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Rostock Auch Männer können Hebamme werden
Mecklenburg Rostock

Auch Männer können Hebamme werden

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09:02 29.02.2020
Eine Hebamme wiegt im Rahmen der Nachsorge ein Baby (Symbolfoto).
Eine Hebamme wiegt im Rahmen der Nachsorge ein Baby (Symbolfoto). Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Lübeck/Hamburg/Rostock

Die Akademisierung der Hebammenausbildung im Norden kommt voran. An der Universität Lübeck wird bereits seit 2017 ein Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft angeboten. Damit sei die Hochschule bundesweite Vorreiterin gewesen, sagte die stellvertretende Leiterin des Studienganges, Evelyn Lesta. Zum Wintersemester 2020/2021 werden auch in Mecklenburg-Vorpommern und in Hamburg entsprechende Studiengänge den Lehrbetrieb aufnehmen. Die Bundesregierung hatte im Herbst 2019 die Reform der Hebammenausbildung beschlossen, die von Ende 2020 an für die Geburtshelferinnen ein Hochschulstudium vorschreibt.

„Hebamme“ gilt für alle Geschlechter

Aktuell gibt es in Lübeck 76 Studierende der Hebammenwissenschaft. „Unter den Bewerbern waren auch zwei Männer, die jedoch im Bewerbungsverfahren ausgeschieden sind“, sagte Lesta. „Mit dem 2019 verabschiedeten Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung gilt die Berufsbezeichnung „Hebamme“ einheitlich für alle Geschlechter“, sagte Lesta. Die früher übliche männliche Bezeichnung „Entbindungspfleger“ existiere nicht mehr.

In Mecklenburg-Vorpommern soll das duale Hebammenstudium an der Universität Rostock zum Wintersemester 2020/2021 starten. Innerhalb von sieben Semestern soll das Studium mit theoretischen und praktischen Anteilen zum Bachelor-Abschluss führen. Die Vorsitzende des Landeshebammenverbandes, Kathrin Herold, begrüßte die Akademisierung der Ausbildung, forderte allerdings eine Hebamme als Leiterin. „Nur so kann die interprofessionale Zusammenarbeit gefördert und gesichert werden“, sagte sie.

Rostock fordert Abitur

In Lübeck steht mit Prof. Christiane Schwarz die bundesweit erste Lehrstuhlinhaberin für Hebammenwissenschaft an der Spitze des Studienganges. Schwarz ist überzeugt, dass die universitäre Ausbildung von Hebammen nicht nur den Beruf attraktiver machen wird. „Es eröffnet ihnen auch den Weg in die Forschung oder in die Qualitätssicherung“, sagte sie.

Bei dem Hamburger Studiengang, der zum Wintersemester 2020/2021 startet, kooperieren das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW). Voraussetzung ist die Fachhochschulreife, die mittlere Reife genügt dann nicht mehr. Lübeck und Rostock fordern von den Bewerbern das Abitur. Nach sieben Semestern sollen die Auszubildenden ihr Studium mit dem Bachelor abschließen.

Deutschland ist nach Angaben der Bundesregierung das letzte Land der EU, das eine entsprechende EU-Richtlinie umsetzt. Die Reform soll den Beruf attraktiver machen und die Qualität der Ausbildung erhöhen.

Von RND/dpa