Warnemünde - Bauarbeiter am Passagierkai mit klarer Position – OZ - Ostsee-Zeitung
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Rostock Bauarbeiter am Passagierkai mit klarer Position
Mecklenburg Rostock Bauarbeiter am Passagierkai mit klarer Position
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00:00 25.04.2014
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Warnemünde

Überall wird gebaut, nicht nur in Warnemünde. Die gesamte Bau-Branche erlebt derzeit einen Boom, noch zusätzlich begünstigt durch den milden Winter. Nach vielen Nullrunden wollen jetzt auch die 14 000 Bauleute in MV mehr Geld im Portemonnaie sehen. Gestern formulierten Arbeiter der Firmen Groth, Strabag und Züblin ihre Forderungen beim Bauarbeiterfrühstück am Passagierkai in Warnemünde.

„Nach drei Verhandlungsrunden in der diesjährigen Tarifrunde haben die Arbeitgeberverbände noch kein akzeptables Angebot gemacht“, sagte IG-Bau-Branchensekretär Georg Schroer. „Wir fordern sieben Prozent mehr Einkommen, die Arbeitgeber bieten uns über drei Jahre gerechnet 1,6 Prozent.“

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Sieben Prozent klinge nach viel, räumt Georg Schroer ein. Nach vielen Nullrunden und Jahren der Zugeständnisse sei die Forderung jedoch gerechtfertigt. Zumal die Branche richtig in Fahrt sei: Allein für dieses Jahr werden Zuwächse im Auftragsvolumen von mindestens 4,2 Prozent erwartet, einige Institute hätten sogar Zuwächse von über neun Prozent angekündigt.

Erreichen will die Baugewerkschaft auch endlich den Abschluss einer Betriebsrente im Osten Deutschlands, die es im Westen bereits seit den 1950er-Jahren gibt. „Hier versuchen die Arbeitgeber, einen Keil zwischen die Kollegen in Ost und West zu treiben“, sagt Schroer. Die Betriebsrente Ost solle es nur geben, wenn alle Bauleute in Ost und West auf fast die Hälfte ihres Urlaubsgeldes verzichteten. „Ist mit uns nicht zu machen“, sagte Schroer.

Skeptisch sind die Bauleute in Sachen Mindestlohn. „Zu befürchten ist, dass Bauleute, die jetzt Tarif verdienen, entlassen und zum Mindestlohn wieder eingestellt werden“, sagt Strabag-Baumann Karsten Stender. „Mindestlohn ist Hilfsarbeiter-Lohn. Wer nur Hilfsarbeiter beschäftigt, darf keine Häuser bauen.“ Aus diesem Blick sehen die Bauleute auch die Vergabepraxis der „öffentlichen Hand“ in MV kritisch. Vorgeschrieben sei, dass Firmen Aufträge von Land und Bund nur bekommen, wenn sie „Mindestlohn“ zahlen. Schroer: „Damit wird der aktuelle Tariflohn von 16,07 Euro unterlaufen.“



kw