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Rostock Chef der MV Werften im OZ-Gespräch
Mecklenburg Rostock Chef der MV Werften im OZ-Gespräch
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11:50 21.02.2019
OZ-Chefredakteur Andreas Ebel (l.) begrüßt Peter Fetten beim ersten Friedensgespräch auf der Bühne im Theater des Friedens. Quelle: Ove Arscholl
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Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Schifffahrt und Schiffbau – das ist die große Passion von Peter Fetten. Und genau darüber sprach der Präsident und Geschäftsführer der MV-Werften am Mittwochabend im Rostocker Theater des Friedens mit OZ-Chefredakteur Andreas Ebel. Zugleich war dies der Auftakt für eine neue Gesprächsreihe der OSTSEE-ZEITUNG. Etwa 100 Menschen waren gekommen, um dem lockeren Gespräch beider zu lauschen.

Es ist nur wenige Jahre her, da lag die Schiffsindustrie in Mecklenburg-Vorpommern am Boden. „Es gibt ja Optimisten in der Branche und eben auch solche, die auf alte Zeiten schielen oder mit einem Auge nach China“, sagt Eberhard Binder, einer der Zuhörer an diesem Abend und Beiratsmitglied der Zulieferbetriebe im Schiffbau (maza). „Ich will nicht soweit gehen, dass wir auch mit China konkurrieren können im Massenschiffbau“, sagt Peter Fetten: „Aber es würde mindestens eine Generation dauern, bis die Chinesen das können, was wir machen.“ Damit zielt der Werftchef auf die hiesige Kreativität und die Qualität der Zulieferer. „Selbst wenn China es schafft, jedes Jahr 20 Schiffe zu bauen – und daran glaubt keiner – brauchen wir uns keine Sorgen um Konkurrenz machen.“ Zulieferer seien für Peter Fetten eher Partner: „Alleine bauen wir keine Schiffe“, sagt der Mann, der nach eigener Aussage da zu Hause ist, wo seine Projekte sind.

Mitarbeiter sollen auf über 3000 wachsen

Die MV Werften sind der größte Ausbilder von technischen Berufen in Mecklenburg-Vorpommern – in diesem Jahr wurden über 100 Auszubildende eingestellt. „Sind denn derzeit genug gute Leute an Deck“, fragt Andreas Ebel. Gute Leute würden natürlich immer gebraucht, sagt Peter Fetten. Derzeit sind an den drei Standorten circa 2800 Mitarbeiter beschäftigt, bis Ende des Jahres sollen noch etwa 300 dazukommen. Gebraucht werden sie. In Warnemünde baut die Werft derzeit das größte Kreuzfahrtschiff der Welt – es wird Platz für 9500 Passagiere bieten. „Ende des Jahres wird es nach Wismar verschleppt und da fertig gebaut“, sagt Peter Fetten. In Halle 11 in Rostock bauen die Mitarbeiter an der Megayacht „Endeavor 1“, die im ersten Quartal des nächsten Jahres ausgeliefert werden soll. „Dreiviertel der Stahlbauarbeiten sind aktuell fertiggestellt, ab April geht's an die Inneneinrichtung“, erläutert Peter Fetten.

Antriebstechnik war Thema

Im Publikum waren auch einige ehemalige Schiffbauer. Ein Schlosser, der noch auf dem Schnürboden gearbeitet hat, wollte etwa mehr über die aktuelle Schweißtechnik mit dem Laser wissen. Peter Fetten kündigt an, dass der Schlosser auf all seine Fragen bei einem zeitnahen Tag der offenen Tür Antworten bekommen wird. Aber auch Fragen zur Antriebstechnik brennen den Zuhörern unter den Nägeln. „Alles in Warnemünde hält sich die Nase zu“, merkt ein Herr an. „Bis wir die geeigneten Antriebsarten haben, müssen wir eben Kompromisse eingehen – aber die richtigen“, so Peter Fetten. Schiffsdiesel sei zudem sauberer als die Kraftwerke, die Strom produzieren. Auch Flüssigerdgas sei noch keine wirkliche Alternative. „LNG kann man nicht mal eben so tanken“, sagt Peter Fetten. „Dann bräuchte man wieder Versorgungsschiffe.“ All das seien Zivilisationsprobleme. „Wenn ich im Winter Erdbeeren essen will, dann brauche ich halt Flugzeuge.“

Zur Person: Peter Fetten

Seit Mai 2018 ist Peter Fetten Präsident und Geschäftsführer der größten Werftengruppe des Landes, den MV-Werften. Der 63-Jährige, in Düsseldorf geboren, verfügt über fast 40 Jahre Erfahrung in der internationalen maritimen Industrie und kennt sich mit der Entwicklung und Konstruktion von Kreuzfahrtschiffen und im Werftmanagement aus. Der dreifache Familienvater hat Schiffbau- und Schweißtechnik in Hamburg studiert, war anschließend in verschiedenen Führungspositionen tätig und lebte 25 Jahre in den Vereinigten Staaten. MV Werften unterhält Standorte in Wismar, Rostock und Stralsund, die zu den größten und modernsten Schiffbaubetrieben Europas zählen. Mit einer Bruttoraumzahl (BRZ) von 204 000 fertigen sie die größten jemals in Deutschland gebauten Schiffe, die Global Class für Dream Cruises.

Bei den Friedensgesprächen will die OZ Menschen vorstellen, die die Region voranbringen. Zum nächsten OZ-Talk am 20. März ist der Verein zur Förderung krebskranker Kinder eingeladen. Andreas Meyer, Chef der Lokalredaktion Rostock, wird das Gespräch führen.

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