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Rostock Aufstand in der Südstadt: Bürger stemmen sich gegen Baupläne
Mecklenburg Rostock Aufstand in der Südstadt: Bürger stemmen sich gegen Baupläne
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06:27 08.09.2014
Aufstand in der Südstadt: Die Aktivisten der BI „Südstadt lebenswert erhalten“ wollen mit Plakaten verhindern, dass Bäume gefällt und alte Häuser abgerissen werden. Quelle: Kay Steinke
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Rostock

Die Bürger der Rostocker Südstadt leben in Angst: Sie sehen ihren „grünen Lebensraum“ um Berghotel und Südstadt-Center durch die Pläne der Stadtentwickler bedroht. Mit Wut im Bauch bereiten sich nun die Aktivisten der BürgerinitiativeSüdstadt lebenswert erhalten“ auf öffentliche Auftritte vor: Das Fällen von Hunderten Bäumen, die Vernichtung der Parks und das Bauen von drei neuen 13-Geschossern sollen durch eigene Bürgerwerkstätten, Plakate, Info-Stände und Reden noch verhindert werden. Die Aktionen sollen beim Stadtteilfest am 13. September starten.

„Das 150-seitige Fachgutachten der Hansestadt ist absolut unbrauchbar“, sagt Helmut Laun, Sprecher der Bürgerinitiative. „Es bezieht sich nur auf einen Teil der Südstadt. Ein falsches Analyse-Gebiet kann aber keine Grundlage sein, um etwas zu verbessern.“

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Gerade die Verdichtung der Wohngebiete an Nobelstraße, Ziolkowskistraße und Kringelgrabenpark seien fatal für die Lebensqualität. „Was mit der Südstadt passiert, hat nichts mit Demokratie zu tun“, sagt der 69-Jährige. „Deswegen haben wir die Bürgerwerkstätten selbst ins Leben gerufen. Ortsbeirat und Planer werden später dazugeholt.“

Auch Heidemarie Kroll unterstützt die Initiative. Die 66-Jährige wuchs in der Südstadt auf und hofft, dass auf dem Stadtteilfest noch mehr Unterstützer gefunden werden können. 3000 hätten eine Unterschriftensammlung bereits unterzeichnet. „Der Stadt geht es nur ums Geld“, sagt Kroll, „nicht um das Wohl der Bürger".

Das Engagement der Südstädter wurde in der Stadtverwaltung registriert. „Wir begrüßen die Ideen der Bürger“, sagt Sprecher Ulrich Kunze. „In Rostock erwarten wir künftig überall solche Debatten. Die Hansestadt befindet sich im Aufwind. Immer mehr Menschen suchen bei uns eine Wohnung. Auch die Südstädter werden Kompromisse eingehen müssen.“



Kay Steinke