Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Brennende Autos: Rostocks Polizei schnappt Mann mit Benzinkanister
Mecklenburg Rostock Brennende Autos: Rostocks Polizei schnappt Mann mit Benzinkanister
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:20 14.10.2019
Mit diesen Bildern suchte die Polizei nach dem 29 Jahre alten Mann. Er steht im Verdacht, sieben Autos angezündet zu haben. Quelle: Polizeipräsidium Rostock
Anzeige
Rostock

Ist er der Serien-Brandstifter aus der KTV? Die Polizei in Rostock hat am Montagabend einen 29 Jahre alten Mann vorläufig festgenommen, der in Verdacht steht, am frühen Sonntagmorgen sieben Autos am Kabutzenhof angezündet zu haben. Seit dem Nachmittag hatten die Fahnder mit Fotos aus einer Überwachungskamera nach dem Verdächtigen gefahndet. Er war kurz vor den Bränden in einer nahe gelegenen Tankstelle dabei beobachtet worden, wie er kurz vor den Bränden einen Zehn-Liter-Kanister mit Benzin gekauft hat. „Und es gibt noch weitere Hinweise, die auf eine Tatbeteiligung schließen lassen“, sagt Yvonne Hanske, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock.

12 Autos in einer Woche abgebrannt

Das Feuer am Kabutzenhof – es war der Höhepunkt einer Serie von Autobränden in der vergangenen Woche: Bereits am Dienstag hatten Unbekannte fünf Fahrzeuge angezündet – in Marienehe und in der Südstadt. Dort – am Korl-Witt-Weg – ging ein kompletter Carport mit drei Autos in Flammen auf. Am Sonntagmorgen nun das nächste Feuer. Am Kabutzenhof musste die Feuerwehr gleich sieben Fahrzeuge löschen.

Die Autos wurden zur weiteren Untersuchung der Spurensicherung beschlagnahmt, den Schaden schätzten die Beamten auf mehrere Zehntausend Euro. Dass es sich bei diesem Feuer um Brandstiftung handelt, war den Ermittlern schnell klar: Am Tankdeckel eines VW T 4-Bus entdeckten sie Brandbeschleuniger. Das Feuer griff rasend schnell auf sechs weitere Fahrzeuge über.

Polizei sucht jungen Mann

Nur gut 24 Stunden nach dem Brand geriet ein bis dahin noch unbekannter Mann ins Visier der Ermittler geraten. Er trug in der Nacht einen olivgrünen Parka mit Kapuze und er hatte einen schwarzen Benzinkanister bei sich. Nach Angaben von Polizeisprecherin Yvonne Hanske spricht nicht nur der Kanister dafür, dass der Mann etwas mit der Tat zu tun haben könnte. Nähere Details nennt sie mit Blick auf die Ermittlungen aber nicht. Offenbar waren die Indizien aber ausreichend, dass ein Richter am Montag der Veröffentlichung von Fahndungsfotos zustimmte – mit Erfolg: „Binnen weniger Stunden bekamen wir sehr viele Hinweise von den Rostockern“, sagt Hanske.

Am Abend nahmen die Kripo-Beamten den Mann schließlich vorläufig fest. Hanske bestätigte, dass es sich um einen 29 Jahre alten Rostocker handelt. Nähere Angaben zu dem Verdächtigen machen die Ermittler vorerst nicht. Noch am Abend wurde die Wohnung des mutmaßlichen Brandstifters durchsucht. „Bisher wissen wir nur sicher, dass der Festgenommene der Mann ist, der auf den Überwachungsvideos zu sehen ist. Es besteht aber ein dringender Anfangsverdacht.“

Zusammenhang wird geprüft

Ob der Brand am Sonntag im Zusammenhang mit den Feuern am Dienstag steht, sei noch offen. „Wir prüfen das natürlich“, so Hanske. Auch zu einem möglichen Motiv des Brandstifters sagt die Polizei noch nichts. Dass es sich bei den Brandstiftungen um einen Anschlag aus umweltpolitischen Gründen auf Autos mit hohem Sprit-Verbrauch und hohem Schadstoff-Ausstoß handeln könnte, schließt die Polizei aber aus: Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich um Kleinwagen der Marken Fiat und Skoda, um einen 3er BMW sowie besagten VW Bus. Es traf keinen SUV oder Sportwagen.

Versicherung zahlt Zeitwert

Betroffen von dem Anschlag des Feuerteufels waren nicht nur die Autobesitzer, sondern auch die Anwohner: Fahrräder, Kinder-Fahrradhelme und auch Mülltonnen wurden von den Flammen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Autofahrer, deren Fahrzeuge ausgebrannt sind, bekommen zumindest einen Teil des Schadens ersetzt: „In der Theorie zahlt der Verursacher für den Schaden. Wenn der aber nicht ermittelt werden kann, springt die Kasko-Versicherung ein“, sagt Henning Engelage, Sprecher des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer. „Allerdings zahlen die Versicherungen in der Regel nur den Zeitwert – also das, was das Auto heute noch wert ist.“ Nur bei Neuwagen, die erst ein oder maximal zwei Jahre alt sind, gibt es den Neuanschaffungspreis: „Das hängt aber auch von den jeweiligen Verträgen ab.“

Mit einer Kasko-Versicherung seien Brände des Fahrzeugs grundsätzlich abgesichert. „Bei Vandalismus – dem zerkratzten Lack etwa oder Schmierereien – zahlt nur die Vollkasko“, so Engelage. Im Jahr 2017 brannten in Deutschland insgesamt 13 115 Autos. Den Schaden beziffert die Versicherungsbranche auf insgesamt rund 67,8 Millionen Euro bundesweit.

Von Andreas Meyer

18 Monate Bewährung fordert die Staatsanwaltschaft für den ehemaligen Amtsrichter aus Güstrow. Zwischen 2013 und 2015 soll der Jurist aus Bequemlichkeit mehr als 800 Verkehrsdelikte nicht bearbeitet haben. Die Höhe des Strafmaßes wird nun verhandelt.

14.10.2019

Im Kampf gegen die Fettleber hilft nur die Verbindung von konsequenter Ernährungsumstellung und viel Bewegung. Dies praktiziert der Rostocker Mediziner Dr. Philip Michel mit seinen Patienten.

14.10.2019

Streit um die Sicherheit der Bevölkerung in MV: Der Landkreis Rostock übt scharfe Kritik an den Notfallplanungen der Landesregierung. Schwerin gäbe zu wenig Geld für den Katastrophenschutz aus, habe ohne Not Einheiten gestrichen und plane mit alten Daten.

14.10.2019