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Rostock Baustart am Rosengarten: Das passiert auf Rostocks Filetgrundstück
Mecklenburg Rostock Baustart am Rosengarten: Das passiert auf Rostocks Filetgrundstück
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20:00 11.09.2019
So wird die August-Bebel-Straße in Rostock ab 2022 aussehen: Mehr als 200 Menschen sollen dann direkt am Rosengarten wohnen. Quelle: WG Schifffahrt-Hafen
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Rostock

Dieses Bauvorhaben hat Rostock schon mehrfach in Atem gehalten: 15 Jahre lang hat die Politik in der Hansestadt darüber gestritten, was auf dem letzten wirklichen Filetgrundstück in der Innenstadt – zwischen der August-Bebel-Straße und dem Rosengarten – entstehen soll. Auch um die Frage, wer dort bauen darf, gab es Ärger. Und als das alles endlich geklärt war, wurde auf dem Areal eine 250 Kilo schwere Fliegerbombe gefunden, die gesamte Innenstadt musste geräumt werden. Doch das ist nun alles Geschichte: Seit Mittwoch wird am Rosengarten offiziell gebaut. Die Wohnungsgenossenschaften Schifffahrt-Hafen und Marienehe gaben den Startschuss für ihr gemeinsames 44-Millionen-Euro-Projekt.

Wohnen im Herzen der Stadt

„Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Rostock ist ungebrochen“, sagt Roland Blank, Vorstand der WG Schifffahrt-Hafen. Mit mehr als 10 000 Wohnungen zählt die Genossenschaft schon jetzt zu den größten Vermietern in der Hansestadt. Auch bei dem Projekt am Rosengarten ist sie der „Seniorpartner“, trägt drei Viertel der Kosten und wird dementsprechend auch den größten Teil der Wohnungen ihr Eigen nennen dürfen. „Vor allem in der Innenstadt brauchen wir neue Wohnungen. Und barrierefrei müssen sie sein.“ Insgesamt bauen die beiden Partner mehr als 150 neue Wohnungen, sagt Blank. Zudem entsteht eine Tiefgarage mit fast 140 Plätzen für die Mieter und ihre Gäste.

Vorstände und Aufsichtsräte der beiden Genossenschaften sowie Vertreter aus Politik und Verbänden gaben den offiziellen Startschuss für das Bauprojekt am Rosengarten. Quelle: Dietmar Lilienthal

Dass „ausgerechnet“ die Genossenschaften das Filetgrundstück bebauen, habe auch für die Stadt einen entscheidenden Vorteil: „Die Interessen einer Genossenschaft und die einer Kommune sind oft deckungsgleich“, sagt WG Marienehe-Chef Hans-Joachim Lüdemann. Ein gemeinsamer Punkt sei es beispielsweise, für alle Bürger bezahlbares Wohnen zu ermöglich. Auch in Premium-Lagen wie am Rosengarten, im Herzen der Stadt. Bei der WG Schifffahrt-Hafen etwa liege die Durchschnittsmiete bei gerade mal 5,35 Euro je Quadratmeter. „Denn einer Genossenschaft geht es nicht allein um Gewinne“, spricht Lüdemann für sich und seine Kollegen.

Fertig bis Ende 2022

Spätestens Ende 2022 sollen die ersten „Genossen“ in die neuen Wohnungen einziehen können, sagt Schifffahrt-Hafen-Chef Blank. Insgesamt vier Gebäude-Komplexe entstehen auf der Fläche, die Entwürfe stammen vom Hamburger Büro „A-Quadrat“. Alle Wohnungen werden einen Balkon haben. Auch große Apartments mit vier Räumen – für Familien etwa – sind am Rosengarten vorgesehen.

Der Zeitplan, den sich die Genossenschaften gesetzt haben, ist sportlich: Erst vor 15 Monaten hatten sie die Fläche gekauft. „Danach musste der Wildwuchs entfernt und nach Munition gesucht werden“, erklärt Blank. Für die Bäume, die gerodet wurden, wird Ersatz angepflanzt, versichert er. Denn auch darum hatte es Aufregung gegeben. Im Ortsbeirat etwa. Rekordverdächtig sei aber die Zeit gewesen, in der das Vorhaben genehmigt wurde: „Vom Antrag bis zur Baugenehmigung hat es nur vier Monate gedauert“, sagt Blank.

Zwei kleine, aber bemerkenswerte Begebenheiten beim ersten Spatenstich am Rosengarten: Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen durfte zum ersten Mal in neuer Funktion den Spaten benutzen. „Besser als am Rosengarten kann man in Rostock kaum wohnen“, sagte er. Und: „Wir bauen wieder Keller“, sagt Lüdemann. Lange Zeit war das nicht en vogue gewesen, stattdessen wurden Abstellkammern in den Wohnungen gebaut. „Aber Keller sind viel praktischer. Vor allem in der City, in der viele Mieter vor allem mit dem Fahrrad mobil sein werden.“

Mehr Projekte in Planung

Das Projekt am Rosengarten soll aber nicht der einzige „große Wurf“ der Rostocker Genossenschaften bleiben: Sechs Wohnungsunternehmen haben sich bereits zusammengetan, wollen Wohnungen im großen Stil im neuen Baugebiet „Groter Pohl“ in der Südstadt bauen. Doch dort geht es im Gegensatz zum Rosengarten nicht voran: „Die Verhandlungen dauern an“, sagt Marienehe-Chef Lüdemann nüchtern. Sein Kollege Blank spricht von „einem weiteren Jahr Verzögerung“ auf Seiten der Stadt. „Wir warten auf ein klares Votum der Bürgerschaft zu diesem Vorhaben.“ Erst im Dezember sollen nun die Entwürfe eines städtebaulichen Wettbewerbs für das neue Quartier vorliegen, frühestens im Mai soll sich die Bürgerschaft erneut damit befassen. „Wir Genossenschaften stehen bereit.“

Auch Andreas Breitner, Direktor des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen, warb für schnellere Planungsprozesse und eine engere Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Wohnungsgesellschaften: „Wir haben zwar das ,Bündnis für Wohnen’ gemeinsam gegründet. Aber bei den Ergebnissen ist noch Luft nach oben.“ Die WG Marienehe weicht deshalb bereits ins Umland aus: In Sievershagen – direkt gegenüber des Ostseeparks – will sie noch in diesem Jahr mit dem Bau von 30 neuen Wohnungen beginnen. Vor den Toren statt in Rostock.

Von Andreas Meyer

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