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Rostock Rostock: Borwinschule setzt auf mobile Klassenzimmer
Mecklenburg Rostock Rostock: Borwinschule setzt auf mobile Klassenzimmer
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13:53 24.01.2019
Die Lehrer Sabine Krause (Englisch/Spanisch) und Felix Ruttloff (Geschichte/Philosophie) stehen auf dem Teil des Schulgeländes, wo die Container-Unterrichtsräume platziert werden sollen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Mehr als 100 Jahre werden im Gebäude der Borwinschule bereits Kinder unterrichtet. Die Nachfrage nach der Bildungseinrichtung in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt ist ungebrochen hoch. Aktuell lernen dort 762 Schüler in 36 Klassen. „Weil jetzt auch viele Kinder in die höheren Jahrgänge kommen, steigt der Raumbedarf immer weiter“, benennt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) ein Problem, das die Stadt als Schulträger nun zum Handeln zwingt.

Schülerkapazität bleibt gleich

Ziel sei es, bis zum Start des Schuljahres 2019/20 auf dem Hof eine Containerlösung zu errichten. „Wir schaffen dadurch auf zwei Etagen vier Unterrichtsräume á 55 Quadratmeter, einen Gruppenraum mit 20 Quadratmetern, ein Büro sowie Sanitäreinrichtungen“, sagt Bockhahn. Die Investition dafür soll je nach Ausschreibungsergebnis zwischen 280 000 und 325 000 Euro betragen. Um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, würde das Gelände eingezäunt und vom Pausenhof aus zugänglich gemacht.

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Was der Senator aber gleich klarstellt: „Dadurch erweitern wir nicht die Kapazität der Schule, sondern befriedigen nur die gestiegenen Raumbedarfe.“ Und das für den gesamten KTV-Schulcampus, zu dem auch die Werner-Lindemann-Grundschule gehört. Denn schon jetzt teilen sich die beiden Häuser einige Räume. Nach dem Aufstellen der Container können zwei Borwin-Klassen aus der Grundschule zurückgeholt werden, was dort neue Freiräume bietet, die ebenfalls dringend gebraucht werden.

KOE sorgt für die Umsetzung

Die mobilen Klassenzimmer sollen auf einer aktuell ungenutzten Fläche im Dreieck zwischen Elisabethstraße und Am Kabutzenhof aufgestellt werden. Dort wachse derzeit nichts, außerdem seien alle notwendigen Medienleitungen bereits vorhanden, so Bockhahn. Umgesetzt wird das Vorhaben durch den Kommunalen Eigenbetrieb für Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE). „Es steht im Wirtschaftsplan, ist haushaltsrechtlich eingeordnet, die Ausschreibung der Bauleistungen läuft – ich gehe deshalb fest davon aus, dass wir den geplanten Zeitplan halten können“, sagt er.

Schulen mit Container-Lösung zufrieden

Bei den Container-Räumen soll es sich nicht um eine Dauerlösung handeln, aber doch um eine für mindestens vier Jahre. „Das hängt auch ein bisschen davon ab, wie sich die Schülerzahlen künftig entwickeln und ob es – zum Beispiel am Groten Pohl – eine neue Schule geben wird, die dafür sorgt, dass sich Schülerströme verändern“, sagt Bockhahn. Auch die Fertigstellung der Kooperativen Gesamtschule Südstadt, die für mehrere Millionen aufwendig saniert wurde, hätte einen Einfluss auf die Zahlen anderer Bildungseinrichtungen wie der Borwinschule. Beide bieten Schülern die verschiedenen Abschlüsse von der Berufs- bis zur Hochschulreife an.

Nach den jetzt für die Schule in der KTV geplanten vier Jahren soll deshalb geprüft werden, ob die Container dann immer noch nötig sind und länger stehen bleiben oder sogar wieder zurückgebaut werden könnten.

Als Träger sei die Hansestadt Rostock für 44  Schulen zuständig und hätte dabei schon mehrmals auf solche sogenannten Raumzellenlösungen zurückgegriffen, sagt Bockhahn. Beispiele sind die Grundschulen „Lütt Matten“ sowie „Juri Gagarin“ und zuletzt die Heinrich-Heine-Grundschule Warnemünde. Dort werden die Container, die sich an das Sportgelände Parkstraße anschließen, aktuell als Übergang für die Sanierungszeit der Schule genutzt. „Und es gibt nirgendwo Klagen“, weiß der 40-jährige Schulsenator.

Ortsbeirat stimmt Plänen zu

Der Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt stimmte am Mittwochabend nach Vorstellung der Pläne für diese Lösung des Raumproblems. Vorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09) erinnerte noch einmal daran, dass auch die Problematik der Sporthallenkapazitäten weiter im Fokus bleiben sollte. Zwar gibt es auf dem Schulcampus zwei Hallen, diese würden ihrer Kenntnis nach aber nicht mehr für den tatsächlichen Bedarf ausreichen.

Claudia Labude-Gericke

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