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Rostock Flüssiggas für Lkw und Schiffe: Breite Zustimmung zu Rostocker LNG-Terminal
Mecklenburg Rostock Flüssiggas für Lkw und Schiffe: Breite Zustimmung zu Rostocker LNG-Terminal
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19:01 26.09.2019
Fläche für geplanten LNG-Terminal im Rostocker Überseehafen (rot umrandet) Quelle: Rostock Port/nordlicht
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Rostock-Überseehafen

Das geplante Terminal für Flüssiggas (LNG) aus Russland im Überseehafen rückt näher: Sowohl der Bauausschuss der Bürgerschaft als auch der zuständige Ortsbeirat Gehlsdorf haben dem 32-Millionen-Projekt nahezu einstimmig zugestimmt. Die Baugenehmigung hatte der künftige Betreiber Rostock LNG GmbH am 7. August beantragt. „Wir erwarten, dass die Genehmigung im Frühjahr 2020 erteilt wird, so dass wir mit dem Bau beginnen können“, sagte Sprecher Winfried Krüger-Sprengel am Mittwoch. Januar 2023 soll die Anlage dann in Betrieb gehen.

Das LNG ist vor allem für die Betankung von Lkw gedacht. Dafür werden am Rostocker Terminal vier Befüllungsanlagen für Tanklaster gebaut, die das Flüssiggas dann an die Tankstellen bringen. Zwei solcher Terminals gibt es bislang in Mitteleuropa, im belgischen Seebrügge und im niederländischen Rotterdam. „Wenn sich die Nachfrage nach LNG als Lkw-Treibstoff so entwickelt wie erwartet, werden diese Terminals bald an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dann werden wir die Marktlage neu bewerten und möglicherweise darauf drängen, dass das Rostocker Terminal früher fertig wird“, sagt Krüger-Sprengel. Alleine in diesem Jahr sollen in Deutschland zehn neue LNG-Tankstellen ans Netz gehen, 2020 doppelt so viele.

Kunden in Deutschland und Polen

Die Rostock LNG GmbH ist ein gemeinsames Projekt des russischen Energieriesen Novatek und des belgischen Unternehmens Fluxys. Die polnische Tochter von Novatek, Novatek Polska, übernimmt den Vertrieb des Flüssiggases. Rund 300 000 Tonnen sollen pro Jahr vom russischen Wyborg mit Tankern nach Rostock gebracht werden. Das entspricht etwa 700 000 Kubikmetern. „Novatek Polska hat bereits mehrere Kunden in Deutschland und Polen, mit weiteren laufen noch Gespräche“, sagt Krüger-Sprengel.

Der Vertrieb muss dringend gesichert sein, sondern droht ein Stau: Der geplante 45 Meter hohe Tank im Überseehafen kann maximal 40 000 Kubikmeter fassen, das ist wenig mehr als mit einem Tanker angeliefert wird. Alle zehn bis 14 Tage soll ein Tanker Rostock ansteuern, bis zum nächsten Anlauf muss also die Menge verkauft sein, sonst gerät die Lieferkette ins Stocken.

Neue Brücke über Ost-West-Straße geplant

Novatek hat einen Pachtvertrag mit dem Rostocker Hafen abgeschlossen. Der LNG-Terminal soll auf einem 2,5 Hektar großen Areal auf Pier IV errichten werden. Am dortigen Liegeplatz 6 können dann auch Bunkerschiffe festmachen, die am Terminal mit LNG befüllt werden, das dann wiederum andere Schiffe tanken können. Angedacht ist auch, dass dort einmal LNG-Fähren direkt tanken. Neben dem Terminal sollen 25 Parkplätze, 16 Fahrradstellplätze und zwei Lkw-Stellflächen im Freien entstehen.

Der Rostocker Hafen investiert gerade kräftig in die Infrastruktur. Geplant ist unter anderem der Bau einer neuen Brücke über die Ost-West-Straße, um getrennte Logistikflächen miteinander zu verbinden. Kosten: Rund 730 000 Euro. Der Rostocker Bauausschuss und der Gehlsdorfer Ortsbeirat haben dem Vorhaben ebenfalls zugestimmt.

Rostocker Hafen investiert 40 Millionen Euro

Das Investitionsvolumen des Rostocker Hafens liegt in diesem Jahr bei insgesamt 40 Millionen Euro an – ein neuer Spitzenwert in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Langfristig ist geplant, in den kommenden fünf Jahren insgesamt 250 Millionen Euro in die Erhaltung und Erweiterung der maritimen Infrastruktur im Überseehafen und in Warnemünde zu investieren.

Für fünf Großvorhaben war bereits im Jahr 2018 Baubeginn: der Neubau von Liegeplatz 23, die Schwerlastertüchtigung von Liegeplatz 15 auf Pier III, der Neubau beziehungsweise die Optimierung der Liegeplätze 50 und 62/63 sowie der Bau eines neuen Abfertigungsgebäudes in Warnemünde. Insgesamt hat Rostock Port bereits in 2018 rund 18 Millionen Euro in die Infrastruktur und die Verbesserung der Abläufe im Hafen gesteckt.

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