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Rostock Besuch beim XXL-Kreuzfahrtschiff: Blicken Sie hinter die Kulissen von MV Werften in Rostock
Mecklenburg Rostock Besuch beim XXL-Kreuzfahrtschiff: Blicken Sie hinter die Kulissen von MV Werften in Rostock
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14:04 10.10.2019
MV Werften öffnet am 13. Oktober die Türen und präsentiert stolz seine Arbeit an der „Global Dream“. Schweißer Rolf Seidemann (61) arbeitet seit 1974 in der Werft. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Es geht kreativ zu im Büro vom Stefan Sprunk: Gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen steht der Leiter Marketing und Communications von MV Werften vor einer Wand, an die verschiedene Visualisierungen angehängt sind. Viele Bildchen und Diagramme sollen dem Kommunikationsteam dabei helfen, den Tag der offenen Tür am Sonntag, dem 13. Oktober, in Warnemünde zu organisieren.

Was könnte die Besucher interessieren? Welche Route über das Werftgelände ist sinnvoll? Wo müssen Helfer stehen, um den Gästen helfen zu können? Auf all diese Fragen wollen sie eine Antwort haben.

Übernahme durch Genting war Glücksmoment

„Seit zwei Monaten planen wir diesen Tag“, erklärt Stefan Sprunk, der davon berichtet, dass die Werft bis zu drei Anfragen am Tag für Führungen erreichen. „Das ist wie das Zusammensetzen von vielen Puzzleteilen, es muss alles passen.“ Denn lange hätte man sich rar gemacht: Nach acht Jahren werden erstmals wieder Besucher auf das Gelände im Ostseebad gelassen.

In dieser Zeit sei eine Menge passiert. „Bis vor kurzem standen hier noch Offshore-Konverter-Plattformen und Serviceschiffe für Offshore-Parks in den Hallen. Der Glücksmoment war vor drei Jahren, als Genting die Werften übernahm“, erklärt der Marketingleiter. „Nun als MV Werften bauen wir Kreuzfahrtschiffe, konnten wieder in Personal und Anlagen investieren, haben eine neue Schiffbauhalle gebaut und sind mittlerweile insgesamt schon wieder 3000 Mitarbeiter plus 3000 Externe, die an diesem Bau beteiligt sind. Es läuft.“

Multimedia-Reportage:
Auf zum größten Kreuzfahrtschiff der Welt

Nun sei der ideale Zeitpunkt, die Tore des 850 000 Quadratmeter großen Areals für Besucher zu öffnen: „Das Dock ist voll, das Mittschiff der ‚Global Dream‘ weithin sichtbar – und bevor es auf Reise nach Wismar geht, besteht die Gelegenheit, etwas dichter ranzukommen“, sagt Sprunk. Er rechnet mit etwa 10 000 Besuchern, die an diesem Sonntag zwischen 12 und 17 Uhr einen Einblick in den Schiffbau in Warnemünde erhalten wollen.

MV Werften ist stolz auf ihre Arbeit

Und was sie dann sehen werden, ist beeindruckend: Bereits 220 Meter ist das erste Schiff der Global Class, das von MV Werften in Warnemünde, Wismar und Stralsund gebaut wird und nach den Passagierzahlen das größte Kreuzfahrtschiff der Welt ist, lang. 140 Segmente sind wie Legosteine zusammengesetzt worden. Weil Bug und Heck erst in Wismar dazukommen, wirkt es noch wie ein riesiges Stahl-Gebäude.

220 Meter ist die Global Dream bereits lang. 17 Decks sind bereits auch in die Höhe gewachsen. Quelle: Frank Söllner

Bis zu 2000 Mitarbeiter arbeiten am Schiff

Kreuzfahrtschiffe der Superlative

Derzeit werden an den drei Standorten von MV Werften in Warnemünde, Wismar und Stralsund zwei Schiffe der Global Class gebaut – Kreuzfahrtschiffe, die nach der Anzahl der Passagiere die größten ihrer Art sind. Bis zu 9500 Gäste haben auf den 342 Meter langen und 46,4 Meter breiten Schiffen Platz.

Die „Global Dream“ wird seit März 2018 gebaut und soll 2021 an die Reederei übergeben werden. Der Brennstart für die „Global 2“ war im September. Es soll 2022 fertig sein.

Beide Schiffe fahren dieselelektrisch. In ihnen ist die neueste Abgasreinigungsanlage mit SCR-Katalysatoren verbaut. Dadurch soll 98 Prozent weniger Stickoxide produziert werden. Auch verfügen die „Global Dream“ und die „Global 2“ über sogenannte Hybrid-Scrubber-Anlagen, die Schwefelbestandteile filtern und dadurch Partikelemissionen drastisch reduzieren.

Die „Global 3“ und die „Global 4“ sollen später auch mit LNG-Antrieben ausgestattet werden. Weil es aber auf der Einsatzroute der „Global Dream“ und der „Global 2“ in Asien derzeit noch keine LNG-Tankstellen gibt, war dies bei ihnen noch nicht möglich.

Ende November wird die „Global DreamWarnemünde in Richtung Wismar verlassen,fast 1000 Kabinen sollen dann verbaut sein. Bis dahin wird an dem bereits 17 Decks hohen Schiffskorpus weitergearbeitet. Hammerschläge und kreischende Sägen sind in der Halle 11 zu hören, Funken sprühen und tauchen die Sektionen in blaues Licht. „Zu Spitzenzeiten arbeiten 2000 Mitarbeiter an dem Schiff“, erklärt der Experte. „Aus Sicherheitsgründen werden die Besucher am Tag der offenen Tür nicht an Bord gehen. Aber es geht ganz nah ran und wir gewähren einen Blick in die 400 Meter lange Schiffbauhalle“, betont Stefan Sprunk.

In der 400 Meter langen Werfthalle 11 werden die 140 Segmente zusammengesetzt. Quelle: Frank Söllner

MV Werften ist stolz auf ihre Arbeit

Die Schiffe der Global Class zu bauen – für das Schwesterschiff war der Brennstart im September – ist auch für MV Werften eine Herausforderung. „Es sind unsere ersten Kreuzfahrtschiffe und allein die Größe macht die Arbeit komplizierter als bei anderen Projekten“, erklärt Sprunk. 500 Seminare seien für die Mitarbeiter angeboten worden, um die Aufgabe zu stemmen. „Sie sind deshalb auch stolz, ihre Arbeit nun präsentieren zu können.“

Anreise und Parken

Rostocker sollten mit der S-Bahn kommen. Die fährt mit der maximalen Anzahl an Waggons im 15-Minuten-Takt zur Werft. Warnemünder sollten einen Spaziergang planen oder mit dem Rad kommen und es vor dem Werfttor anschließen.

Besucher, die per Auto anreisen, werden durch ein Verkehrsleitsystem auf die öffentlichen Parkplätze Warnemündes geführt. Aber auch hier empfiehlt es sich, an den S-Bahn-Stationen noch vor Warnemünde-Werft zu parken, um das letzte Stück mit dem Zug zu fahren.

Bei MV Werften angekommen, sollte man gut zu Fuß sein: Der Werft-Rundkurs ist eine knapp zwei Kilometer lange Einbahnstraße. Große Taschen und Rucksäcke sind nicht empfehlenswert. „Wahlweise behalten wir uns vor, auch in die ein oder andere Tasche zu schauen“, teilen die Veranstalter mit. Hunde dürfen nicht mit aufs Gelände.

Wie stolz sie sind, beweist der Einsatz zum Tag der offenen Tür: 40 Werftarbeiter haben sich freiwillig gemeldet, um für die Besucher als Ansprechpartner da zu sein und um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus wird der Weg zwischen den Anlagen, Hallen, dem Schiff und dem Bockkran von mehr als 30 großen Bannern mit Informationen zur Werft, zu den Schiffen und Impressionen der vergangenen Jahre eingerahmt sein. Am Ende des Rundgangs erwartet die Besucher eine Festmeile mit Bühnen-Talk, Live-Übertragungen und Musik sowie zahlreichen Aktions- und Informationsständen.

Musterkabine aus Wismar zu sehen

Auf der Bühne stehen neben MV-Werften-Geschäftsführer Peter Fetten auch verschiedene Partner und Gäste sowie die Rostocker Band „Les Bummms Boys“ und der Shantychor „De Klaashahns“. Eine Musterkabine von MV Werften Fertigmodule in Wismar vermittelt einen Einblick in das Innere der Global-Class-Schiffe: In der begehbaren rund 20 Quadratmeter großen Passagier-Showkabine können die Besucher bereits heute das Kreuzfahrtfeeling von morgen erahnen.

Sicherheitsdienst zeigt seine Technik

Der Sicherheitsdienstleister der Werft, die Firma Kötter, präsentiert sich unter anderem mit Höhenrettungsvorführungen der Betriebsfeuerwehr. Als weitere Partner sind Nordmetall mit einem 20-Meter-Info-Truck, auf der sich die Ausbildungsabteilung der Werftengruppe präsentieren wird, und die Basketballer der Rostock Seawolves mit einer mobilen Basketballanlage zugegen.

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Von Ann-Christin Schneider

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