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Rostock Auf dem Rettungskreuzer werden Jungsträume wahr
Mecklenburg Rostock Auf dem Rettungskreuzer werden Jungsträume wahr
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17:40 28.07.2019
Tag der Seenotretter am 28. Juli 2019: Open Ship auf dem Seenotkreuzer "Arkona" in Warnemünde. Sven Jüstel (9) aus Homburg mit Vormann Karsten Waßner auf der Brücke. Quelle: Doris Deutsch
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Warnemünde

Open Ship auf dem Seenotkreuzer „Arkona“ am Liegeplatz am Alten Strom. Jungsträume gehen in Erfüllung. Einmal auf dem Chefsessel auf der Brücke sitzen und den Vormann mit Fragen löchern.

Was kann man auf dem Radar erkennen? Wozu ist der Joystick? Wie lange sind Sie an Bord? – Vormann Karsten Waßner hat auf alles eine Antwort. Sven Jüstel aus Bad Homburg ist beeindruckt: „Ich habe überlegt, selbst Seenotretter zu werden“, sagt der Neunjährige schließlich und steht mit diesem Vorsatz nach dem Schiffsbesuch nicht allein da.  

Nachwuchs gewinnen und Geld einsammeln

Entlang der gesamten Nord- und Ostseeküste haben am Sonntag Seenotretter auf ihre Kreuzer und Boote und in ihre Informationszentren geladen. Die meisten der 1000 deutschen Seenotretter sind Freiwillige, die die Crews an diesem Tag unterstützen und über die Arbeit der ausschließlich durch Spenden finanzierten Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) informieren. Mit dem Ziel, Nachwuchs zu gewinnen und Geld einzusammeln.

Viele wüssten nicht um die Aufgaben der Seenotretter, sagt Klaus Streso, der seit fünf Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter ist und diesmal den Fahrsimulator betreut. Emil aus Ahrensfelde bei Berlin möchte mit dem Rettungskreuzer einer Jacht zu Hilfe kommen. „Auf der Steuerbordseite bleiben“, mahnt Streso, „weiter voraus, jetzt Stopp und das Bugstrahlruder nehmen.“ Gekonnt bedient der Junge die Armaturen und verfolgt auf dem Bildschirm den Kurs. So richtig gelingen will das Manöver nicht. „Ja, diese Arbeit ist hart und braucht viel Training“, stellt Streso, der früher bei der Marine zur See gefahren ist, klar.

Auf dem Seenotkreuzer „Arkona“ und im Informationszentrum am Leuchtturm in Warnemünde konnten Besucher mit Crew-Mitgliedern und Ehrenamtlern reden und viel über die Arbeit der Retter erfahren.

Ausbildung ab 2020 auf Rettungsbooten

„50 bis 60 Einsätze fahren wir pro Jahr“, erzählt Waßner, Chef des Kreuzers „Arkona“. Zumeist seien es Sportschiffe, die in Not geraten sind, auch Fischerboote. Es gehen Menschen über Bord oder Kranke müssen auf See übernommen und zur medizinischen Versorgung an Land gebracht werden. Dafür werde in den nächsten Jahren dringend Personal gebraucht. Deshalb freut sich Waßner über Jungs wie Sven. „Ab 2020 kannst du sogar Seenotretter lernen“, erklärt der 59-Jährige. „Wir wollen eine eigene Ausbildung kreieren.“ Dann sollen auch Nicht-Seeleute auf den Rettungsbooten anheuern können.

Dieter Haase ist 30 Jahre lang bei der Deutschen Seereederei (DSR) als Nautiker zur See gefahren. Nun ist er 80 Jahre alt, seit acht Jahren Ehrenamtler bei der DGzRS. „Ich will in meiner Freizeit was Sinnvolles machen und hier kann ich meine nautischen Kenntnisse einbringen“, bemerkt der Rostocker.

Ehrenamtler reisen extra an

Andrea (54) und Volker (67) Kaesler sind aus dem sächsischen Olbernhau angereist, haben extra Urlaub genommen für den Tag der Seenotretter. Nicht zum Spaß, sondern um Interessierte am Infostand aufzuklären. „Wir haben schon mehrfach gespendet, wollten aber mehr machen“, verrät Volker Kaesler. Vor zwei Jahren sind sie Ehrenamtler geworden, informieren nun auf Messen, Hafenfesten, Veranstaltungen über die Arbeit der DGzRS. Gern heben sie Hannes und Oscar, beide drei Jahre alt, aufs Boot vor dem Infozentrum am Leuchtturm und lassen sie luschern.

Seenotretter-Shirts sind in diesem Jahr rot

Die Eltern haben den Kindern neue Seenotretter-T-Shirts gekauft. „Hannes hat schon das zweite“, erzählt Mutter Claudia Lehr aus Diedrichshagen. „Er findet das hier alles total spannend.“ Gern steckt der Kleine eine Spende in das kleine Rettungsboot. Dieses Geld wie auch der Erlös der T-Shirts wandert in den großen Topf für die Seenotretter. „Jedes Jahr haben wir eine neue Farbe und ein neues Logo für die Shirts“, erklärt Ehrenamtler Alexander Bootz aus Berlin. „Da gibt es schon richtige Sammler für.“

Doris Deutsch

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