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Rostock Bienenfreunde schleudern ersten Honig des Jahres
Mecklenburg Rostock Bienenfreunde schleudern ersten Honig des Jahres
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12:16 07.06.2019
Rüdiger Vick (66) ist Hobby-Imker. Im Garten des Verbandes der Gartenfreunde erntet er den ersten Honig des Jahres. Quelle: Dana Frohbös
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Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Seit Sonntag ist Rüdiger Vick täglich damit beschäftigt, den ersten Honig des Jahres zu ernten. Doch bis die sogenannte Frühtracht aufs Brot geschmiert werden kann, ist es ein langer Weg.

„Viele Imker sagen immer, dass das Hobby mehr Spaß machen würde, wäre das Schleudern nicht“, sagt der 66-Jährige. Dabei läuft die Honigschleuder inzwischen maschinell, kurbeln muss der Hobby-Imker nicht mehr. „Aber so eine Zarge wiegt locker 25 Kilo“, sagt er.

Und von diesen Modulen, in denen die einzelnen Waben eingehängt sind, hat er einige. „Ich habe insgesamt 20 Völker“, sagt Rüdiger Vick. Die meisten davon stehen in der Gegend um Wilsen (Landkreis Rostock). Und jedes Volk besteht aus drei bis vier Zargen, die alle bewegt werden müssen. „Mir tut jeden Tag alles weh.“

Waben werden entdeckelt

Sind die Zargen zum Schleuderraum transportiert, kann es losgehen. Doch woher weiß man, wann es Zeit ist, zu ernten? „Halte ich die Wabe gegen das Licht und kann meine Hand dahinter nicht mehr sehen, ist es Zeit, sie aus dem Volk zu holen“, sagt Rüdiger Vick. Dann ist sie bis obenhin mit Honig gefüllt. „Die Bienen schwitzen Wachsplättchen aus, mit denen sie die Waben bauen“, sagt der Hobby-Imker. Ist eine Wabenzelle mit Honig gefüllt, wird sie – ebenfalls mit Wachs – verschlossen.

Der 66-Jährige legt die Wabe auf eine angewinkelte Vorrichtung und schnappt sich die Entdeckelungsgabel. Mit der linken Hand hält er die Wabe fest und mit der Gabel fährt er leicht über die Waben. Dadurch werden sie eröffnet. Das überschüssige Wachs streift er ab. Bereits bei diesem Ernteschritt beginnt der Honig aus den sechseckigen Waben zu fließen.

Im Informations-Garten dreht sich alles ums Thema Bienen. Hier können die Insekten Nektar sammeln und ihn zu Honig umwandeln. Der Imker verarbeitet ihn vor Ort weiter und füllt ihn in Gläser ab.

Wie Bienen Honig machen

Beginnt die Blütezeit, verlassen die Arbeiterinnen den Bienenstock und sammeln Pollen. Diese befestigen die Bienen mit Speichel an ihren behaarten Hinterbeinen. Mit diesen gelben Pollenhöschen sorgt sie für die Bestäubung der Pflanzen. Zudem sammeln sie zuckerhaltigen Nektar, an den sie mit ihrem Rüssel gelangt. Den Nektar sammelt die Biene aber nicht an ihren Beinen, sondern in ihrem Magen. Dort wird er zu Honig verarbeitet.

Bei Rückkehr zum Bienenstock übergibt die Arbeiterin den Pflanzensaft am Flugloch aus ihrer Honigblase an eine Kollegin. Diese übergibt ihn wiederum an die nächste. Bei diesem ständigen Weiterreichen wird dem Honig Wasser entzogen. So wird er immer dickflüssiger. „Der Honig darf nur 20 Prozent Wassergehalt haben, wenn ich ihn verkaufen will“, sagt Rüdiger Vick. Ansonsten wäre er nicht verkehrsfähig.

Anschleudern und dann Vollgas

„So, die Wabe ist nun entdeckelt und ich trage sie rüber zur Schleuder“, sagt Rüdiger Vick. Das muss schnell gehen, damit möglichst wenig des kostbaren Pflanzensaftes auf den Boden leckt. „Dann muss man darauf achten, dass oben oben bleibt.“ Denn die Drehrichtung spielt eine wichtige Rolle.

„Die Bienen haben bei ihren Waben einen gewissen Winkel eingebaut, damit der Honig nicht schon im Stock von alleine rausleckt“, sagt der Fachmann. Beim Schleudern muss dieser Winkel beachtet werden. „Sonst würde der Honig in die Wabe reingedrückt werden und nicht rausfliegen.“

Früh- und Sommertracht

Zu Beginn schleudert Rüdiger Vick die Waben nur an. „Der Honig läuft erst einmal nur von einer Seite raus.“ Dann dreht der Imker die Waben um und kann Vollgas geben. Ziemlich schnell füllt sich der Eimer, in den der Honig durch ein Sieb fließt. Anschließend kann er in Gläser gefüllt, etikettiert und verkauft werden.

„Diesen Honig nennen wir jetzt Frühtracht, weil wir nicht genau wissen, was ist da drin“, sagt der 66-Jährige. „Dann kann man nichts falsch machen.“ Hauptsächlich stammt er aber von den Linden aus dem angrenzenden Park. Die zweite Ernte erfolgt im Sommer – die Sommertracht.

Rohstoff kommt aus der Umgebung

Den Nektar sammeln die Bienen aber auch im Garten selbst. Gärtner Jörg Sedl hat für die Insekten extra einen naturnahen Blüten-Garten mit einheimischen Pflanzen angelegt – unter anderem Sauerampfer und Wiesenschaumkraut. „Honigbienen fliegen bis zu drei Kilometer, um Pollen und Nektar zu sammeln“, sagt Rüdiger Vick.

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