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Rostock Bock auf Baggern? Auf diesem Spielplatz bei Rostock wird der Kinder-Traum wahr
Mecklenburg Rostock Bock auf Baggern? Auf diesem Spielplatz bei Rostock wird der Kinder-Traum wahr
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22:02 23.07.2019
Bock auf Baggern? Bei Marcus Popanda (38.l) und Georg Ludwig-Grosse (33) geht das. Das Paar aus Rostock betreibt bei Pastow den Baggerspielplatz „Baggertelle“. Quelle: Antje Bernstein
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Rostock/ Pastow

Bevor der Riese Berge versetzt, braucht er einen Schluck aus der Spritpulle. Marcus Popanda leert einen Benzinkanister in den Tank des Kettenbaggers. „Kletter' schon mal in die Kanzel, gleich geht's los“, ruft er Johann zu. Der Teenie schwingt sich in den Sitz des 25-Tonners.

„Ich hab’ vorher trainiert“, sagt Johann. Mit Nachbars Bagger. Der ist allerdings um einiges kleiner als das gelbe Ungetüm, das er nun, als Geschenk zur Jugendweihe, steuern soll. Kein Problem, Marcus Popanda erklärt, wie sich der Tieflöffel mithilfe zweier Joysticks in der Erde versenken lässt. „Alles klar? Dann viel Spaß!“ Das lässt sich Johann nicht zweimal sagen. Kaum ist Popanda runter vom Sandberg, schmeißt er den Motor an und baggert drauf los.

Galerie: Das ist der „Baggertelle“-Fuhrpark

Fuhrpark für Hobby-Baumeister

Gräben ziehen, Löcher ausheben und Berge anhäufen wie ein Profi: Vor den Toren Rostocks können sich verhinderte Tiefbauer diesen Sandkastentraum erfüllen. Möglich machen das Marcus Popanda (38) und sein Verlobter Georg Ludwig-Grosse (33). Das Paar hat vor gut einem Jahr den Baggerspielplatz „Baggertelle“ im Gewerbegebiet Pastow neu eröffnet.

Baumaschinist bringt Spielplatz-Idee ins Rollen

Das Bagger-Business brachte Georg Ludwig-Grosses Vater Carsten 2010 ins Rollen. Der führte damals auf dem Nachbargrundstück eine Baumaschinen-Firma und ließ Laien Planierraupen und ähnlich schweres Gerät auf einem Parcours ausprobieren. „Als mein Schwiegervater den Betrieb verkaufte, haben wir einen Teil des Fuhrparks übernommen“, erzählt Marcus Popanda.

XL-Sandkasten mit Extras

Vier Maschinen sind geblieben, den Spielplatz haben Popanda und Ludwig-Grosse dagegen generalüberholt. Rings um einen XL-Sandhügel haben sie mit Freunden und Verwandten einen Plattenweg verlegt, einen Bürocontainer aufgestellt und eine Mehrzweckhalle gebaut. „Hier war vorher nichts außer Sand“, sagt Popanda.

Masseur mit Lizenz zum Anbaggern

Im Aufhübschen ist er geübt: Für das Team von Supreme Surf baue er seit vier Jahren bei Festivals wie dem Pangea die Deko auf, berichtet Popanda. Auch sein Verlobter hat geschickte Hände: Georg Ludwig-Grosse tourt als mobiler Masseur durch Firmen und knetet verspannte Büroleute durch. Am Baggersteuer hat er schon als Knirps gesessen, Liebe wurde daraus nicht. „Ich fand’ Medizin und Kochen spannender.“ So ließ sich der Baumaschinisten-Sohn zum Diätassistenten ausbilden. Lässt sein Job es zu, spielt er auf dem „Baggertelle“-Spielplatz den Einweiser.

Schaufelschwingen nach Termin

Meist übernimmt Marcus Popanda diese Aufgabe. Ab 18 Euro pro Viertelstunde lässt er Besucher nach Herzenslust im Sand rumbaggern. Reichlich Material ist da: Sandberge auf rund 3500 Quadratmetern dürfen die Spielplatz-Gäste durchwühlen. Daran hätte wohl selbst Bob, der Baumeister, seine helle Freude. Damit sich die Baggerfahrer nicht in die Quere kommen, vergibt Popanda Termine. „Bei uns soll es familiär zugehen.“ Mal mit Kunden eine Limo zischen, dass müsse auch als Chef drin sein.

Vom Animateur zum Spielplatz-Chef

Wie man den Alleinunterhalter gibt, weiß Popanda aus Erfahrung. Vor seinem Studium in Rostock hat der Wirtschaftsingenieur zwei Jahre lang als Animateur Urlauber auf den Kanaren bespaßt. „Ich war schon immer der Klassenclown“, sagt der gebürtige Uckermärker und lacht.

Grillen und Chillen für Begleiter

Johann kann sich allein amüsieren. Seit einer halben Stunde schwingt er die XL-Schaufel. Seine Eltern schauen von einem sonnigen Plätzchen aus zu. Neben dem Sandgebirge haben die Spielplatz-Betreiber eine Sitzecke mit Liegestühlen aufgestellt und eine Barbecue-Ecke eingerichtet. „Wenn sich die Begleitung wohlfühlt, bleibt der Kunde länger“, erklärt Popanda.

Bagger-Fans bunt gemischt

Wer übrigens glaubt, auf dem Spielplatz würden ausschließlich Männer Kindheitsträume ausleben, irrt, stellt Popanda klar. Mädelsclique, Pärchen, Arbeitskollegen und Baggerbegeisterte allen Alters – „Wir haben schon alles erlebt“, sagt er. Auch Überraschendes. Vor Kurzem sei eine Frau mit ihren Enkeln da gewesen. „Omi hat rumgepflügt und die Jungs durften zugucken. Da biste platt“, erzählt er und lacht.

Kleine graben wie die Großen

Ob jung oder junggeblieben, buddeln darf auf dieser Baustelle jeder. Eine Altersbeschränkung gebe es nicht, sagt Marcus Popanda. „Bei Minderjährigen muss aber ein Aufsichtspflichtiger dabei sein.“ Selbst ein Siebenjähriger hat den Auslegerarm des 25-Tonners so routiniert bedient, als wär es ein Kinderspiel.

Monster ist Kundenliebling

Der gelbe Gigant ist unangefochtener Kundenliebling und stellt alle anderen Baumaschinen komplett in den Schatten. Sobald Kinder das Monster sehen, das auf dem Sandberg thront, sind Mini-Bagger und Radlader vergessen.

Vergängliches Tagwerk

Auch Johann ist vom Ketten-Bagger begeistert. Nach Ablauf der gebuchten Stunde stellt er den Motor aus und klettert mit einem Grinsen aus der Kanzel. „Hat's Spaß gemacht?“, will Marcus Popanda wissen. „Jo. Ich hab' euch ne schöne Rampe gebaut.“ „Mega“, kommentiert Popanda und überreicht Johann das Spaß-Bagger-Diplom. Dieses Papier bleibt ihm, sein Tagwerk wird dagegen dem Erdboden gleichgemacht. Spätestens, sobald der nächste Bock auf Baggern hat.

„Baggertelle“

4 Baumaschinen – vom Bagger bis zum Radlader – hat der Spielplatz „Baggertelle“ in Pastow zu bieten. Austoben können sich Besucher in einer knapp 3500 Quadratmeter großen „Sandkiste“. Eine Viertelstunde Buddelspaß gibt's ab 18 Euro. Damit sich Hobby-Baggerfahrer nicht in die Quere kommen, passiert das Schaufeln nach Termin. Anmeldung ist unter 0381/ 3716237 möglich.

Weitere Infos auf: www.baggerspielplatz-rostock.de

Antje Bernstein

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