Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Artenschutz: Zoo-Experten tagen in Rostock
Mecklenburg Rostock Artenschutz: Zoo-Experten tagen in Rostock
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:07 20.06.2019
Der Rostocker Zoo konnte 2018 seinen Titel „Bester Zoo Europas“ in der Kategorie unter 1 Million Besucher pro Jahr verteidigen. Quelle: OVE ARSCHOLL
Anzeige
Hohe Düne/ Gartenstadt

 Welche Bedeutung haben Zoos für den Fortbestand der Artenvielfalt, wieso ist die wissenschaftliche Arbeit innerhalb der Tierparks heute so wichtig und welche Rolle spielt dabei eigentlich der Rostocker Zoo? Rund 140 Experten aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen aktuell an der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) in Hohe Düne teil, um über die Zukunft der Tierparks zu diskutieren und neue Erkenntnisse zu teilen.

Datenlücken schließen und Arten retten

„Wenn der Zoo nicht schon existieren würde, müsste man ihn definitiv erfinden“, sagt Prof. Jörg Junhold, VdZ-Vizepräsident und Direktor des Leipziger Zoos. In seinen Augen nehme die Bedeutung der Tierparks in unserer heutigen Zeit immer weiter zu. „Im Zoo werden Forschungen betrieben, die uns helfen können, Wissenslücken über Tierarten zu schließen“, meint er. Auch in Bezug auf den Artenschutz und die Aufklärung der Bevölkerung würden sie eine Menge leisten.

Prof. Jörg Junhold (v.l.), Olivier Pagan und Udo Nagel bei der Tagung in Hohe Düne Quelle: Susanne Gidzinski

Eine auf der Tagung vorgestellte Studie belege die Relevanz der in Zoos gewonnenen Daten im Kampf gegen das Massenaussterben. Allein die Mitglieder des Verbandes haben seit 1981 mehr als 420 000 Daten zu über 5 600 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien zusammengetragen. „Diese sind ein wirksames Werkzeug gegen das Verschwinden der Biodiversität“, sagt Dr. Olivier Pagan, Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten und Direktor des Zoos Basel.

Erfasst werden Erkenntnisse darüber, ab wann beispielsweise Tiere geschlechtsreif werden, wie hoch die Sterblichkeitsrate bei den Jungtieren ist und wie alt die Individuen im Durchschnitt werden. „Das hilft uns dabei, bessere Prognosen zu machen, welche Arten vom Aussterben bedroht sind“, so Pagan weiter.

Rostocker Zoo spielt in der Oberliga mit

Der Rostocker Zoo betreibt eine enge Kooperation mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen und setzt sich für Artenschutzprojekte ein. Damit habe er die Datenbank reich bestückt. „Uns ist es wichtig, die Gesellschaft auf dieses Thema aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein für Missstände zu schaffen“, sagt Udo Nagel, Gastgeber und Direktor des Rostocker Zoos. Aus diesem Grund locke der Zoo regelmäßig mit aktuellen Ausstellungen und betreibe stets selbst Forschung. „Wir arbeiten mit anderen Naturschutzorganisationen zusammen und beteiligen uns an Projekten, die Gibbons und Baumkängurus schützen“, berichtet Nagel. Ohne diese Hilfe wären die Tiere bereits ausgestorben.

Ob das Baumkänguru, der Rotwolf oder das Sumatra Nashorn – zahlreiche Tiere sind derzeit vom Aussterben bedroht. Zoos haben im Wesentlichen dazu beigetragen, die Tiere zu schützen.

In den vergangenen 20 Jahren habe der Rostocker Zoo seinen Platz in der Zoo-Welt gefunden, wie der Direktor bestätigt: „Heute spielen wir definitiv in der Oberliga mit. Man nimmt uns in Europa wahr und dafür bin ich sehr dankbar.“ Dass die Tagung in diesem Jahr in der Hansestadt abgehalten werde, sei unter anderem ein Indiz dafür.

Das Schicksal des Sumatra Nashorns

Ein aktuelles Beispiel zeige die Wichtigkeit der in Tierparks gesammelten Datensätze. „Sumatra Nashörner sind im Freiland kaum noch vorhanden“, berichtet Jörg Junhold. „Das sind höchst gefährdete Tiere.“ Weniger als 50 Stück gäbe es derzeit. Um die Vierbeiner nun vor dem Aussterben zu schützen, habe der Verband eine Zuchtstation auf der Insel Borneo errichtet. Dort soll die Reproduktion der Nashörner sichergestellt werden. „Leider ist das gar nicht so einfach, denn wenn die Tiere lange Zeit keine Babys bekommen haben, werden sie oftmals unfruchtbar“, so der Experte weiter. Künstliche Befruchtung und die Entnahme von Spermien sei daher ein gängiger Prozess. „Wir hoffen, dass wir anhand der gesammelten Daten auch andere Tierarten rechtzeitig schützen können. Es ist schwer einzuschätzen, welche Tiere als Nächstes betroffen sein könnten.“

Susanne Gidzinski

Die Rostocker Kunsthalle nimmt die originale Bar des DDR-Kulturhauses wieder in Betrieb. Jeweils am letzten Freitag des Monats sollen im Museum Cocktails serviert werden. Gesucht werden noch Barkeeper mit DDR-Erfahrung.

20.06.2019

Die globale Erwärmung stellt Bauern vor neue Herausforderungen: Mit der Anpassung des Roggens an den Klimawandel beschäftigt sich der Agrarwissenschaftler Dr. Bernd Hackauf am Julius Kühn-Institut in Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock).

21.06.2019
Rostock Breites Bündnis für Klimaschutz - Wissenschaftler: So kann Rostock das Klima retten

Am Freitag gehen Rostocks Schüler erneut auf die Straße. Doch in ihrem Kampf für den Klimaschutz bekommen sie mehr und mehr Unterstützung von Parteien, Studenten und Wissenschaftlern. Rostocks Professoren haben einen konkreten Forderungskatalog vorgelegt.

20.06.2019