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Rostock Brodkorb fordert Strukturreform am Volkstheater
Mecklenburg Rostock Brodkorb fordert Strukturreform am Volkstheater
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20:26 20.05.2015
Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD, 37) fordert eine konsequente Umsetzung der Zielvereinbarung zum Rostocker Volkstheater.
Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD, 37) fordert eine konsequente Umsetzung der Zielvereinbarung zum Rostocker Volkstheater. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Die Hansestadt Rostock soll bis zu 25 Millionen Euro vom Land für einen Theater-Neubau erhalten – allerdings nur bei weiterem rigorosen Abbau des 150-Millionen-Defizits. Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) fordert eine konsequente Umsetzung der Zielvereinbarung zur Struktur des Volkstheaters. Vier Sparten seien rein rechnerisch wohl kaum denkbar.

Das Land habe das von der Bürgerschaft beschlossene 2+2-Sparten-Modell nie gefordert, erklärt Brodkorb im OZ-Interview. Gleichwohl halte er es für unrealistisch, am Staus quo festzuhalten. Dann würde das Theater in wenigen Jahren wieder Defizite einfahren.

Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung zwischen Hansestadt und Land erhält das Theater zwar 18 Millionen Euro im Jahr. Unterm Strich ist dies für den Spielbetrieb allerdings weniger als bisher, da Investitionen für Theater-Neubau und Umstrukturierungshilfe enthalten sind. Da sorgt für Protest von Theater-Freunden in Rostock, da die Sparten Tanz- und Musiktheater in Gefahr sind. Brodkorb mahnt die Stadt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, wenn Rostock einen Theater-Neubau haben will: „Diese Konstruktion ist sehr fragil. Jede unüberlegte Entscheidung der Stadt kann die Vereinbarung auch wieder über Nacht zu Fall bringen.“

Ein „heikler Punkt“ sei die Tatsache, dass die Hansestadt das Defizit von 150 Millionen Euro weiter abbauen müsse. Gelingt dies nicht, könnte dies Rostock womöglich die bereits erteilte Millionen-Zusage des Landes zum Theater-Neubau kosten.

Das Volkstheater sollte mit anderen Theatern kooperieren, um gemeinsam Vorteile zu generieren, erklärt der Minister. Als Vorbild nennt er die Zusammenarbneit zwischen Schwerin und Lübeck oder Kiel und Lübeck. „Ich kann einfach nicht verstehen, dass so etwas zwischen Schwerin und Rostock nicht funktionieren soll.“

Die Idee eines „Hauses der darstellenden Künster“ statt eines Theater-Neubaus wäre eine weitere Chance für das Volkstheater, so Brodkorb. Im Neubau könnten auch die Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock und die freie Szene unterkommen. Brodkorb: „Das wäre für mich modernes Stadttheater.“

Das ausführliche Interview mit Mathias Brodkorb ist in der OZ-Printausgabe von Donnerstag zu lesen.



Frank Pubantz