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Rostock Ausgebremst am Nadelöhr Kavelstorf
Mecklenburg Rostock Ausgebremst am Nadelöhr Kavelstorf
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00:00 28.01.2017
Durch die enge Kurve manövriert der Lkw-Fahrer sein Fahrzeug an der Behelfsausfahrt Kavelstorf auf die A 19 und geht dabei über die Beschleunigungspur hinaus auf die Hauptfahrbahn. Eine gefährliche Situation, beklagen Spediteure. Quelle: Foto: Ove Arscholl, Doris Kesselring (2), Mathias Otto
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Kavelstorf

Hunderte Laster quälen sich täglich von Kavelstorf auf die Autobahn A 19. Die Ausfahrt ist äußerst eng, die Beschleunigungsspur nur sehr kurz. „Die Fahrzeuge müssen anhalten und dann in einer Lücke direkt auf die Hauptspur auffahren“, berichtet Thomas Schlesinger. Der Spediteur aus Satow hat insgesamt fünf Sattelzüge auf der Straße und fährt täglich den Getränkegroßhandel Kavelstorfer Dienstleistungs- und Service GmbH (KaDiSe) an, um palettenweise Bier ins Land zu transportieren. „Die Auf- und Abfahrt ist gefährlich, ein Wunder, das noch nichts passiert ist“, so Schlesinger.

Firmen klagen über Behelfsausfahrt an A 19 / Ministerium sieht erst langfristig eine Verkehrslösung

Behelfsausfahrt, das sagt doch schon alles“, stimmt KaDiSe-Chef Fred Grohs zu. Er hat zu Spitzenzeiten jeden Tag 70 bis 80 LKW auf dem Hof, die Ware bringen und holen und das Nadelöhr an der A 19 passieren müssen. Die Fahrer hätten mit dem großen Wendekreis ihrer Fahrzeuge zu tun, nicht die Leitplanken zu touchieren. „Im Sinne der Verkehrssicherheit ist eine standardmäßige Auf- und Abfahrt an der Autobahn in Kavelstorf dringend notwendig“, betont Grohs.

Mehr als 80 Firmen haben sich links und rechts der Autobahn in den Gewerbegebieten Kavelstorf-Ost und -West auf insgesamt rund 100 Hektar niedergelassen. „Tendenz steigend“, bemerkt Dummerstorfs Bürgermeister Axel Wiechmann. Nicht nur, dass die ansässigen Firmen sich vergrößern, die Gemeinde will zudem ein weiteres großes Gewerbegebiet mit mindestens 100 Hektar zwischen der A 20 und Dummerstorf erschließen. Die erste große Ansiedlung wäre ein Zentrallager des Lebensmitteldiscounters Norma, weitere Logistiker haben Interesse. „Und die werden nicht alle nur auf die A 20 auffahren, sondern auch die Kavelstorfer A 19-Ausfahrt nehmen wollen“, so Wiechmann.

Ihm sei schon im Jahre 2011 vom damaligen Landesverkehrsminister das Ende der Behelfsausfahrt versprochen worden. „Zwei Jahre später sollte eine vernünftige Autobahnauf- und -abfahrt fertig sein“, erinnert sich der Bürgermeister an den Besuch aus Schwerin.

Auch Hans-Ulrich Leesch, Speditionsleiter bei Hometrans, hat noch Zeichnungen vor Augen, die das Verkehrsproblem lösen sollten. „Das ist ein hornaltes Projekt“, sagt Leesch, „und eine vernünftige Ausfahrt ist längst überfällig.“ Der Verkehr von und nach Kavelstorf über die A 19 sei enorm. Allein die Spedition Hometrans, als Warenverteiler mit großem Lager, habe täglich etwa 70 Lastzüge im Eingang und genauso viele im Ausgang. Leesch geht die Nachbarunternehmen durch. Ob Straßenmeisterei, LKW-Wäsche, Baumaschinenverleih, Holzhandel – „alle haben ein hohes Verkehrsaufkommen“, sagt er.

Ebenso die Firmen auf der anderen Autobahnseite – von Alba über Betonwerk bis Kalksandstein GmbH. „Es wäre für alle Anlieger in den Gewerbegebieten wichtig, wenn hier endlich eine sichere Verkehrslösung geschaffen würde“, erklärt Leesch.

Er beklagt zudem die schlechte Straßenkurve ins Gewerbegebiet West, eine Gemeindeangelegenheit. „Wir haben 2016 die Verschwenkung aufgefrischt“, reagiert Bürgermeister Wiechmann, räumt aber ein:

„Seit zehn, 15 Jahren wird das Straßenprovisorium dort immer nur ertüchtigt, weil wir nicht wissen, was mit der Auffahrt wird, wo wir unsere Straße anschließen können.“ Die Situation sei verfahren.

Schwerin müsse reagieren, so Wiechmann. „Denn inzwischen ist es nicht mehr fünf vor, sondern zehn nach zwölf.“

Und es wird noch später werden, denn das zuständige Ministerium in Schwerin teilt auf Anfrage mit: Ein Umbau der jetzigen Behelfszufahrt Kavelstorf ist nach derzeitigem Stand mittel- bis langfristig zu erwarten – frühestens in fünf bis zehn Jahren. Es seien Vorplanungen nötig und das anschließende Planfeststellungsverfahren werde auch Zeit in Anspruch nehmen, so Sprecherin Karen Reinschmidt-Schilling. „Die aktuelle Situation vor Ort ist nicht für jedermann zufriedenstellend. Dessen ist man sich im Ministerium bewusst“, sagt die Sprecherin. Die finanziellen Mittel seien jedoch für andere Maßnahmen benötigt worden. Im Fokus standen Arbeiten auf zwei Bauabschnitten der A 14 sowie an der Petersdorfer Brücke.

124 Kilometer A 19

Die Bundesautobahn 19 verbindet Rostock mit der Autobahn A 24 bei Wittstock/Dosse. Die gesamte A 19 ist Teilstück der Europastraße 55 und 124 Kilometer lang. In den 1960er Jahren wurde zunächst ein einbahniger Autobahnabschnitt zwischen Überseehafen und Rostock-Ost errichtet, die zweite Fahrbahn wurde 1973 gebaut. Ab 1973 wurde dann Jahr für Jahr in Richtung Berlin weitergebaut. Das letzte Teilstück der Autobahn Berlin-Rostock wurde 1978 dem Verkehr übergeben

Doris Kesselring

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