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Rostock „Blauer Esel“ wird neues Restaurant in Rostocker Innenstadt
Mecklenburg Rostock „Blauer Esel“ wird neues Restaurant in Rostocker Innenstadt
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17:12 27.12.2018
Öffnet im Februar die Türen für ihre Gäste: Melanie Germanotta (47) steht am Eingang zum neuen Restaurant an der Eselföterstraße. Quelle: André Wornowski
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Stadtmitte

Für Melanie Germanotta geht ein Traum in Erfüllung. „Ich hatte schon immer den Wunsch, ein Restaurant zu betreiben“, sagt die 47-Jährige. Wegen der Familie habe die zweifache Mutter ihr Anliegen zunächst hintenan gestellt. „Nun sind die Kinder aber aus dem Gröbsten heraus.“ Und mit dem „Blauen Esel“ an der Eselföterstraße 26 hat sie inzwischen auch das passende Haus gefunden. Das auffällige, denkmalgeschützte Gebäude stand zuletzt leer.

Germanotta erinnert sich noch gut: Eines Morgens im Sommer sei sie einfach aufs Fahrrad gestiegen. „Und irgendwie hat es mich dann hierher gezogen.“ Als sie das Haus in der Rostocker Innenstadt dann betrat, habe sie gedacht: „Wow, dieses Gebäude, das ist es.“ Besonders die Holzbalken-Decke mit den alten Malereien und die barocke Treppe haben sie beeindruckt.

„Auch mal verrückt sein“

Blick auf das um 1550 erbaute Haus. Quelle: André Wornowski

Zuletzt hat Germanotta bei der Rostocker Reederei Aida Cruises in der Kundenbetreuung gearbeitet. 20 Jahre lang war sie für das Unternehmen insgesamt tätig. Zuvor arbeitete die gelernte Hotelfachfrau lange im Ausland beim Touristikunternehmen Robinson Club. Mit dem Kauf des „Blauen Esels“ von Projektentwickler Harald Lochotzke beginnt für Germanotta nun ein völlig neuer Abschnitt. „Klar, das ist ein großer Schritt, aber man muss auch mal ein bisschen verrückt sein“, sagt die Rostockerin. Unterstützt wird sie von ihrem Mann, der ebenfalls bei Aida arbeitet. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, 12 und 16 Jahre alt.

Von außen ist dem Haus an der Eselföterstraße noch nicht anzusehen, was hier entstehen soll. „Auf ins Blaue“ ist auf Plakaten zu lesen, die in den Fensterscheiben hängen. Vorher hatte hier Supremesurf einen Shop und eine Surf-Schule betrieben. Nun soll das Gebäude als familiäres Restaurant mit saisonal wechselnden Gerichten genutzt werden. Die Eröffnung ist für Mitte Februar geplant. „Wir wollen keine Systemgastronomie anbieten, die in der Innenstadt schon so stark vertreten ist“, betont Germanotta. Sie setze auf regionale Produkte von regionalen Anbietern.

Mix aus antiken und modernen Möbeln

Der Eingangsbereich des Hauses ist sehr offen und großzügig angelegt. Quelle: André Wornowski

Es soll Frühstück, einen Mittagstisch, einen Café-Betrieb und abends eine feinere Speisekarte geben. „Wir sind überzeugt, dass Rostock das hier braucht“, sagt die neue Geschäftsführerin. Sie will auch Menschen ansprechen, die in der Stadt arbeiten. Einen Kaffee zum Mitnehmen soll es aber nicht geben. „Wir wollen eher in die Richtung Kaffeehaus-Kultur gehen“, sagt Germanotta. Es gehe um Ruhe und Zeit.

Neben dem kulinarischen Angebot soll auch das Ambiente selbst Gäste locken. Schon beim Tag des offenen Denkmals im September seien fast 1000 Besucher in das historische Gebäude geströmt, berichtet Germanotta. Für die Innenausstattung schwebt ihr ein Mix aus antiken und modernen Möbel vor. Auch soll ein altes Klavier aufgestellt werden, an dem Studenten der Hochschule für Musik und Theater ihr Können präsentieren dürfen.

Positive Resonanz im Ortsbeirat

Im zweiten Obergeschoss gibt es eine Lounge, einen Bereich für Familienfeiern und ein Separee für Firmen-Treffen. Die Geschäftsführerin ist zudem mit einem Rostocker Künstler Gespräch, der seine Werke ausstellen soll. Eine weitere Idee ist ein Mode-Dinner.

Die Holzbalken-Decke ist mit den alten Malereien ein Hingucker. Quelle: André Wornowski

Im Ortsbeirat Stadtmitte hat Germanotta mit ihren Plänen für Begeisterung gesorgt. „Wir freuen uns, dass eines der ältesten Rostocker Stadthäuser wiederbelebt wird und nicht leersteht“, sagt Ortsbeiratschef Andreas Herzog (SPD). Auch dass das Restaurant auf regionale Zutaten setze, komme gut an. Rostocks Stadtkonservator Peter Writschan gefällt, dass nun viele Leute wieder die prächtige Holzbalken-Decke erleben können. „Das Haus wird ja sehr behutsam und sensibel als Restaurant entwickelt. Die Treppe, die ins erste Obergeschoss führt, bleibt ebenfalls erhalten“, betont Writschan.

Auch Theater Kleines Haus bald fertig

In der gesamten Eselföterstraße soll es nun wieder aufwärts gehen. In den vergangenen Jahren sorgten hier Müll-Probleme für Unmut und lange war die Straße eine Baustelle. „Das ist nun bald vorbei“, sagt Writschan. Die Südstadt Wohnprojekt und Erschließungsträger GmbH lässt derzeit das ehemalige Theater Kleines Haus in der Eselföterstraße sanieren (die OZ berichtete). Auf dem Areal wird ein Mehrfamilienhaus mit fünf Eigentumswohnungen neu gebaut. Im Innenhof entsteht ein Komplex mit vier dreigeschossigen Stadthäusern. Auch zwei Büros sind vorgesehen. Das Kleine Haus selbst wird eine große Eigentumswohnung beherbergen. Im Frühjahr 2019 soll alles fertig sein.

Gebäude wurde um 1550 erbaut

Das ehemalige Brau- und Kaufmannshaus an der Eselföterstraße 26 ist um 1550 gebaut worden. Es steht auf älteren Fundamenten. Die klassizistische Fassade stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Aus der Entstehungszeit sind außer dem rückwärtigen Giebel mit Rundbogenluken im Innern des Hauses Balken und Deckenmalereien erhalten. Als bemerkenswert gelten darüber hinaus die barocke Treppe und die historische Haustür.

Der Name „Blauer Esel“ stammt nach Angaben der städtischen Denkmalpflege von den Vormietern und Betreibern des Supremesurf-Shops, der in den Rostocker Stadthafen gezogen ist. Auch sei das Gebäude nicht immer blau gewesen, sondern vorher gelb, heißt es weiter.

André Wornowski

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