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Rostock Brücken-Pläne zur Buga 2025: Segler contra Umweltschützer
Mecklenburg Rostock Brücken-Pläne zur Buga 2025: Segler contra Umweltschützer
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00:00 17.02.2018
Rings um die Unterwarnow planen die Landschaftsarchitekten zahlreiche Projekte für die Bundesgartenschau 2025. Quelle: Fotos: J. Hegermann (3) / Grafiken: Sinai
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Stadtmitte

Ehrgeizige Ziele haben die Planer des Sinai-Planungsbüros für Rostock. Für eine mögliche Bewerbung für die Bundesgartenschau 2025 soll aus dem Bereich um die Unterwarnow ein Warnow-Rund entstehen. Die Planer sind sich einig: Es ist das zentrale Element in der nachhaltigen Entwicklung der Stadt. „Wir wollen keine Trennung mehr zwischen Gehlsdorf und der Innenstadt – weder visuell noch funktional“, sagt der Landschaftsarchitekt Bernhard Schwarz. Und das geht nur mit einer Brücke.

Planer prüfen Machbarkeit

Am 14. Juni 2017 hatte die Bürgerschaft die Stadtverwaltung beauftragt, die Machbarkeit einer Buga 2025 in Rostock zu prüfen.

Weitere Informationen unter www.rathaus.rostock.de Kommentare nehmen die Planer unter hro-buga2025@sinai.de entgegen

Der Bürgerschaftssaal ist voll. Viele Rostocker sind Donnerstag zur zweiten Info-Veranstaltung gekommen, um einen Blick auf die fortschreitenden Pläne für die Buga zu werfen. Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) betont: „Dies ist ein Werkstattbericht. Wir zeigen keine fertigen Ergebnisse.“ Schwarz bemerkt: „Es ist ein komplexes Projekt.“ Das grobe Gerüst stehe, nun müssten die Stellschrauben gedreht werden. In vier Bereiche ist die Vorstellung gegliedert: Brückenschlag, Städtebau, Freiraum und Mobilität.

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„Die Mobilität in Rostock 2025 wird leiser, kohlendioxidärmer, attraktiver, schneller und durch die Nutzung von Rad und Nahverkehr persönlicher“, sagt Schwarz. Auch hier sei der Bau der Brücke zentral. Um die Unterwarnow soll ein geschlossener Radweg entstehen. Anstatt 14 Minuten mit dem Auto (22 Minuten im Hauptverkehr) von Gehlsdorf in die Innenstadt zu fahren, würde man dank Brücke für die gleiche Strecke mit dem Rad neun Minuten benötigen. Von Gehlsdorf über die Warnow geht es nahtlos weiter in die Innenstadt, über die Straße „Am Strande“ auf Höhe der Schnickmannstraße. Das Plateau über die L22 scheint vom Tisch zu sein. „Es ist nun ein schmalerer Übergang“, sagt Matthias Horn, Referent für Stadtentwicklung im Büro von OB Roland Methling.

„Wir gehen von einem rationalen Verhalten der Verkehrsteilnehmer aus“, erklärt Schwarz. Soll sagen: Wenn man mit dem Rad schneller ist, würden voraussichtlich mehr Rostocker die Möglichkeit nutzen.

„Uns gelingt damit, das Radfahren in der Stadt qualitativ in eine neue Dimension zu bringen.“ Auch der Einsatz von einem kleinen autonomen Bus könne er sich vorstellen. „Es kann sein, dass wir mit einem solchen innovativen Projekt in die Buga starten.“

Und für die Brücke gibt es schon klare Vorgaben: mindestens zehn hoch, 45 bis 50 Meter breit und im Zuge der Barrierefreiheit eine Steigung von etwa fünf Prozent. „Die technischen Vorgaben führen zu einem unglaublich dynamischen und attraktiven Brückenschlag.“ Die Planer plädieren für eine asymmetrische Hängebrücke, die auf zwei Stützen aufgehängt wird. „Das bringt eine tolle Transparenz.“ In Ufernähe soll es zudem eine Klappvorrichtung geben.

Auch der BUND ist ein Befürworter: „Wir brauchen möglichst bald die Brücke über die Warnow, auch ganz unabhängig von der Buga. Es ist eine attraktive Verbindung für den Radverkehr. Und das geht nur mit einer Brücke“, betont Susanne Schumacher, Vorsitzende des BUND Rostock. Interessiert an einer Veränderung ist auch das Hotel Warnow. „Die ungenutzten Bereiche um die Warnow zu erschließen und das Wasser erlebbar zu machen, wären für Rostock ein massiver Gewinn“, sagt Henry Jackwitz.

Doch es gibt einen Wermutstropfen. Denn die Segler üben mächtig Kritik. Die Brücke würde die Freitagsregatta gefährden, sie sei zu niedrig, würde Windstörungen bringen und gerade für Anfänger eine Kollisionsgefahr darstellen. „Wir werden möglichst schnell mit dem Wasserschutzamt sprechen müssen, was nautisch möglich ist“, sagt Schwarz. Den Segelclubs versprechen die Planer indes, sich mit ihnen zusammenzusetzen, um nach einer Lösung zu suchen.

Schwarz ist indes von den negativen Reaktionen überrascht. „Bei der ersten Informationsveranstaltung sah die Meinung der Teilnehmer noch ganz anders aus.“ Auch Matthias Horn sagt knapp, wenn die Buga nicht kommt, könne es noch Jahrzehnte dauern, bis an der Warnow etwas passiert.

Johanna Hegermann

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