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Rostock Backhaus unterstützt die Idee für eine Markthalle in Rostock
Mecklenburg Rostock Backhaus unterstützt die Idee für eine Markthalle in Rostock
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14:57 01.09.2019
Bruno (6) durfte an einer Kunstoffkuh ausprobieren, wie es ist, zu melken. Quelle: André Horn
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Rostock

Der zweite Rostocker Bauernmarkt ist am Sonnabend ein Erfolg gewesen. Rund 6000 Gäste strömten zum Gelände der LMS Agrarberatung im Hansaviertel, wo mehr als 30 regionale Erzeuger ihre Produkte und Tiere präsentierten. „Die Aussteller waren alle total happy. Sie haben gute Umsätze gemacht“, sagt Projektkoordinatorin Monika Berlik. Schon am Vorabend kamen rund 200 Gäste zum großen Verbraucherdialog. „Wir hatten eine gute Diskussion“, sagt Geschäftsführer Berthold Majerus.

Auf dem Festplatz war einiges los: Kinder toben auf Strohballen. Oder melken eine täuschend echt wirkende Kunststoffkuh – so wie der sechsjährige Bruno aus dem Hansaviertel. „Für Kinder gibt es hier einiges zu erleben“, sagte Vater Henryk Thiele. Die Familie war schon im vergangenen Jahr dabei. „Vor allem die Tiere sind für die Kleinen interessant.“ Schafe, Ziegen und Gänse sind unter anderem zu sehen.

Rund 6000 Gäste strömten am Sonnabend zum Firmensitz der LMS Agrarberatung GmbH. Mehr als 30 Erzeuger aus der Region präsentierten hier ihre Produkte und sorgten für eine ländliche Idylle in der Stadt.

Zurück zur Regionalität

Brot, Käse und Eier hat Margarete Zimmermann gekauft. Nun kommt noch ein Brot vom Hofladen Reinstorf hinzu. „Der Bauernmarkt war schon im vergangenen Jahr wunderbar. Deshalb habe ich mich schon auf den heutigen Tag sehr gefreut“, sagt die 72-Jährige, die ebenfalls aus dem Hansaviertel kommt. Es sei schön, hier alles kompakt an einem Ort kaufen zu können. „Mir ist egal, ob es Bio ist. Wichtiger ist mir, dass ich darauf vertrauen kann, dass die Produkte auf vernünftige Weise hergestellt wurden“, betont Zimmermann.

Dass sich die Rostocker auf die Landwirte und Erzeuger im Umland verlassen können, versichert Volker Bredenkamp vom Bauernverband Bad Doberan. In seiner Eröffnungsrede fordert er, wieder zur Regionalität zurückzufinden. Auch im Sinne des Klimas. Es sei nicht gut, dass die Butter aus Irland komme oder Obst mit dem Flugzeug eingeflogen werde. „Das können wir unseren Kindern und Enkeln nicht zumuten“, betont Bredenkamp. Ospa-Vorstand Karsten Pannwitt erklärt, dass immer viel über CO2-Steuer und Ähnliches diskutiert werde. „Man kann aber viel selber tun“, so Pannwitt.

Backhaus unterstützt die Idee für eine Markthalle

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) zeigt sich begeistert von dem Besucheransturm beim Bauernmarkt, den etwa 30 LMS-Mitarbeiter erneut ehrenamtlich organisiert haben. Die Beziehung zwischen Städtern und Landwirten müsse wieder besser werden, so Backhaus. „Die Landwirtschaft steht oft in einem schlechten Ruf, aber wir sind auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen und Ressourcenschonenden Landwirtschaft. Daran wird intensiv gearbeitet.“

Backhaus verspricht, bei der Entwicklung einer Markthalle in Rostock zu helfen. „Die Zeit ist reif dafür.“ Kommunalpolitikerin Sybille Bachmann (Rostocker Bund) schweben zwei Standorte vor: Stadthafen oder Nordkante Neuer Markt. „Neben dem Angebot von regionalen und Bio-Produkten ist wichtig, für Aufenthaltsqualität und kulturelle Höhepunkte zu sorgen. Gleichzeitig muss der Standort gut frequentiert sein“, so Bachmann.

Rostocks CDU-Chef Daniel Peters sieht das genauso. „Wir brauchen ein vernünftiges Konzept und eine gute Vermarktung.“ Eine Markthalle dürfe kein weiteres Zuschussgeschäft werden. „Das Land muss sich beteiligen“, betont Peters. Der ehemalige Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke) versichert ebenfalls, die Idee zu unterstützen.

Auch die Besucher sprechen sich dafür aus. An einer Befragung zum Thema „Ist eine Markthalle für Dich interessant?“ haben rund 500 Gäste des Bauernmarktes teilgenommen. Ergebnis: Fast alle antworteten mit „Ja“.

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