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Rostock Heiligabend in Gefahr: Arbeitsagentur in MV stellt Weihnachtsmann-Börse ein
Mecklenburg Rostock Heiligabend in Gefahr: Arbeitsagentur in MV stellt Weihnachtsmann-Börse ein
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06:50 13.11.2019
Ein Weihnachtsmann-Darsteller steht in der Altstadt von Hannover: In MV hat die Agentur für Arbeit das Vermitteln von Weihnachtsmännern eingestellt (Symbolbild). Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa
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Rostock

Für Hunderte Kinder in MV wird der Heiligabend in diesem Jahr ein trauriger: Denn sie werden keinen Besuch vom Weihnachtsmann bekommen. Und Schuld daran ist die Agentur für Arbeit. Das Arbeitsamt hat die Vermittlungen von Weihnachtsmännern eingestellt.

In Greifswald, Stralsund und Neubrandenburg gab es diesen Service schon in den vergangenen Jahren nicht mehr, nun stellen auch die Arbeitsagenturen in Schwerin und Rostock ihr Angebot ein. Familien und auch die Weihnachtsmänner selbst sind enttäuscht.

„Eine Katastrophe“

„Aus Sicht des Weihnachtsmannes ist das eine Katastrophe“, sagt ein 42-Jähriger aus Rostock, der seit sechs Jahren jeden Heiligabend unterwegs ist, um Kindern und Familien ein schönes Fest zu bereiten. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen, aber er sagt: „Der Service der Arbeitsagentur hat vielen Menschen Freude bereitet: Wer einen Weihnachtsmann gesucht hat, konnte sich dort melden und wurde an die Weihnachtsmänner vermittelt.“ Viele seiner Kollegen seien Studenten.

Kommentar: Arbeitsamt vermittelt keine Weihnachtsmänner – Augenmaß zum Fest!

30 bis 40 Kinder pro Heiligabend hat allein der 42-Jährige besucht. „Auch für uns ist das immer wieder ein toller Abend. Man ist danach kaputt, aber glücklich. Denn bei jedem Kind funkeln die Augen vor Freude, wenn der Weihnachtsmann ihnen persönlich die Geschenke bringt.“ Der Rostocker will nun Anzeigen im Internet aufgeben, um seine Dienste anzubieten: „Und ich schaue mich um, wer einen Weihnachtsmann sucht.“

Agentur setzt neue Prioritäten

Die Agentur für Arbeit in Rostock begründet das Aus für die Weihnachtsmann-Börse mit der Lage am Arbeitsmarkt in der Region: „Die Arbeitgeber haben uns seit Jahresbeginn 9700 freie Stellen gemeldet. Aktuell haben wir mehr als 3000 offene Stellen – 48 Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt Behördensprecherin Maria Vespermann. Das zeige den hohen Personalbedarf der Firmen in der Region, den akuten Fachkräftemangel.

Vespermann weiter: „Wir möchten unser Personal daher priorisiert für die Unterstützung der Arbeitgeber bei der Personalsuche einsetzen. Uns fehlen damit leider die Kapazitäten, in die Vermittlung sozialversicherungsfreier Honorartätigkeiten zu investieren.“ Das gelte für alle Geschäftsstellen der Agentur, zum Beispiel auch in Güstrow und Bad Doberan.

Atudent Lennart Neums aus Berlin geht als Weihnachtsmann verkleidet über eine Kreuzung. Quelle: dpa

Kritik aus der Politik

Auf wenig Verständnis stößt die Agentur für Arbeit mit ihrem Aus für die Weihnachtsmannvermittlung auch in der Landespolitik. Eva-Maria Kröger, Abgeordnete der Linken im Schweriner Landtag, kritisiert die Entscheidung: „Natürlich soll die Agentur für Arbeit viel Kraft aufwenden, um Leute in richtige Jobs zu bringen. Aber das Vermitteln von Weihnachtsmännern war ein besonderes Angebot und es sollte unbedingt wiederbelebt werden.“

Weihnachten gehe es ausnahmsweise mal nicht ums Geld: „Es geht auch den Weihnachtsmännern nicht nur ums Geld, sondern vor allem darum, Familien eine Freude zu machen. Das berühmte Leuchten in den Augen und all die Aufregung an Heiligabend haben schließlich auch mit dem Weihnachtsmann zu tun.“ Die Agentur möge daher im Advent auch nicht nur an Geld und Zahlen denken.

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Von Andreas Meyer

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