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Rostock Aus privaten Gründen: Rostocks Kleingarten-Chef zieht sich zurück
Mecklenburg Rostock Aus privaten Gründen: Rostocks Kleingarten-Chef zieht sich zurück
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18:20 01.05.2019
Christian Seifert (52) ist seit dreieinhalb Jahren Vorsitzender des Verbandes der Rostocker Gartenfreunde. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Paukenschlag bei Rostocks Gartenfreunden: Der Vorsitzende des Dachverbandes aller Kleingärtner in der Hansestadt, Christian Seifert, lässt sein Amt bis November ruhen. Grund sind schwere, private Gründe, wie der 52-Jährige auf OZ-Nachfrage mitteilt. „Ich muss mich jetzt um meine Familie, Haus und Hof kümmern“, sagt Seifert.

Seinen hauptamtlichen Job beim Verband als Verantwortlicher für Bauangelegenheiten hat Seifert sogar komplett aufgegeben. Wie die Gartenfreunde auf einer erweiterten Vorstandssitzung am Montag mitteilten, wurde das Angestelltenverhältnis im Einvernehmen zum 30. April beendet. Die Stelle soll nun zeitnah ausgeschrieben werden. In der Übergangszeit wird sie durch einen Ehrenamtler besetzt.

Einfachere Kommunikation übers Internet

Susann May (44) ist neue Geschäftsführerin des Verbands der Gartenfreunde in der Hansestadt Rostock. Quelle: Ove Arscholl

Darüber hinaus ist Susann May auf der Sitzung als neue Geschäftsführerin der Gartenfreunde vorgestellt worden. Die 44-Jährige ist bereits ehrenamtlich im Vorstand des Verbandes tätig: Sie ist zweite Stellvertreterin des Vorsitzenden und Finanz- und Vermögensverwalterin. Die gebürtige Rostockerin kommt aus der KleingartenanlageUnkel Bräsig“. Beruflich hat die Industriefachwirtin unter anderem als Unternehmensberaterin gearbeitet und war zuletzt selbstständig als finanztechnische Analystin und Web-Designerin tätig.

Für ihre neue Aufgabe hat sich May einiges vorgenommen: „Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Geschäftsstelle werden wir eine technische und kommunikative Basis schaffen, um die Verwaltungsaufgaben effektiv, strukturiert und zeitnah bearbeiten zu können.“ Seinen Internetauftritt koordiniert der Verband zukünftig selbst. Hier soll nicht nur die Kommunikation zwischen Verband und Vereinen vereinfacht werden, sondern auch zu Pächtern und Kleingarten-Interessierten. „Nach wie vor steht auch der Bau des neuen Verbandshauses für uns im Fokus“, sagt May.

Seifert lobt neue Geschäftsführerin

Seifert ist von der neuen Geschäftsführerin überzeugt: „Mit Frau May haben wir einen sehr guten Griff gemacht. Dadurch fällt es mir auch sehr viel leichter, mich zurückzuziehen. Vorstand und Verband sind voll handlungsfähig.“ Seifert ist seit vier Jahren bei den Gartenfreunden aktiv. Inzwischen spüre er einen gewissen Verschleiß. „Ich habe mich in den vergangenen Jahren ziemlich aufgerieben. Es war alles ein wenig zu heftig und zu viel.“ Tagsüber die Arbeit auf der Geschäftsstelle, abends dann die Tätigkeit als Vorsitzender im Ehrenamt – damit ist nun Schluss. „Ich bin weiter involviert, werde aber ruhiger machen“, sagt er.

Dachverband von 152 Vereinen

Der Verband der Gartenfreunde Rostock ist die Dachorganisation von 152 Kleingarten-Vereinen mit insgesamt 15 000 Parzellen auf rund 648 Hektar Gartenland. Nach Angaben des Verbandes bewirtschaften und pflegen rund 40 000 Rostocker städtisches Grün.

Zum Vorstand des Verbandes gehören sieben ehrenamtliche, gewählte Mitglieder. In der Geschäftsstelle in der Viergewerkerstraße sind sechs hauptamtliche Mitarbeiter tätig.

Seifert war zuletzt umstritten. Einige Kleingärtner kritisierten seine Art bei Bauabnahmen, auch stieß die Neu-Ausrichtung des Verbandes teilweise auf Widerstand. „Es gibt zwei, drei Leute, die ein Problem mit mir haben, weil ich ihnen die Leviten lesen musste. Aber sie haben mit ihren Tätigkeiten die Gemeinnützigkeit ihrer Vereine gefährdet.“ Das Kleingartenwesen befinde sich im Wandel, so Seifert. „Es ist wichtig, dass wir aufwachen und erkennen, dass es nicht mehr so ist wie vor 25 Jahren.“

Delegierte wählen im November neuen Vorstand

Rostock boomt und der Wohnungsbau schreitet voran – auch auf Kosten der Kleingärtner, sagt Seifert. Hier sei strategisches Geschick gefragt, um möglichst viele Anlagen zu erhalten. „Wir haben dabei viel erreicht“, betont Seifert. Er verweist beispielhaft auf den Erhalt der Parzellen der Kleingartenanlage Satower Straße. „Diese sollte ursprünglich gänzlich geschlossen werden.“ Auch im Zuge der Buga-Planungen sei für die Kleingartenanlage Fährhufe in Gehlsdorf viel getan worden. „Wir müssen hier nur die Parzellen aufgeben, die wir nicht mehr wollen“, sagt Seifert.

Ob die Kleingärtner den unter Seifert eingeschlagenen Weg fortsetzen wollen, entscheidet sich im November: Dann wählen die Delegierten der 152 Rostocker Kleingartenanlagen einen neuen Verbandsvorstand.

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