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Rostock Bewegende Gedenkfeier für ertrunkene Lina (10)
Mecklenburg Rostock Bewegende Gedenkfeier für ertrunkene Lina (10)
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20:56 13.06.2019
Zu der Gedenkstunde für das beim Baden tödlich verunglückte Mädchen aus Tessin sind am Donnerstagabend mehr als 120 Menschen an der Tessiner Kirche zusammengekommen. Quelle: Ove Arscholl
Tessin

Mit einem Glockengeläut beginnt gestern um 18 Uhr eine bewegende Gedenkstunde für das am 3. Juni im Tessiner Südsee ertrunkene Mädchen. „Wir trauern um Lina“, sagt Pastor Sebastian Gunkel, „ein zehnjähriges Mädchen aus unserer Stadt, unserer Klasse, Nachbarschaft, aus dem Freundeskreis.“ Rund 120 Tessiner – Mitschüler, Lehrer, Eltern, Freunde – haben sich vor der Kirche versammelt, um Abschied zu nehmen.

Pastor erinnert an den Badeunfall

Pastor Gunkel erinnert an den tragischen Badeunfall, an die Momente zwischen Hoffen und Bangen, nachdem die ersten Wiederbelebungsversuche gelungen waren. Doch dann am Abend die traurige Gewissheit aus dem Krankenhaus: „Lina kommt nicht mehr.“ Trauer, Wut, Schmerz erfülle die Stadt. Dinge blieben offen, Fragen unbeantwortet. Doch in dieser gemeinsamen Stunde könnten die Tessiner zusammenfinden, Emotionen teilen.

„Wir sind hier, um dem Unfassbaren, der großen Leere, dem Schicksal, all unseren Tränen, vor allem unserer Trauer einen Platz zu schenken“, sagt Bürgermeisterin Susanne Dräger. Zehn Tage der Starre lägen hinter den Menschen der Stadt, „Tage, in denen man immer dachte, alles wäre nur ein Albtraum“.

Am 3. Juni, nur zwei Tage nach Eröffnung der Badesaison im Südsees, ist die Viertklässlerin im Naturbad ertrunken. Badeaufsicht, Badegäste, Rettungskräfte haben versucht, das Mädchen zurückzuholen. „Wir haben unser Möglichstes getan, die Rettungskette hat gut funktioniert“, hatte die Bürgermeisterin einen Tag nach dem tragischen Unglück erklärt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu den Todesumständen.

„Lina hat uns hier zusammengebracht“

Gestern gab es keinen Raum für Schuldzuweisungen. Die Tessiner zeigen ihre Trauer, lassen Tränen rinnen und halten einen Moment inne. Jeder finde seinen Weg, mit dem Unglück umzugehen. „Eure Freundin, eure Mitschülerin Lina ist gestorben“, sagt Susanne Dräger, „aber sie hat uns hier zusammengebracht, um zu verstehen, was passiert ist.“ Der tragische Tod des Mädchens führe allen wieder vor Augen, welch ein Geschenk das Leben ist und wie dankbar jeder dafür sein kann. Es sei schwer, in dieser Stunde tröstende Worte zu finden, so Dräger. Doch den Mitschülern gibt sie mit auf den Weg: „Lebt für Lina. Ein Mund darf lachen, auch wenn das Herz weint.“

Mitschüler zünden Kerzen an

Bürgermeisterin Susanne Dräger und Pastor Sebastian Gunkel zünden Kerzen für Lina in der Tessiner Kirche an. Quelle: OVE ARSCHOLL

Mit dem Titel von Herbert Grönemeyer „Halt mich“ endet die kleine Gedenkfeier auf dem Kirchenplatz. „Lina ist jetzt bei Gott, Gott sorgt für sie“, sagt Pastor Gunkel. Er lädt die Trauernden ein, in der Kirche eine Kerze für Lina anzuzünden. Vor allem die Kinder nutzen diese persönliche Geste des Abschiednehmens, sie zünden Kerzen an und legen Blumen nieder. Die Tessiner Kirche bleibt an diesem Abend offen, „als Ort des Trostes, des Gedenkens, der Erinnerung“. Stadt und Kirche haben dem Mädchen eine sehr würdige und emotionale Gedenkfeier bereitet. „Ruhe in Frieden, liebe Lina“, spricht Susanne Dräger für alle Tessiner. Mehr zum Thema: Ertrunkene Lina (10): Die schwere Frage nach der Schuld

Doris Deutsch

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