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Rostock Caravanplatz: Ortsbeirat hofft auf nächste Saison
Mecklenburg Rostock Caravanplatz: Ortsbeirat hofft auf nächste Saison
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05:32 02.10.2015
Auf der Mittelmole können Wohnmobile stehen, allerdings ist auch dies kein ausgewiesener Caravanplatz.
Auf der Mittelmole können Wohnmobile stehen, allerdings ist auch dies kein ausgewiesener Caravanplatz. Quelle: Thomas Sternberg
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Warnemünde

Unmut im Warnemünder Ortsbeirat: Noch immer herrscht Stillstand in Sachen Caravanstellplatz. „Wir sind höchst verärgert“, sagt Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU). Er spricht von einem massiven Manko für das Ostseebad. „Die Stadt muss endlich handeln.“ Auch die Tourismuszentrale sieht den Bedarf eines solchen Platzes, fordert aber gleichzeitig eine bessere Infrastruktur. Die Stadt selbst äußert sich nicht zum aktuellen Stand.

Rückblick: Nach jahrelangem Kampf schien es im Sommer 2014 endlich eine Lösung für die vielen Wohnwagen in Warnemünde zu geben. Am Weidenweg wurde eine entsprechende Fläche gefunden, die Stadtverwaltung erarbeitete einen Bebauungsplan (B-Plan) und die Bürgerschaft stimmte zu. Das kommunale Wohnungsunternehmen Wiro wollte sogar den Platz betreiben. Doch dann sorgte eine Klage eines Anwohners für das Aus des Stellplatzes. Begründung: Die Zufahrt über den Weidenweg würde die Anwohner und die der Gartenstraße übermäßig belasten. Das sah auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald so und gab dem Kläger recht.

Zwar hatte Ralph Müller, Leiter des Stadtplanungsamtes, versichert, es handle sich nur um einen sogenannten Bekanntmachungsmangel, der schnell beseitigt werden könne. Passiert ist jedoch bisher nichts. Zuletzt teilte das Stadtplanungsamt im Frühjahr mit, dass es aus Zeitgründen keinen neuen Stand gibt und der Fokus auf Wohngebiete gelegt wird.

Doch gerade jetzt, wo die große Urlaubssaison vorbei ist, müsse was geschehen, so Prechtel. „Ich selbst habe einmal die vielen Wohnwagen im Ostseebad gezählt und kam auf 150.“ Solange es keinen ausgewiesenen Stellplatz für die Wagen gäbe, würden die Urlauber andere Parkplätze nutzen. „Und von denen haben wir bekanntlich schon jetzt zu wenig in Warnemünde.“ Und auch wirtschaftlich sei der jetzige Zustand eine Katastrophe. „Es ist ein Irrglaube zu denken, Camper in Wohnmobilen würden nur aus Blechdosen essen“, so Prechtel. „Da steht richtig viel Geld dahinter, das die Touristen in unserem Ort lassen.“

Derzeit können Camper in Wohnmobilen noch auf der Mittelmole parken. „Der Parkplatz ist aber kein ausgewiesener Caravan- Platz, sondern ein reiner Stellplatz“, betont Dagmar Horning von der Wiro.

„Offen ist, ob wir unsere Vorplanungen im Weidenweg weiter verfolgen werden“, ergänzt sie. Auch der Wiro ist bisher kein neuer Planungsstand bekannt.

Die Tourismuszentrale sieht im Urlaub mit Wohnmobil einen Trend, „der speziell in Warnemünde und Markgrafenheide eine hohe Nachfrage erlebt“, so Beate Hlawa. Eine Ausweitung der Möglichkeiten für Wohnmobile sei begrüßenswert. Hlawa betont aber auch: „Um die Ansprüche an einen modernen Campingplatz zu erfüllen, ist eine qualitative Infrastruktur mit sanitären Anlagen, Strom- und Wasseranschlüssen sowie Entsorgungsmöglichkeiten besonders wichtig.“

Für Prechtel fehle von Seiten der Stadt eindeutig die Bereitschaft für eine Initiative. „Auch die Tourismuszentrale hat bisher nichts unternommen. Dabei wäre alles so einfach.“



Sophie Pawelke