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Rostock Letzte Baulücke in Rostocks Altstadt: Hier entstehen 58 Eigentumswohnungen
Mecklenburg Rostock

Baulücke in Rostocker Altstadt: Hier entstehen 58 Eigentumswohnungen 

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18:00 13.02.2020
In der Großen Wasserstraße in Rostock gibt es noch immer eine Baulücke. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Fast schien es, als würde auch dieses Projekt für die letzte große Baulücke in Rostocks Altstadt scheitern: Seit der Wende hat es mehrere Eigentümer für das Grundstück neben dem Krahnstöver gegeben. Alle hatten große Pläne, aber keiner hatte Erfolg. Denkmalschützer und Kommunalpolitiker waren nun begeistert, als sie vor anderthalb Jahren die Entwürfe der Hanse-Gruppe sahen: Zehn Wohn- und Geschäftshäuser sollten entstehen – mit typischen Strukturen der östlichen Altstadt, wie roten Dächern und Putzfassaden, alles modern interpretiert.

Der Bauantrag war bereits genehmigt. Doch dann gerieten die Bauarbeiten der Hanse-Gruppe am Vögenteich ins Stocken. Aus betrieblichen Gründen gehe es dort nicht mehr weiter, hieß es zuletzt. Dann sprang Projektentwickler Fred Muhsal aus Waren an der Müritz ein. Und auch für das Vorhaben in der östlichen Altstadt ist ein neuer Investor gefunden: Unternehmer Jonas Holtz übernimmt das Projekt. Der 31-Jährige hat jüngst mit der Eröffnung der Bolzarena in Bargeshagen (Landkreis Rostock) für Aufsehen gesorgt.

Zusammenarbeit mit Stadt

So sollen die neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Großen Wasserstraße aussehen. Quelle: OCEAN-ARCHITECTS

„Wir wollen spätestens im April mit den Bauarbeiten beginnen“, sagt Holtz. Der Geschäftsführer der HK Solartec GmbH investiert seit einigen Jahren verstärkt in Immobilien: Zunächst konzentrierte er sich auf touristische Objekte und Ferienwohnungen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Inzwischen ist er auch auf dem Wohnungsmarkt in Rostock aktiv: An der Walter-Butzek-Straße in Dierkow baut er 60 Mietwohnungen. „Die Hansestadt braucht dringend Wohnungen, dabei wollen wir helfen“, sagt Holtz, der auch Alleinaktionär und Aufsichtsratschef des Stromanbieters JES.AG ist.

In der östlichen Altstadt sollen zwischen Grubenstraße und Großer Wasserstraße 58 Eigentumswohnungen, fünf Geschäfte und 50 Stellplätze in einer Tiefgarage entstehen. „Wir setzen die Pläne der Hanse-Gruppe um“, so Holtz. Das Investitionsvolumen liege bei 17 Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen in enger Abstimmung mit der Stadt erfolgen. „Wir gehen sehr gewissenhaft und in absolutem Einklang mit Denkmal- und Naturschutz vor“, so der Investor.

Schwieriger Baugrund

Der Baugrund gilt als schwierig: Denn die Brachfläche, die ein Kriegsschaden ist, hat ein großes Gefälle. Auch befindet sich unter der Erde in den alten Kellergewölben ein Europäisches Fledermaus-Quartier, so dass der Artenschutz zu beachten ist. Knapp 100 Fledermäuse sind in den Räumen gezählt worden. Der alte Keller muss daher nicht nur erhalten bleiben, es muss zusätzlich ein neuer für die Tiere gebaut werden. Nach der Fertigstellung untersuchen Experten dann fortlaufend, ob sich die Fledermäuse auch wohlfühlen.

Der Ortsbeirat sorgt sich zudem um das benachbarte Kaufmannshaus Krahnstöver. Das im 15. Jahrhundert erbaute Gebäude genießt Denkmalschutz und ist eines der letzten gotischen Giebelhäuser Rostocks. Der Ortsbeirat befürchtet Schäden durch die Gründungsarbeiten. Der Bauherr beruhigt: „Wir verwenden ein besonders sensibles HDI-Bohrverfahren und bohren so wenig wie möglich in die Substanz“, sagt Holtz. Die Sicherung des Gebäudes sei daher kein Problem.

Zwei Jahre Bauzeit

Nach der Fertigstellung sollen insgesamt rund 165 Menschen in den Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen leben. Die Bauzeit beträgt zwei Jahre. Geplant ist ein Innenhof mit Balkonen und ein nichtöffentlicher Spielplatz. Fünf Häuser stehen an der Großen Wasserstraße, fünf an der Grubenstraße. Ins Erdgeschoss kommen die Gewerbeeinheiten, darüber liegen sechs Wohnetagen. Verkauft werden die Wohnungen zu marktüblichen Preisen, wie Holtz sagt. Für ihn soll es nicht das letzte Bauvorhaben in Rostock sein: „Wir sind immer auf der Suche nach guten Projekten.“

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Von André Horn

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