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Rostock Bomben-Entschärfung: Das müssen die Rostocker wissen
Mecklenburg Rostock Bomben-Entschärfung: Das müssen die Rostocker wissen
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21:20 27.03.2019
Eine 500 Pfund schwere amerikanische Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird am Mittwochvormittag in der Rostocker August-Bebel-Straße entschärft. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Die Hansestadt im Ausnahmezustand: Am Mittwoch ab 8 Uhr ist sind die komplette Innenstadt, die Steintor-Vorstadt und auch das Bahnhofsviertel Sperrgebiet – weil im Rosengarten eine 250-Kilogramm-Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden muss. Das müssen die Betroffenen in dem Sperrgebiet wissen:

Die Bombe in der Baustelle im Rostocker Rosengarten wurde erfolgreich entschärft. Hier sind die Bilder von einer Stadt im Ausnahmezustand.

Notunterkunft und Verpflegung:

Ab 7 Uhr öffnet die Rostocker Stadthalle als Notunterkunft für die rund 10 000 betroffenen Anwohner. In der Halle wird es aber vorerst keine Versorgung geben: „Wir rechnen damit, dass die Entschärfung schnell gehen wird“, sagt Stefan Kieckhöfer, Einsatzleiter im Brandschutz- und Rettungsamt. „Sollte sich die Maßnahme verzögern, werden wir aber Essen und Trinken bereit stellen.“ Die Stadt rät Betroffenen, ein bis zwei Liter an Getränken, wichtige Medikamente und kleine Snacks für mehrere Stunden mitzunehmen. Familien mit kleinen Kindern sollten zudem an Wickel-Sachen und Babynahrung denken.

Auf einer Baustelle am Rosengarten in Rostock ist eine Fliegerbombe gefunden worden.

Parken:

Die Hansestadt empfiehlt, bereits am Dienstagabend alle Autos aus dem unmittelbaren Fundort der Bombe zu entfernen. „Wir können nur dazu raten, keine Fahrzeuge an der August-Bebel-Straße, der Wall- und der Hermannstraße stehen zu lassen“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze. Für all jene, die sich in die Notunterkunft Stadthalle begeben, werden die Parkplätze kostenlos zur Verfügung stehen.

Liveticker: Alles zur Entschärfung der Bombe in Rostock

Hilfe bei der Evakuierung:

Mit den beiden betroffenen Senioren- und Pflegeheimen im Evakuierungsgebiet steht das Brandschutz- und Rettungsamt bereits in Kontakt. Alle anderen Anwohner, die Hilfe beim Verlassen ihres Zuhauses brauchen, können sich telefonisch an die Behörden wenden (Telefon: 0381/44 07 51 80). Einsatzleiter Kieckhöfer sagt: „Wir bekommen Unterstützung unter anderem von den Freiwilligen Feuerwehren. Sie helfen Menschen, in die Stadthalle zu kommen.“

Fenster auf oder zu?

Stadtsprecher Ulrich Kunze empfiehlt allen Betroffenen, Strom- und Gasleitungen abzuschalten. Auch Wasserhähne sollten vor dem Verlassen des Hauses kontrolliert werden. „All jene, die direkt am Fundort wohnen, sollten ihre Fenster auf Kipp stellen.“ Für den Fall, dass die Bombe doch gesprengt werden muss, könne das Schäden durch die Druckwelle verhindern. „In den entfernteren Straßenzügen ist das vermutlich nicht mehr nötig.“ Die Stadtwerke Rostock regeln ab 7.30 Uhr die Fernwärme runter.

Geschlossen:

100 Arztpraxen, Banken, Geschäfte, Behörden haben geschlossen. Auch 14 Hotels und Pensionen müssen räumen. Die Gerichte in der Innenstadt mussten eine Reihe von Prozessen verlegen. Selbst die Deutsche Bundesbank macht dicht. Die Händler und Gastronomen in der Innenstadt wollen aber zeitnah nach einer Entwarnung wieder öffnen.

Versicherung:

Der Munitionsbergungsdienst des Landes ist auf alle Szenarien vorbereitet – auch auf den Fall, dass die Bombe explodieren sollte. Mit schweren Sandsäcke sollen Druckwelle und Splitter noch oben abgeleitet werden. Kommt es dennoch zu Schäden, zahlt für Beschädigungen am Auto die Teilkaskoversicherung. Das jedenfalls sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen schließen Schäden, die durch Weltkriegsmunition verursacht werden, in den Versichungsbedingungen zwar aus. Aber: „In der Vergangenheit haben die Versicherer solche Schäden immer übernommen. Uns ist kein Fall bekannt, bei dem Versicherer einen solchen Schaden nicht reguliert hätten“, heißt es beim GDV.

Rostock zählt am 1. Mai 1945 zu den am stärksten zerstörten Städten Deutschlands.Die Abbildungen stammen aus dem Band „Bomben auf Rostock“, erschienen 1995 im Konrad Reich Verlag Rostock

Kontrollen:

Die Polizei hat nach OZ-Informationen zwei Einsatzhundertschaften im Einsatz. Die Beamten werden Straßen sperren. „Wir gehen auch von Haus zu Haus und kontrollieren, ob wirklich alle das Evakuierungsgebiet verlassen“, so Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Wer dennoch in seiner Wohnung bleibt und die Entschärfung verzögert, riskiert nach Angaben der Stadt ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro – und könnte sogar von der Polizei in Gewahrsam genommen werden. Die Polizei werde auch darauf Acht geben, dass es nicht zu Einbrüchen oder Plünderungen kommt.

Arbeitszeit:

Viele Arbeitgeber lassen ihre Belegschaft am Mittwoch zunächst bis 13 Uhr zu Hause – bei vollen Bezügen. Das gilt unter anderem für Mitarbeiter der Stadtverwaltung, deren Dienstsitz im Evakuierungsgebiet liegt. Sie müssen auch keine Überstunden abbauen. Auch die Universität Rostock schickt ihr Personal in dem Bereich vorerst nach Hause. Sämtliche Vorlesungen fallen aus. Nach Ende der Maßnahmen geht der Betrieb an der Hochschule aber nach Plan weiter. Andere Arbeitgeber haben individuelle Regelungen getroffen.

Verkehr:

Der Mühlendamm wird bereits in den Morgenstunden gesperrt, am Vögenteich und auch auf der L 22 am Strand, der meist befahrene Straße des Landes, kann der Verkehr aber auch während der Entschärfung rollen. Die Rostocker Straßenbahn AG stellt ab 7.30 Uhr die Linien 2 und 4 ein. Zwischen Hauptbahnhof Nord und den Stadtteilen im Nordosten werden Ersatzbusse eingesetzt.

Schulen und Kitas:

Die Schüler der St.-Georg-Schule, der Jenaplan-Schule (Standort Lindenstraße) und der Schule am Alten Markt haben schulfrei. Eine Notbetreuug ist für St.-Georg-Schüler im Innerstädtischen Gymnasium und für Jenaplan-Schüler am Standort Blücherstraße sichergestellt. Schüler der Schule am Alten Markt können in der Turnhalle Petrischanze betreut werden. Auch sämtliche Kitas in dem Bereich bleiben zu. Ob sie nach der Maßnahme wieder öffnen, entscheiden die Träger selbst.

Notdienste:

Wer am Mittwoch einen Arzt benötigt, bekommt im Klinikum Südstadt Hilfe. Die Kassenärztliche Vereinigung hat dort zwischen 8 und 13 Uhr einen Notdienst eingerichtet. An die Mediziner kann sich jeder wenden, der aufgrund der Sperrungen „seine“ Praxis in der Innenstadt nicht aufsuchen kann. Das teilte der Notdienstbeauftragte für Rostock, Torsten Lange, mit.

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