Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Autos raus aus der Innenstadt: Grüne fordern die Verkehrswende
Mecklenburg Rostock Autos raus aus der Innenstadt: Grüne fordern die Verkehrswende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:30 25.02.2019
Einen Parkplatz in der Rostocker Altstadt zu finden, ist mit viel Glück verbunden. Quelle: Ove Arscholl
Anzeige
Rostock

Beim Klimaschutz verfehlt die Hansestadt ihre selbst gesteckten Ziele. Vor allem in der Verkehrspolitik herrscht praktisch Stillstand, kritisieren die Grünen. „Noch immer hat das Auto großen Vorrang“, sagt Fraktionsvize Andrea Krönert. Das müsse sich deutlich verändern, wenn die Stadt den Klimawandel ernst nehmen wolle. Autos raus aus der Innenstadt, dafür mehr Car-Sharing, Radwege, öffentlicher Nahverkehr und Pendlerparkplätze am Stadtrand. Das schlägt die Ökopartei vor.

Laut dem neuen Nachhaltigkeitsbericht der Stadtverwaltung tritt Rostock in vielen Bereichen auf der Stelle. Die Vorgabe, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern, erscheint mittlerweile unerreichbar. Derzeit beträgt der Anteil fünf Prozent. Nicht viel anders ist die Situation beim Radwegebau. Seit 2008 entstanden 32 Kilometer Straße, aber nur sechs Kilometer an Radwegen. Die Zahl der in Rostock zugelassenen Autos steigt nach Jahren des Rückgangs wieder an – von 73 000 Pkw im Jahr 2008 um 82 000, der Anteil der Autobesitzer stieg von 42 auf 46 Prozent. Keinen Zuwachs gibt es dagegen bei den Fahrgastzahlen der RSAG.

Höhere Parkgebühren in der Innenstadt

„Ich fahre gern Auto“, sagt Andrea Krönert. Allerdings eher jenseits der Ortsausgangsschilder. Für die Innenstadt müsse dringend ein Kurswechsel her. Deutlich höhere Parkgebühren sollen ihrer Meinung nach Anreize schaffen, nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren – oder als Innenstadtbewohner auf den eigenen Wagen zu verzichten. Fehlende Alternativen, wie Rad und Bahn, müssten mehr ausgebaut werden. Der wachsende Verkehr überfordere die Stadt. Altstadt und KTV stammten noch aus einer Zeit, in der es keine Autos gab, erklärt die Politikerin. Es sei einfach nicht machbar, dass jeder Anwohner seinen Wagen jederzeit möglichst nah vor der Haustür abstellen kann. Krönert wirft der CDU sowie der Industrie- und Handelskammer vor, stets einen „Aufschrei“ zu inszenieren, sobald die Vorherrschaft der Autos im Stadtverkehr hinterfragt werde.

Linke-Fraktionschefin Eva-Maria Kröger ist sich mit Krönert einig, dass die RSAG mehr Geld bekommen muss. Das Defizit des Verkehrsunternehmens wird bislang noch mit dem Überschuss der Stadtwerke ausgeglichen. Künftig reiche das nicht mehr aus, die Stadt muss Geld aus ihrem Haushalt zuschießen, fordert Kröger, um Busse und Bahnen attraktiver zu machen.

CDU: Grüne verspielen Glaubwürdigkeit

Hier hören die Gemeinsamkeiten schon auf. „Vielleicht sollten die Grünen mal ihren eigenen Umweltsenator Holger Matthäus fragen, woran es liegt“, sagt Kröger zur grünen Kritik am schwächelnden Klimaschutz. Statt viel Geld für eine „Luxusgartenausstellung im Stadthafen“, gemeint ist die Buga 2025, locker zu machen, müsste endlich der Investitionsstau angegangen werden. Marode Kitas, Schulen, Straßen und Gehwege reparierten sich schließlich nicht von allein, so die Linke.

„In keiner Weise nachvollziehbar“ ist für CDU-Fraktionschef Daniel Peters die Schelte an den Ergebnissen des Nachhaltigkeitsberichts: „Rostock ist eine wachsende Stadt. Das ist nun einmal mit einer Zunahme von Menschen und Verkehr verbunden.“ Mit ihrer Unterstützung für den Bau einer Klärschlamm-Anlage in der Innenstadt hätten die Grünen zudem viel Glaubwürdigkeit verloren. Die Stadt verzichte auf die Möglichkeit, ein Phosphor-Recycling einzurichten, was alles andere als nachhaltig sei.

Gerald Kleine Wördemann

Die Opernsänger des Volkstheaters Rostock haben am Sonntag Einblicke in ihre Kunst gewährt. Mehr als 320 Besucher kamen ins Große Haus.

24.02.2019

„Auf ins Blaue“: Rostock hat ein neues Restaurant. Der „Blaue Esel“ in der Innenstadt wurde eröffnet und setzt auf regionale Produkte und Bio-Qualität.

12.08.2019

Am Samstag veranstalteten „die Macher“ den 43. IHS-Fasching. Unter dem Motto „Alles spinnt auf dem Olymp“ feierten über 1000 Besucher bis zum Morgen. Feuerspucker, Tänzer und Bands unterhielten die Gäste.

24.02.2019