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Rostock Auf’s Wasser gebaut: Dieses Paar aus Rostock bietet Abenteurern und Sauna-Fans Besonderes
Mecklenburg Rostock Auf’s Wasser gebaut: Dieses Paar aus Rostock bietet Abenteurern und Sauna-Fans Besonderes
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13:39 29.10.2019
Sandra und Ronald Kley wollen eine Flusssauna auf der Warnow betreiben. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Bei diesem Paar geht es heiß her: Sandra (40) und Ronald (41) Kley nehmen Stressgeplagte in den „Schwitzkasten“. Doch die dürften kaum Widerstand leisten wollen. Denn was nach rabiater Attacke klingt, ist tatsächlich ein Hausboot mit kuschliger Kabine an Bord.

Wenn uns der Herbst die kalte Schulter zeigt, wirkt kaum etwas so einladend wie eine wohlig-warme Sauna. Warum das Vergnügen nicht mit einem Ausflug auf’s Wasser verbinden? Das dachten sich Sandra und Ronald Kley und machen mit einer in Rostock bislang einzigartigen Wellnessoase die Leinen los. Auf die Plätze, fertig, Floß!

40 Quadratmeter zum Entspannen

In Skandinavien schippern Flusssaunen schon länger über Gewässer. Auf der Warnow kommt man dagegen bislang höchstens ins Schwitzen, wenn man mit Kajak oder SUP-Board den Fluss auf- und abpaddelt. Auf dem Floß der Kleys geht das wesentlich gemütlicher und ganz ohne Muskelkraft.

Fotostrecke: Das ist Rostocks erste Flusssauna

Leinen los für Rostocks erste Floßsauna

Das Motorboot verbindet auf 40 Quadratmetern all das, was zum Entspannen nötig ist: Relaxliegen, Mini-Küche, Terrasse mit Hängesesseln, Traumblick auf Natur oder City und mit der Warnow das wohl größte Tauchbecken, das Rostock zu bieten hat. Brandneu ist die holzofenbeheizte Saunakabine. „Wir haben sie gerade erst eingebaut“, sagt Sandra Kley. Jetzt kommt der finale Hitzetest: Ronald Kley schöpft Aufgusswasser auf die Granitsteine. Es zischt und dampft. Premiere geglückt.

Stadtführung im Kajak

Mit dem „Schwitzkasten“ haben sich die beiden einen Traum erfüllt. „Wir wollten schon lange eine Sauna ins Petriviertel holen, dachten erst an ein Saunafass. Doch da fehlte uns die Ruhezone“, erklärt Ronald Kley. Die hat das Floß zu bieten – im Gegensatz zu dem, mit dem die Kleys ihre Kunden in der Sommersaison auf die Warnow schicken.

Taufe für „Schwitzkasten“

Die Flusssauna wird am 1. November auf den Namen „Schwitzkasten“ getauft. Die Feier dazu findet ab 16 Uhr auf den Terrassen am Ludewigbecken statt. Am 2. November soll die Sauna dann mit den ersten Gästen über die Warnow schippern. Die dreistündigen Saunafahrten zum Preis von 35 Euro pro Person sollen demnächst online auf www.flusssauna-rostock.de buchbar sein.

Seit fünf Jahren bietet das Paar Urlaubern und Rostockern mit „Stadtpaddeln“ City-Touren im Kajak an. Das kommt an. Pro Führung entern bis zu 30 Passagiere die Flotte. „Es ist eine coole Art, Leuten eine Stadt aus einer anderen Perspektive näherzubringen und hat sich für Rostock quasi aufgedrängt“, sagt Sandra Kley.

Landwirt wird Lotse

Wie man Wissen auf launige Weise vermittelt, weiß die Deutsch- und Sportlehrerin nicht nur von ihrer Arbeit am Institut für Berufspädagogik. Bevor es sie auf’s Wasser zog, ist sie als Cityguide mit Bollerwagen und Touris im Schlepptau durch die Stadt getingelt. Ihr Mann, ein studierter Landwirt, hat sich als hauptberuflicher Paddler-Lotse quasi neu erfunden.

Auf dem Floß ist er als Kapitän gefragt. Wer den „Schwitzkasten“ mietet, wird von den Kleys zum Wunschankerpunkt chauffiert, darf dann ungestört drei Stunden saunieren und wird anschließend wieder abgeholt. Bootsführerschein? Überflüssig.

Abenteuerliche Floßfahrt über die Ostsee

Die ersten Gäste sollen am 2. November mit der Schwimmsauna in See stechen. Die Jungfernfahrt musste das Floß auf weit wilderen Gewässern als der Warnow meistern: Die Kleys haben den Sechstonner von der Werft in Potsdam über Elbe, Havel und Ostsee zu seinem neuen Heimathafen gesteuert. Eine 13-Tage-Reise, Huckleberry-Finn-Feeling inklusive. „Das war ein echtes Abenteuer“, erzählt Sandra Kley und lacht. Wind und Wellen meinten es gut: Statt Schiffbruch zu erleiden, machte die Familie – die beiden Kinder sind mit an Bord – sicher in Rostock fest.

Wohnen auf dem Wasser

Nur einen Steinwurf vom Liegeplatz entfernt liegt der Lebensmittelpunkt der Kleys – eine Dachgeschosswohnung im Petriviertel. Dass es sie einmal mit Sack und Pack auf’s Wasser ziehen könnte, schließt das Paar nicht aus. „Es ist eine Lebensabendsidee“, sagt Ronald Kley.

Jetzt soll aber erstmal die Sektflasche knallen: Am 1. November wird bei einer Feier am Ludewigbecken der „Schwitzkasten“ getauft. Ein Termin, den wohl nicht nur Sandra und Ronald Kley heiß ersehnen dürften.

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