Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Rostocker Zoo: Kommt nach Darwineum und Polarium ein Afrikaneum?
Mecklenburg Rostock Rostocker Zoo: Kommt nach Darwineum und Polarium ein Afrikaneum?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 05.03.2019
Untrennbar mit dem Rostocker Zoo verbunden: Seit 1992 ist Udo Nagel Direktor, hat aber viel früher als Tierpfleger angefangen. Quelle: Claudia Labude-Gericke
Anzeige
Rostock

Darwineum und Polarium sind ein Erfolg – kommt im Rostocker Zoo deshalb bald ein Afrikaneum dazu? Direktor Udo Nagel ist überzeugt: „Alle sieben Jahren ein neues Großprojekt: Das können wir schaffen – und das müssen wir auch“, erklärt der 64-Jährige im Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG. Viele Rostocker und Besucher würden sich wünschen, dass nach dem Tod von Elefantendame Sara im Jahr 2013 endlich wieder Dickhäuter in die Hansestadt zurückkehren oder Giraffen sowie Nashörner neu dazu kommen.

„Am bisherigen Standort geht das aber nicht“, sagt Nagel. Und das nicht nur aus Platzgründen, sondern, weil es für das Gelände zwischen altem Elefantengehege und früherem Affenhaus bereits andere Pläne gibt. „Dort soll künftig die Biodiversität, also die natürliche Vielfalt, abgebildet werden“, sagt der Chef des Rostocker Zoos. Präsentiert werden dort dann diverse Amphibien und Kleinsäuger, auch wenn Nagel sich jetzt noch nicht auf die exakten Arten festlegen will.

Impressionen aus Bärenburg und Polarium

Für den Direktor sei es auch vorstellbar, dass Rostock nach Duisburg, Dresden und Leipzig der vierte deutsche Zoo wird, der Koalas beheimatet. Einen Bambus-Fresser hingegen schließt Nagel aus: „Für Pandabären müssen Verträge mit der Volksrepublik China abgeschlossen und pro Tier jährlich eine Leihgebühr von einer Million US-Dollar gezahlt werden.“ Geld, dass der Zoo, der pro Jahr mit rund vier Millionen Euro von der Stadt bezuschusst wird, nicht hat.

2020 soll Nagels Nachfolge geregelt werden

Wie es im Zoologischen Garten der Hansestadt in den kommenden zwei Jahrzehnten weitergeht, soll ein Masterplan aufzeigen, an dem noch bis Ende des Jahres gearbeitet wird. Udo Nagel wird daran zwar entscheidend mitwirken, aber die Eröffnung künftiger Meilensteine nicht mehr als Direktor, sondern als Gast erleben. Denn im kommenden Jahr, wenn das 120-jährige Zoo-Jubiläum vorbei ist, soll die Regelung seiner Nachfolge angegangen werden. „Ich halte es da mit einem Freund und Kollegen, der immer sagte: Man soll gehen, wenn die Leute sagen ,schade' und nicht, wenn es heißt ,Gott sei Dank'.“

Bereits jetzt blickt der Rostocker ganz persönlich auf mehr als 40 Jahre im Zoo der Hansestadt zurück, wo er 1976 als Tierpfleger bei den Raubkatzen begann und seit 1992 Hauptgeschäftsführer ist. Unter Nagels Federführung entstanden die Leuchtturm-Projekte Darwineum und Polarium. Beide entstanden mit finanzieller Hilfe von Stadt und Land. So kostete der im Jahr 2012 eröffnete Neubau für die Menschenaffen knapp 29 Millionen Euro. Mit rund der Hälfte, nämlich 14 Millionen Euro, schlug das seit September 2018 zugängliche Polarium zu Buche. Die dort lebenden Eisbären Sizzel, Noria und Akiak haben sich gut eingelebt und sollen bald für Nachwuchs sorgen. Das letzte Rostocker Eisbärenbaby war Fiete, der 2014 geboren wurde und mittlerweile in einem Zoo in Ungarn lebt.

Mehr zum Thema:

Tiergarten feiert JubiläumZukunftspläne: Rostocker Zoo-Chef denkt über Elefanten und Koalas nach

„Vorliebe für Kopfsalat“: So ticken die Eisbären im Rostocker Zoo

„Churchill war der King“: Am Welteisbärentag unterwegs im Rostocker Zoo

12 Anekdoten aus 120 Jahren Zoo in Rostock, die Sie noch nicht kennen

Claudia Labude-Gericke

Der Rostocker Zoo ist 120 Jahre alt – und entwirft seine Pläne für die kommenden 20 Jahre: Zoo-Chef Nagel denkt dabei laut über neue Groß-Anlagen und auch neue Tierarten nach.

05.03.2019

Mit innovativer Technik will ein Start-up aus Rostock den stationären Einzelhandel aufmischen.

04.03.2019

Der Rostocker AfD-Kreisverband meldet Demonstration mit 500 Teilnehmern an. Die Partei will gegen den in Rostock geplanten Moscheebau protestieren. 2018 hatte die AfD insgesamt neunmal in der Stadt demonstriert, mit immer weniger Teilnehmern.

04.03.2019