder von vorne an.“

Dabei hätten der Ortsbeirat und das zuständige Amt für Verkehrsanlagen bereits in mehreren Beratungen übereinstimmend die Details erarbeitet. „Alle Fragen wurden hier behandelt. Es ist so, als wenn einer das auf Kladde aufgeschrieben hat, und jetzt muss das nur noch ins Reine geschrieben werden“, sagt Cornelius.

Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne) betont jedoch: „Der Termin im Herbst wird gehalten.“ Das Planungsbüro müsse eingeschaltet werden, „weil unsere eigenen personellen Ressourcen erschöpft sind“, so der Senator. Das Amt für Verkehrsanlagen suche gerade neue Mitarbeiter, vor allem Planer und Ingenieure. Auch seien es zwei völlig unterschiedliche Dinge, Themen zunächst einvernehmlich zu beraten und sie dann in anordnungsfähige schriftliche Unterlagen aufzubereiten, sagt Matthäus.

Cornelius hat dafür jedoch kein Verständnis: „Seit 2012 ackern wir an diesem Bewohnerparken für dieses kleine Klinikgebiet und kommen einfach nicht zu Potte.“ Ortsbeiratsmitglied Günther Peters (Linke) befürchtet, dass das Planungsbüro neue Markierungen vornehmen könnte. „Und dann verlieren wir wieder einen Haufen Parkplätze“, so Peters. Er verweist auf den Platz der Freiheit: Dort seien die einzelnen Stellflächen neu und großzügiger markiert worden. Ergebnis: „Wir haben mindestens ein Drittel an Parkplätzen in dem gesamten Bereich verloren“, sagt Peters. Und das dürfe nun nicht wieder passieren.

Von den rund 420 Parkplätzen im Klinikviertel sollen 50 Prozent für Anwohner reserviert werden. Wie aus einer Analyse der Stadt hervorgehe, sollen die Stellflächen aktuell mit etwa 130 bis 140 Prozent überlegt sein, sagt Cornelius. 806 zugelassene Fahrzeuge gebe es in dem Gebiet insgesamt. Die Stadt erwarte nach der Einführung etwa 650 Anträge auf einen Bewohnerparkausweis. Öffentlich bleiben sollen die Parkplätze an der Schillingallee, an der Strempelstraße, an der Rembrandtstraße und teilweise an der Thünenstraße.

Auf Begeisterung stoßen die Pläne bei einigen Betroffenen aber nicht gerade. „Der Anwohnerausweis ist eher unnötig und wird an der Parkplatzsituation nicht viel ändern“, sagt zum Beispiel Bestattungsunternehmerin Anne Paepke (30). Die nicht mehr parkberechtigten Autos würden dann anderweitig abgestellt werden und so die Situation eher verschlimmern.

Verhältnisse wie in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt fürchtet auch Ulrike Eggert. Aus ihrer Sicht braucht es eine Lösung, damit Geschäftsinhabern und Gastronomen durch die Parkverbote nicht die Kundschaft abspenstig gemacht wird.

Dennoch wollen sich Paepke und Eggert einen Anwohnerparkausweis beschaffen, wenn die Regelung in Kraft tritt.

André Wornowski und Lukas Poddig

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