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Rostock Busfahrer bekommen Fährsignal
Mecklenburg Rostock Busfahrer bekommen Fährsignal
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00:00 22.09.2017
Jürgen Dudek (r.) begrüßt Henry Klützke (l.), Nico Falke und Jan Bleis zur Ortsbeiratssitzung im Bus. Quelle: Foto: Michael Schissler
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Markgrafenheide

Der öffentliche Personennahverkehr stand im Mittelpunkt der Ortsbeiratssitzung am Mittwoch in Markgrafenheide. Die Kommunalpolitiker wollten über die Optimierung der Busverbindungen in ihrem Ortsamtsbereich sprechen – und hatten sich dazu genau den richtigen Ort ausgesucht: Die Zusammenkunft fand in einem Linienbus statt. Als Gäste waren Jan Bleis, Vorstand Markt und Technik der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), und Nico Falke, zuständig für Verkehr beim Verkehrsverbund Warnow, zu den Markgrafenheider gekommen.

Bleis ging darauf ein, dass man zum Beginn des Jahres mit den Markgrafenheidern eine Auseinandersetzung hatte. Seinerzeit hatte die RSAG ein neues Fahrplankonzept erarbeitet, um wirtschaftlichen Aspekten Rechnung zu tragen und gleichzeitig die Anschlüsse zu verbessern. „Dabei haben wir hier den Schülerstrom nach Warnemünde und nach Rövershagen vergessen“, räumte der RSAG-Vorstand unumwunden ein. Diese Schüler nutzten überwiegend den Bus als Verkehrsmittel und nicht die Bahn.

Allerdings habe es sich nicht „um 20 oder 30 Schüler gehandelt, sondern um eine Handvoll“. Das Problem sei seinerzeit gelöst worden, aber es habe im Anschluss daran weitere Schwierigkeiten mit den Umsteigemöglichkeiten in Hinrichshagen und dem Verkehr nach Graal-Müritz gegeben. Diese Verbindung jedoch sei im Hinblick auf die Touristen wichtig. In Zusammenarbeit mit den Kollegen von Rebus im Landkreis Rostock habe man aber auch diese Schwierigkeiten beseitigen können.

Aufgeschlossen zeigte sich Bleis gegenüber dem Vorschlag, eine weitere Fahrt in den Abendstunden zur Erich-Weinert-Siedlung zu machen.

Diese Idee war aus den Bewohnern der Siedlung und aus Reihen des Ortsbeirates an die RSAG herangetragen worden. Bleis machte aber auch unmissverständlich klar, dass es derzeit fünf Fahrten zur Weinert-Siedlung gebe. „Allerdings steigen täglich nur zwei Fahrgäste ein, uns fällt es schwer, sinnlose Kilometer zu fahren.“ Deswegen müsse man sich die Frage stellen, ob diese Fahrt tatsächlich gebraucht werde. Bleis ging weiter auf die Anschlusssicherheit zur Fähre nach Markgrafenheide ein. „Das Problem dabei ist der Schiffsverkehr auf dem Seekanal“, sagt der RSAG-Vertreter. Darauf müssten sich die Fährkapitäne einstellen. Aber die Busfahrer an der Haltestelle könnten nicht einsehen, in welcher Position sich die Fähre befinde und „ob sie die Hälfte des Seekanals bereits erreicht hat“.

Die RSAG will nun Abhilfe schaffen und tüftelt an einer technischen Lösung, erläutert Bleis, „so dass dem Busfahrer signalisiert wird, wenn die Fähre die Mitte des Seekanals erreicht hat.“ Dem Fahrer blieben dann noch zwei Minuten Toleranzzeit, um die Fahrgäste der Fähre zusteigen zu lassen. Möglich werde so eine Signalgebung mit GPS. „Das allerdings ist ein Novum“, sagt der RSAG-Vorstand.

Die Technik werde von eigenen Mitarbeitern angefertigt und sei auch nicht von heute auf morgen verfügbar.

Die neue, vor etwa anderthalb Jahren eingerichtete Linie zum „Strandresort“ und zum Campingplatz in Markgrafenheide werden angenommen, schilderte Bleis. Die RSAG zähle dort 30 Ein- und Ausstiege. Man befördere etwa 60 Personen pro Tag. „Das ist ein Pflänzchen, das nach und nach weiter wachsen muss“.

Der Ortsbeiratsvorsitzende Jürgen Dudek hatte zuvor die Geschichte des öffentlichen Personennahverkehrs in Markgrafenheide geschildert und auch verschiedentliche Probleme angesprochen. Vor mehr als zehn Jahren hatte es schon einmal ein ähnliche Sitzung in einem Bus gegeben.

Michael Schißler

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