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Rostock Auf dem Paddelboard nach Gedser
Mecklenburg Rostock Auf dem Paddelboard nach Gedser
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00:00 07.09.2017
Die Einsamkeit der Ostsee und die sportliche Herausforderung ziehen Sebastian Wendt demnächst auf das Wasser. Der 42-Jährige will mit seinem Paddelboard von Warnemünde nach Gedser. Quelle: Foto: Henning Wendt
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Warnemünde

Wenig Sonne braucht er, einen Fünf-Liter-Wasserrucksack, Müsli-Riegel und vor allem Südwind – sobald der weht, will Sebastian Wendt mit seinem Stand-up-Paddel-Board von Warnemünde aus über die Ostsee nach Gedser paddeln. „Das ist eine Strecke von 45 Kilometern“, sagt der 42 Jahre alte Rostocker. Er hat sich vorgenommen, den Törn auf seinem Board innerhalb von zehn Stunden zu schaffen, „bei richtig gutem Rückenwind“.

Auf das Abenteuer lässt sich Sebastian Wendt nicht einfach so ein. „Ich trainiere seit vier Monaten, und meine längste Fahrt auf der Ostsee hat bisher sieben Stunden gedauert.“ Die ungewöhnliche Reise nach Gedser „ist körperlich für mich keine Herausforderung“, sagt er, sportlich schon: „Ich habe den Ehrgeiz, etwas zu machen, was bisher noch keiner getan hat.“ Außerdem: „Ich mag es, allein auf der See zu sein.“ Für die Einsamkeit will er aber nicht zu viel bezahlen: „Ich bin nicht lebensmüde“, sagt der Mann, der als freiberuflicher App-Tester arbeitet, eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker gemacht und Politik und Soziologie studiert hat – und mit dem Stand-up-Paddel einen körperlichen Ausgleich suchte. „Erst bin ich ein bisschen im Stadthafen rumgepaddelt, dann wurden die Touren immer länger, später ging es quer über den Saaler Bodden“ – und nun eben über die Ostsee bis nach Gedser.

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Ein wenig enttäuscht mag Sebastian Wendt schon gewesen sein, als er über seine Tour mit einem nautischen Offizier gesprochen hat. „Der hat mir den Vogel gezeigt“, sagt Wendt „und gesagt, dass mich die Kapitäne auf den Brücken der Frachter nicht sehen könnten.“ Nach diesem Hinweis hat er sich die Kadetrinne auf einer Fährfahrt noch einmal angesehen, und festgestellt: „Sie ist einen Kilometer breit.“ Das müsste reichen, „um nicht zwischen die Fähren zu geraten“, sagt Wendt, der „schließlich keine Schiffskollision verursachen will“. Deswegen hat er sich mit verschiedenen Apps versorgt, eine davon informiert ihn über den Schiffsverkehr in der Kadetrinne, außerdem hat er sich Seekarten besorgt. „Das ganze Unternehmen ist eigentlich von Apps gesteuert“, sagt der Computerfachmann, darunter auch eine der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. „Die drei Telefone nehme ich für alle Fälle mit und auch einen analogenen Kompass“, sagt Sebastian Wendt.

Für die große Paddeltour wird er in seinen Winter-Neopren-Anzug steigen, „der ist immerhin sechs Millimeter dick“ – schließlich geht er mit einem aufblasbaren Board auf die Strecke, „und da kann es sein, dass es vielleicht aufgeschlitzt wird“. Dann schützt ihn der Neopren-Anzug. Wendt geht davon aus, dass er in so einer Notlage schnell gefunden wird, „schließlich ist auf der Strecke ziemlich viel Schiffsverkehr“.

Der Paddelpionier Wendt geht davon aus, dass er mit einer Geschwindigkeit von sechs Kilometern in der Stunde unterwegs sein wird, „denn mein Allroundboard ist relativ langsam“, sagt er. Zahlen gibt es noch mehr: „In der Stunde werde ich etwa 500 Kalorien verbrauchen.“ Was passiert, wenn er in Gedser ankommt? „Dann holt mein Vater mich ab, und wir fahren zurück.“

Michael Schißler

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