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Rostock Bahn reißt Brücke ab: Warum in Rostock drei Jahre Chaos drohen
Mecklenburg Rostock Bahn reißt Brücke ab: Warum in Rostock drei Jahre Chaos drohen
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17:47 11.10.2019
Die Bahnbrücke über den Südring wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Quelle: Deutsche Bahn AG
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Rostock

Droht Rostock und dem Umland ab 2021 der Verkehrsinfarkt? Eine Großbaustelle der Deutschen Bahn AG in Rostock könnte auf Jahre zu massiven Behinderungen führen. Das jedenfalls befürchtet der Fahrgastverband Pro Bahn.

Am Rande der Rostocker Innenstadt will die Bahn die Eisenbahn-Brücke am Goetheplatz abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Mehr als drei Jahre sollen die Arbeiten dauern. Eine der wichtigsten Einfallstraßen in die Innenstadt wird dafür wochenweise gesperrt, auch bei der Rostocker Straßenbahn, der S-Bahn und im Regionalverkehr drohen Ausfälle.

Brücke ist marode

Die Brücke über den Südring ist eines der wichtigsten Eisenbahn-Bauwerke in der Hansestadt. Sämtliche Bahn-Verbindungen gen Westen und auch der komplette S-Bahn-Verkehr rollen über den fast 40 Jahre alten Beton. Doch der ist marode, sagt Rostocks Verkehrssenator Holger Matthäus (Grüne). „Seit Jahren plant die Bahn einen Neubau, nun wird es konkret. Das Unternehmen hat seine Pläne für den Bau und für die Umleitungen bekanntgegeben“, sagt Matthäus. Im Oktober 2021 will die Bahn anfangen, erst Ende 2024 sollen die Arbeiten fertig sein.

Am Rande der Innenstadt will die Bahn eine Brücke abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Quelle: Arno Zill

Autofahrer besonders betroffen

Am härtesten wird der Bau die Autofahrer treffen: „Der Südring ist eine bedeutende und hoch belastete Hauptnetzstraße in Rostock“, schreibt die Bahn selbst in ihren Unterlagen. Statt auf vier Spuren soll der Verkehr nur noch zweispurig unter der Brücke hindurchrollen können. Wochenweise muss der Südring sogar komplett gesperrt werden. Auch die Straßenbahn-Linie in die Südstadt ist betroffen, muss monatelang durch einen Bus-Verkehr ersetzt werden. Keine Angaben macht die Bahn hingegen darüber, wie sich die Arbeiten auf die S-Bahn in Rostock und die Regionalbahn nach Bad Doberan und Wismar auswirken werden.

Fallen die S-Bahnen aus?

„Mehr als 10 000 Fahrgäste sind auf der Strecke zwischen Rostock-Hauptbahnhof und Warnemünde täglich unterwegs“, erläutert Marcel Drews, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn. „Es ist die Strecke mit der höchsten Nachfrage im Nahverkehr im Land. Daher kann man diese Strecke nicht Wochen oder sogar Monate vom Bahnnetz abkoppeln.“ Er warnt davor, statt Zügen Busse einzusetzen: „Dann ist der Verkehrsinfarkt in Rostock unabwendbar.“ Pro Bahn erwarte auch Lösungen für die drohenden Probleme auf der Bahnstrecke nach Wismar.

Auch Verkehrssenator Matthäus wird deutlich: „Sollte es einen Schienenersatzverkehr mit Bus geben, darf das nur für wenige Tage eine Lösung sein. Die Einschränkungen müssen so gering wie möglich bleiben.“ Die Hansestadt will mit der Bahn über die aktuellen Planungen nochmals diskutieren. Matthäus gehe aber davon aus, dass der Zugverkehr nicht eingestellt werden muss: „Soweit ich weiß, soll erst der nördliche Teil der Brücke abgerissen werden, danach der südliche. Ein Gleis soll immer befahrbar bleiben.“

Bahn zurückhaltend

Von der Deutschen Bahn selbst gibt es bisher wenig Auskünfte zu dem Vorhaben: Sprecher Gisbert Gahler bestätigt lediglich die Planungen. Zu den Auswirkungen auf den Bahn-Verkehr und zu Baukosten sagt das Unternehmen aber noch nichts.

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