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Rostock Baby am Rostocker Straßenrand ausgesetzt: Mädchen laut Obduktion erfroren
Mecklenburg Rostock Baby am Rostocker Straßenrand ausgesetzt: Mädchen laut Obduktion erfroren
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15:42 06.08.2019
Blumen, Kerzen und Plüschtiere stehen an einer Stelle am Straßenrand im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen, wo am Nachmittag des 25. Mai 2019 ein unbekleideter toter Säugling gefunden wurde. (Archivfoto) Quelle: Bernd Wüstneck / dpa
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Rostock

Der Tod eines neugeborenen Mädchens in Rostock – er wird möglicherweise nie gesühnt werden: Knapp zehn Wochen, nachdem eine 26 Jahre alte Rostockerin ihr Baby kurz nach der Geburt am Straßenrand der Mecklenburger Allee ausgesetzt hat, ist immer noch unklar, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird. „Wir können noch nicht sagen, ob die Frau zur Tatzeit überhaupt schuldfähig war“, so Staatsanwältin Maureen Wiechmann auf OZ-Anfrage.

Geboren neben einer Tischtennisplatte

Die 26-Jährige hatte das Kind allein in der Nacht neben einer Tischtennis-Platte im Freien zur Welt gebracht. Die Schwangerschaft soll sie vor Freunden und Verwandten verschwiegen haben. Nach der Entbindung legte sie das Mädchen am Straßenrand ab. Das Baby wurde am nächsten Tag von einer Spaziergängerin tot aufgefunden.

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Bildergalerie zum Baby-Fund in Rostock-Lichtenhagen:

Eine Frau hat am Sonnabend im Stadtteil Lichtenhagen ein lebloses Baby gefunden. Die Polizei bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe und sucht Zeugen.

Entgegen erster Gerüchte soll die Frau ihr Kind aber nicht aktiv getötet haben. Staatsanwältin Wiechmann: „Das rechtsmedizinische Gutachten hat das zunächst vermutete Ersticken des Kindes nicht bestätigt. Es ist aufgrund seiner Hilflosigkeit durch das Ablegen und die Witterung wahrscheinlich erfroren.“

Psychische Probleme?

Die 26-Jährige befindet sich seit ihrer Festnahme nur einen Tag nach der Tat freiwillig in psychologischer Behandlung. „Nach hiesigem Kenntnisstand nimmt sie, wie bereits unmittelbar nach der Tat, psychologische Hilfe in Anspruch. Sie hat zugegeben, dass Kind abgelegt zu haben“, sagt Wiechmann. Und weiter: „Die Ermittlungen stehen kurz vor dem Abschluss. Es steht noch die gutachterliche Äußerung zur Frage der Schuldfähigkeit der Mutter aus. Danach ist zu entscheiden, ob sie angeklagt werden kann.“

Seit 1992 wurden in Mecklenburg-Vorpommern etwa 400 Menschen ermordet. Mehr als 90 Prozent dieser Fälle wurden aufgeklärt. Doch auch dreiste Raubüberfälle, Trickbetrugsserien und mysteriöse Skulpturen bewegten in den letzten Jahren das Land. Wir zeigen spektakuläre Kriminalfälle, die in MV für Aufsehen sorgten.

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Von Andreas Meyer