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Rostock Auf zur Jagd: Wildschweine im Visier
Mecklenburg Rostock Auf zur Jagd: Wildschweine im Visier
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18:03 22.11.2018
Die Zeit der Drückjagden hat begonnen. Die Jäger haben es vor allem auf Schwarzkittel abgesehen, deren Bestand reduziert werden soll. Quelle: STEFAN BRUEMMER
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Sanitz

Die hohe Zeit der Gesellschaftsjagden ist eingeläutet. Pächter laden ein zu Drück- und Ansitzjagden. „In dieser Zeit wird das Gros der jährlichen Jagdstrecke erlegt“, sagt Gerhard Kusch, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rostock/Hansestadt Rostock. Vor allem der Wildschweinbestand soll weiter reduziert werden, denn die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat inzwischen Belgien erreicht. Damit ist die hochansteckende Tierseuche nur noch etwa 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Schwarzkittel gelten als potenzielle Überträger der für Schweine tödlichen Pest. Es wird befürchtet, dass das Virus in die Nutztierställe gelangen könnte.

Deshalb hatte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) schon Ende 2017 ein Schwarzwildprogramm zur ASP-Prävention aufgelegt. Der überproportionale Wildschweinbestand im Land soll reduziert werden. „Wir haben im Jahr Zuwachsraten von 300 bis 350 Prozent bei Schwarzwild“, bestätigt Kreisverbandschef Kusch. In den riesigen Raps- und Maisschlägen könnten sich die Tiere von Juni bis Oktober ungestört entwickeln. „Eine Bejagung ist da nicht möglich“, betont Kusch.

Schwerin hatte an die Jäger appelliert, mehr Wildschweine zur Strecke zu bringen. Für jedes erlegte Tier wurden auf Antrag sogar Aufwandsentschädigungen von je 25 Euro gezahlt, die sogenannte Pürzel-Prämie. Vom 1. Dezember 2017 bis zum 16. November 2018 wurden für 42 539 Abschüsse etwa 1,06 Millionen Euro gewährt. „Dazu sind beim Land 8496 Anträge eingegangen“, teilt Ministeriumssprecherin Eva Klaußner-Ziebarth mit. Insgesamt hat die Jägerschaft landesweit im Jagdjahr 2017/18 (immer vom 1. April bis 31. März) fast 86 000 Wildschweine zur Strecke gebracht. Im Jagdjahr zuvor waren es rund 60 700.

Nun hat das Land die Fortsetzung des Programmes beschlossen. Die Pürzel-Prämie wird noch weiter bis zum 31. März 2019 gezahlt. Außerdem gibt es bei revierübergreifenden Drückjagden rückwirkend vom 1. Oktober bis zum 31. Januar 2019 Aufwandsentschädigungen für Jagdhundeinsätze, 35 Euro für jeden eingesetzten Hund. „Ohne den Einsatz leistungsgeprüfter Jagdhunde lassen sich Wildschweine nicht effektiv bejagen“, erklärt Backhaus. In der Drückjagdsaison 2017/18 hat das Land auf 617 Anträge reagiert und für 1430 Jagdhundeeinsätze 35 770 Euro ausgereicht.

Die nächsten zwei Drückjagden in der Rostocker Heide sind in einer Woche angesetzt, wie Forstamtsleiter Jörg Harmuth mitteilt. Bislang wurden in der Heide 249 Schwarzkittel geschossen, „im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 297“. Die Abschussprämie werde einmal im Jahr an die Jäger weitergereicht.

Der Kreisjagdverband Rostock/Hansestadt Rostock zählt 650 Mitglieder. „Wir sind im Schnitt über 50 Jahre alt“, bemerkt Verbandschef Kusch (68). Es werde dringend Nachwuchs gesucht. Wurden in der Vergangenheit jährlich zehn bis 15 junge Leute an 14 Wochenenden an der Kreisjagdschule in Sanitz ausgebildet, habe es in diesem Jahr keinen Lehrgang gegeben. „Das muss sich 2019 wieder ändern“, sagt Kusch.

Junge Jäger könnten erst nach drei Jahren eine Pacht übernehmen, zuvor aber mit Begehscheinen die Reviere kennenlernen. „Der Verband hat ein großes Interesse daran, dass einheimische Jäger die Pachtbezirke bewirtschaften, regelmäßig jagen und den Bestand regulieren, auch vor Ort sind, um beispielsweise Unfallwild zu beräumen“, erklärt Kusch. Zunehmend beobachte er, dass „Neubesitzer“ aus der Jagd ein Geschäft machen, Trophäenträger, also zum Beispiel einen Hirsch für 10 000 Euro an Jagdgäste verkaufen. Hier würden dann auch hohe Jagdpachten verlangt, die Jungjäger nicht zahlen könnten. „Als Kreisverband appellieren wir an unsere Jäger, Jagdschüler frühzeitig im Hegering einzubeziehen, als Paten zu wirken und die jungen mit zur Jagd zu nehmen, damit sie praktisch lernen.“

Doris Deutsch

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