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Rostock Auf mehreren Zeitebenen unterwegs: Gregor Sander
Mecklenburg Rostock Auf mehreren Zeitebenen unterwegs: Gregor Sander
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09:12 13.03.2015
Im Literaturhaus Rostock las Gregor Sander (rechts), es moderierte Ernst-Jürgen Walberg.
Im Literaturhaus Rostock las Gregor Sander (rechts), es moderierte Ernst-Jürgen Walberg. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Zwei Bücher hatte Gregor Sander bei seiner Lesung am Dienstagabend in Rostock im Gepäck: Zunächst der 2014 erschienene Roman „Was gewesen wäre“, dann das danach veröffentlichte „Tagebuch eines Jahres“. Das Ganze passierte im Literaturhaus Rostock, die Lesung war eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Kempowski-Archiv.

Die von Gregor Sander gelesenen Texte kamen zunächst aus dem Roman, der Zeitsprung von 1988 zu 2012 machte die Lesung so interessant. Denn der Autor verbindet in seinem Buch mehrere Handlungsorte und Zeitebenen miteinander, die bildhafte Sprache überzeugte. Die Gäste des Abends hörten den Sound des Buches, sie bekamen auf diese Weise eine Innensicht der Protagonistin Astrid.

Übrigens schreibt Gregor Sander gerade an einem Exposé für eine geplante Verfilmung, berichtete der Autor während der Lesung. Bereits beim Exposé (der Vorstufe zum Drehbuch) musste Sander seinen Roman stark straffen. Für den Schriftsteller keine leichte Angelegenheit, weil er sich von einigen Texten trennen musste.

Die Lesung war von einem informativen Gespräch eingerahmt, das der Journalist Ernst-Jürgen Walberg mit dem Autor führte. Das letzte Drittel der Abends war dem Tagebuch vorbehalten, das Gregor Sander für den Wallstein Verlag verfasst hatte. Da war die inhaltliche Verbindung zum Rostocker Kempowski-Archiv – schließlich war auch Walter Kempowski ein eifriger und stark reflektierender Tagebuch-Autor. Ein bisschen waren bei diesem Auftragswerk auch finanzielle Gründe im Spiel, räumte Sander ein. Aber es erwies sich im Ergebnis als interessante persönlich gefärbte Bilanz des Jahres 2013.



Thorsten Czarkowski