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Rostock CDU will Stasi-Akten nach Rostock holen
Mecklenburg Rostock CDU will Stasi-Akten nach Rostock holen
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18:00 30.12.2018
Die Stasi-Unterlagen für den früheren Bezirk Rostock lagern derzeit noch in Waldeck. Quelle: Frank Söllner
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Stadtmitte

Die CDU macht sich für die Zusammenfassung aller in MV gelagerten Stasi-Akten in Rostock stark. „Die politischen Verantwortlichen im Land und im Bund haben sich aus nachvollziehbaren Gründen für den Wissenschaftsstandort Rostock ausgesprochen. Nun müssen endlich auch die Bauplanungen umgesetzt werden“, fordert CDU-Kreischef Daniel Peters. Er reagiert damit auf eine Äußerung der Landesbeauftragten Anne Drescher, die Schwerin für den besseren Standort hält. Es ist geplant, die bisherigen drei Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde in Waldeck, Schwerin und Neubrandenburg zusammenzulegen.

Drescher hatte vor einigen Tagen in einem Interview gesagt, in Schwerin entstehe am Landesarchiv ein Neubau, in dem die Akten der Bezirksverwaltungen, der Polizei, der Justiz, der Parteien und Massenorganisationen der DDR mit denen des DDR-Geheimdienstes zusammengeführt werden könnten. „Für die wissenschaftliche Arbeit wäre eine solche Bündelung von großem Vorteil“, so Drescher. Auch die Aktensicherheit wäre ihrer Ansicht nach in der Landeshauptstadt gewährleistet.

Die CDU Rostock pocht dagegen auf das geplante Arno-Esch-Zentrum in der Hansestadt, das neben der Aufbewahrung der Stasi-Akten auch deren wissenschaftlicher Aufarbeitung dienen soll. Die Ergebnisse könnten dann der Öffentlichkeit in einem Museum zugänglich gemacht werden. „Ich kenne kein überzeugendes Argument, das für Schwerin spricht“, sagt Peters. Rostock sei dagegen der ideale Standort. „Die Hansestadt bietet mit ihrem früheren Stasi-Untersuchungsgefängnis hohe historische Authentizität. Das zeigt auch das ungebremste Interesse mit vielen Tausend Besuchern bis zu dessen Schließung.“ Zudem biete sich Rostock wegen der Nähe zum Historischen Institut der Universität und deren Bibliothek an. Auch könne mit ausreichend Publikum gerechnet werden: „Rostock hat als größte Stadt im Land die meisten Einwohner, und auch viele Touristen interessieren sich für das Thema, etwa amerikanische Kreuzfahrtpassagiere“, glaubt Peters.

Historiker Fred Mrotzek, Landesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), stimmt Peters zu: „Das Arno-Esch-Zentrum wäre ein Leuchtturm. Damit hätten wir eine deutschlandweit einzigartige Einrichtung, die sich auf diese Weise mit der DDR-Geschichte auseinandersetzen kann.“ Auch Mrotzek kritisiert das Eintreten der Landesbeauftragten für Schwerin: „Frau Drescher sollte sich lieber dafür einsetzen, dass der Umbau der ehemaligen Haftanstalt vorangetrieben und sie endlich wieder öffentlich zugänglich gemacht wird. Dafür tut sie bislang keinen Handschlag“

Die Zusammenlegung der Stasi-Außenstellen und die Einrichtung des Arno-Esch-Zentrums in Rostock stehen bereits im Koalitionsvertrag der rot-schwarzen Landesregierung von 2016. Dort heißt es: „Die Koalitionspartner bekennen sich zur Konzentration der Standorte zur Aufbewahrung der Stasi-Unterlagen und streben unter Beteiligung des Bundes die Gründung eines Arno-Esch-Zentrums am Universitätsstandort Rostock an.“

Arno Esch (1928-51) studierte in Rostock Jura und war im Vorstand der Liberal-Demokratischen Partei (LDP). Er setzte sich unter anderem für die Gewaltenteilung, für Bürgerrechte und andere liberale Ideale ein. Dadurch geriet er ins Visier der SED und wurde 1950 in Schwerin von einem sowjetischen Militärtribunal wegen angeblicher Spionage und Bildung einer konterrevolutionären Organisation zum Tode verurteilt. 1951 wurde Esch in Moskau hingerichtet.

Axel Büssem

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