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Rostock Cannabis, Verkehr, Finanzen: Rostocks neuer OB will keine Zeit verlieren
Mecklenburg Rostock Cannabis, Verkehr, Finanzen: Rostocks neuer OB will keine Zeit verlieren
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09:00 28.08.2019
Claus Ruhe Madsen im Gespräch mit OZ-Rostock-Chef Andreas Meyer: Am kommenden Montag tritt Madsen sein Amt als neuer OB in Rostock an. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Wie sein erster Arbeitstag als neuer Oberbürgermeister in Rostock aussehen wird – Claus Ruhe Madsen weiß das bereits genau: „Am Montag fahre ich erstmal mit Bus und Straßenbahn zur Arbeit“, sagt der Däne, der am Mittwoch als Nachfolger von Roland Methling (parteilos) vereidigt wird.

Ab dann geht es Schlag auf Schlag: Erst lernt er seine direkten Mitarbeiter kennen, um 10 Uhr empfängt er die neuen Auszubildenden der Hansestadt und um 11 Uhr gibt es gleich die erste Dienstberatung mit den drei Senatoren. Madsen will keine Zeit verlieren, den Neuanfang im Rathaus sofort angehen.

Erste Impulse am ersten Tag

„Auf den Termin mit den Azubis freue ich mich ganz besonders“, sagt der Bald-OB. „Wir starten am selben Tag in ein neues Kapitel in unseren Leben, haben also viel gemein.“ Und wie die angehenden Verwaltungsfachkräfte müsse auch er das Rathaus erstmal kennen lernen. Madsens großer Vorteil aber: Er ist der Chef, er darf auch mal anecken. Und genau das hat er auch vor: „Wer glaubt, es wird keine Veränderungen geben, der irrt. Wir machen nicht so weiter wie bisher.“ Alle Aufgaben, alle Strukturen im Rathaus will er auf den Prüfstand stellen. „Wer macht welche Aufgabe – und dient das wirklich den Bürgern dieser Stadt? Diese Frage müssen wir uns gemeinsam stellen.“

Die Hansestadt vergleicht er mit einem Schiff: „Wir im Rathaus sind der Maschinenraum, die Bürger sitzen auf dem Sonnendeck. Wir haben dafür zu sorgen, dass es den Menschen gut geht und das Schiff Fahrt aufnehmen kann.“ Dafür sei harte, intensive Arbeit nötig. „Und dafür brauchen wir die Kraft und die Ideen von jedem Einzelnen.“ Schon in der ersten Beratungen hofft er auf Ideen, wie die Senatsbereiche und die Aufgaben im Rathaus neu verteilt werden können.

Testregion für legales Cannabis?

Madsen hat viele Ideen. Die dänische Großstadt Odense habe bereits angefragt, ob man nicht gemeinsame Sache machen und zur Modellregion für Roboter-Technik werden wolle. „Ich kann mir aber auch vorstellen, dass wir in puncto Gesundheit neue Wege gehen. Vielleicht als Test-Region für legalen Cannabis-Konsum“, so Madsen. „Ja, solche Ideen kommen nicht überall gut an. Aber wir müssen innovativ sein, neue Impulse zulassen.“

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Eine der ersten Aufgaben, denen er sich widmen will: „Auf den Straßen in Rostock ist es chaotisch, der Verkehr ist unberechenbar.“ Das liege auch an den vielen Baustellen. Noch in diesem Jahr will er mit den Fraktionschefs einen Masterplan erarbeiten: Was kann sich Rostock leisten? Welche Projekte bringen die Stadt wirklich voran? „Wir müssen uns verbindlich einigen. Ich möchte das Radwege-Netz ausbauen, die Linken fordern neue Sportstätten. Es gibt viele richtige und gute Ideen.“ Auch an der Buga 2025 will er festhalten. Zumindest will er die Planungen nicht einfach stoppen und aufgeben. „Wenn wir immer alles kaputt reden, erreichen wir am Ende gar nichts.“

Seine bisherigen Unternehmen hat Madsen übrigens abgegeben – nicht an seine Frau, wie es ursprünglich geplant war, sondern an zwei neue Geschäftsführer. „Der eine ist auch Däne“, sagt er.

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