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Rostock Die letzte Fahrt der „Bredstedt“
Mecklenburg Rostock Die letzte Fahrt der „Bredstedt“
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19:24 15.11.2018
Mit der Musik von „Time to say Goodbye“ fährt die „Bredstedt“ ein letztes Mal aus Warnemünde los. Fast 30 Jahre war das Schiff im Betrieb, davon lag es 16 Jahre auch vor Hohe Düne. Was mit dem Schiff passieren wird, ist nicht klar: verschrotten, verkaufen oder für die Lehre nutzen. Nur in See stechen, wird es nicht mehr. Quelle: Johanna Hegermann
Rostock

Acht Mal klingelt die Glocke auf der „Bredstedt“. „Acht Glasen. Sie wissen, was das heißt: Ende der Wache“, verkündet der Inspektionsleiter Holger Mühlstein den Beamten der Bundespolizei See in Hohe Düne. Denn nun ist Schluss für die „Alte Dame“. Das Küstenwachschiff vom Typ P 60 hat ausgedient. „Seit 16 Jahren hat sie das Stadtbild von Warnemünde und Rostock geprägt“, sagt Mühlstein. Fast 30 Jahre war das Schiff insgesamt im Betrieb. Was mit dem Schiff passieren wird, ist nicht klar: Es wird verschrottet, verkauft oder für die Lehre genutzt. Nur in See stechen, wird es nicht mehr.

„Die ,Bredstedt’ war ein treuer Begleiter“

Mit der Musik von „Time to say Goodbye“ fährt die „Bredstedt“ ein letztes Mal aus Warnemünde los. Das letzte Ziel ist Neustadt in Schleswig-Holstein. Und tatsächlich sind die Bundespolizisten ein wenig wehmütig. „Sie ist durch jeden Sturm geritten und war sehr seetüchtig und zuverlässig“, sagt der Polizeisprecher Steffen Seifert. Mühlstein ist auch selbst mit der „Bredstedt“ auf der Nordsee gefahren. „Damals war das Schiff noch jung. Gerade drei Jahre alt. Daran erkennt man, wie alt man selbst geworden ist.“ Zu unzähligen Einsätzen sei es aufgebrochen. So war das Küstenwachschiff auch im Einsatz beim Brand der litauischen Fähre „Lisco Gloria“ im Oktober 2010. „Wir hatten Rettungseinsätze, Hilfseinsätze. Wir haben viele Segler, Sportboote aufgepickt und sicher in den Hafen gebracht“, erzählt auch Kommandant Bernd Graumann, der mit seiner Besatzung regelmäßig auf der „Bredstedt“ fuhr. Natürlich sei man auch der eigentlichen Aufgabe nachgekommen: Dem Grenzschutz. „Die ,Bredstedt’ war ein treuer Begleiter. Doch wir schauen auch nach vorn.“

55 Millionen Euro pro Schiff

Denn es gibt auch Grund zur Freude: Der Ersatz kommt im späten Frühjahr 2019. Dann soll die BP 82 „Bamberg“ in die Hansestadt Rostock kommen. „Darauf freuen wir uns bei aller Wehmut“, sagt Mühlstein. Sie ist für den Einsatz in der Ostsee, in der Nordsee und auch für den internationalen Einsatz konzipiert. Am 14. Dezember wird in der Fassmar Werft in Berne bereits die Schiffstaufe gefeiert. In Zukunft soll die Besatzung des Schiffs von bisher 16 Leuten auf 19 angehoben werden. Diese hätten zum Teil schon jetzt mit der Ausbildung für das neue Fahrzeug begonnen. „Die Technik und die Arbeitsbedingungen werden sehr gut“, sagt Graumann.

Insgesamt soll die Bundespolizei See drei neue Schiffe dieser Art bekommen. Die Kosten belaufen sich pro Exemplar auf rund 55 Millionen Euro. Bis die „Bamberg“ kommt, muss die BP 26 „Eschwege“ die Stellung halten. „Wenn es polizeiliche Maßnahmen gibt, dann können wir jedoch schnell ein Schiff anfordern. Die Sicherheit ist lückenlos gewährleistet“, betont der Polizeisprecher Seifert.

BP 21 „Bredstedt“

Heimathafen: Neustadt / i. H.

Basisstandort:Warnemünde

Rufzeichen: D L G Z

Besatzung: 14 Polizeibeamte

Maße:65.40 Meter lang, 9,20 Meter breit, Tiefgang: 3,80 Meter

Indienststellung: am 24. März 1989

Seebetriebsstunden: 140 989 Stunden, was einem Einsatzzeitraum auf See von fast 16 Jahren entspricht.

Hafenbetriebsstunden:121 162 Stunden, das sind rund 13,5 Jahre.

Gefahrene Seemeilen: 676.700 Seemeilen, das sind rund 1 253 000 Kilometer. Die „Bredstedt“ hat also mehr als 31 Mal die Erde (Äquator) umfahren. Dabei wurde ca. 17 Mio, Ltr. Dieselkraftstoff verbraucht.

Johanna Hegermann

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