Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Beachhandball: Ostseestädter nutzen Heimvorteil
Mecklenburg Rostock Beachhandball: Ostseestädter nutzen Heimvorteil
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:32 06.07.2015
Stürmender Torwart: Simon Herold fliegt durch die gegnerische Endzone und wirft aufs Tor. Quelle: Johannes Weber
Anzeige
Rostock-Warnemünde

Trainer Karl-Heinz Reuter und Spielerin Nicole Baier lagen sich in den Armen. Ein paar Meter weiter feierte die Mannschaft ausgelassen im Jubelkreis. Die Handballerinnen des Rostocker Beach Clubs (RBC) verteidigten am Sonntag ihren Titel bei den 21. Rostocker Beachhandball-Tagen am Strand von Warnemünde zum dritten Mal. Im Endspiel setzte sich der Seriensieger (insgesamt fünf Titel) diesmal gegen Torpedo Tannenkrug aus Seehausen (Sachsen-Anhalt) mit 2:0 (18:8, 12:11) durch. „Unsere Erfolgsserie ist einmalig“, betonte Reuter stolz. „Die Mädels haben sich diesen Sieg durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit verdient.“ Bei den Männern gewann der HC Mate mit vielen aktuellen und ehemaligen Spieler des HC Empor Rostock.

Reuter trainiert die Rostockerinnen seit zwölf Jahren. „Wir haben damals als Trainingsgruppe angefangen. Seit sieben Jahren gibt es den RBC als eingetragenen Verein“, sagte Baier. Für sie war das lange Wochenende am Ostseestrand eine gelungene Sache. „Ich habe Wegbegleiter aus früheren Tagen wiedergesehen. Hier trifft sich die Handball-Familie“, verdeutlichte die frühere Bundesliga-Spielerin des PSV Rostock.

Anzeige

Die Beachhandball-Tage waren in das Programm der 78. Warnemünde Woche integriert. Zwei Tage dauerte die Veranstaltung, die unterhalb des Leuchtturms ausgetragen wurde. Der Spaß stand im Vordergrund. Das Besondere bei den Spielen im tiefen Sand: Torwarttreffer sowie Feldspielertore per Kempatrick oder nach Pirouetten zählten doppelt. 32 Herren- und 27 Frauenmannschaften gingen auf acht Spielfeldern an den Start. „Bei den Damen gab es drei kurzfristige Absagen von Teams aus Köln, Lübeck und Berlin. Das hat mich ein wenig geärgert“, klagte Organisator Eckard Pedde.

Der 55-Jährige saß mit seinem Organisationsteam auf einer überdachten Plattform mit bester Sicht auf alle Felder. Dennoch verloren die Verantwortlichen zu Beginn kurz den Überblick. Weil die Beschallungsanlage nicht funktionierte, gab es Abstimmungsprobleme zwischen Turnierleitung und Teilnehmern. „Es wurden sogar Spiele ausgetragen, die gar nicht geplant waren“, schilderte Pedde. Doch nach den anfänglichen Problemen lief die Veranstaltung, trotz eines zwischenzeitlichen Software-Ausfalls nach der Vorrunde, ohne Komplikationen weiter.

Die brütende Hitze in der prallen Sonne mit Temperaturen über 30 Grad an beiden Tagen stoppte den Ehrgeiz der Beachhandballer nicht. „Das war zwar schon grenzwertig, aber der Spaß hat das wettgemacht“, sagte Zweitliga-Handballer René Gruszka vom HC Empor Rostock. Der 24-Jährige feierte mit dem HC Mate im Finale gegen den SV 63 Allstars den Turniersieg bei den Männern. In zwei Durchgängen gewann das Team, das mit weiteren aktuellen und ehemaligen HCE-Akteuren gespickt war, mit 2:0 (13:9, 13:9).

„Dieser Triumph ist das i-Tüpfelchen auf ein tolles Wochenende. Ich habe mit vielen Kumpels zusammengespielt, die ich ansonsten nicht so oft sehe“, freute sich Gruszka. Vor vier Jahren hatte er mit Freunden zusammen das Freizeitteam HC Mate gegründet. „Der Name ist in Anlehnung an ein beliebtes Clubgetränk entstanden“, erinnert sich der gebürtige Rostocker.

Die Männer von Finalgegner SV 63 Allstars aus Brandenburg waren trotz der Niederlage nicht enttäuscht. Sie nahmen erst mal ein Bad in der Ostsee. „Wir sind angereist, um zu feiern. Dass am Ende der zweite Platz herausspringt, ist super“, resümierte SV-Akteur Tommy Fengler. Der 24-Jährige genoss die Zeit an der Küste. „Es war ein geiles Turnier“, meinte Fengler, der allerdings beim nächsten Mal auf mehr Verpflegungsstände hofft.



Johannes Weber