Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock DDR-Eis aus Rostock: „Der Klassiker bleibt Schoko-Vanille“
Mecklenburg Rostock DDR-Eis aus Rostock: „Der Klassiker bleibt Schoko-Vanille“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 14.05.2019
Chef Sven Kruse (33) und Mitarbeiterin Franziska Bleeck (22) sorgen in der Rostocker „Eiswerkstatt“ mit ihrem Softeeis für DDR-(N)Ostalgie. Klassisch wird es in einer Muschelwaffel serviert.
Chef Sven Kruse (33) und Mitarbeiterin Franziska Bleeck (22) sorgen in der Rostocker „Eiswerkstatt“ mit ihrem Softeeis für DDR-(N)Ostalgie. Klassisch wird es in einer Muschelwaffel serviert. Quelle: Frank Söllner
Anzeige
Rostock

 Die OSTSEE-ZEITUNG sucht wieder die beliebteste Eisdiele MV’s. Ab sofort können die Leser ihre Vorschläge unter dem Stichwort „Eisdielen-Test“ an leseraktion@ostsee-zeitung.de oder per Post an Ostsee-Zeitung, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock senden. Vorab stellt die OZ einen potenziellen Kandidaten vor.

Die „Eiswerkstatt“ belegte im Ranking 2017 Platz 3 und ist damit Rostocks amtierende beste Eisdiele. „Unsere Beliebtheit resultiert ganz klar aus dem originalen DDR-Softeis“, weiß Inhaber Sven Kruse (33). Vor fünf Jahren hat der gelernte Hotelfachmann mit seinem Geschäftspartner Felix Rehberg (29) die „Eiswerkstatt“ am Hopfenmarkt ins Leben gerufen. „Die Idee dazu kam mir im Sommer 2012, als ich in einer Eisdiele arbeitete und mir vom legendären Eis der DDR erzählt wurde“, sagt Kruse.

Das Geheimnis liegt im Lufteinschlag

Chef Sven Kruse (33) hatte vor fünf Jahren die Idee zur „Eiswerkstatt“. Er ist der Erste, der in Rostock DDR-Eis anbietet. Quelle: Frank Söllner

Die beiden Eisliebhaber arbeiten mit einer Rezeptur von 1970, die sie von einem ehemaligen DDR-Eismacher übernommen haben. „Das Besondere an DDR-Softeis ist, dass es wenig Lufteinschlag hat und keine Sahne verwendet wird“, erklärt Kruse. Es habe dadurch eine festere Konsistenz als übliches Softeis. Original sind auch die verwendeten Softeismaschinen. „Da die Maschinen der DDR anders gebaut sind als die heutigen, ermöglichen sie uns die Herstellung von Fruchteissorten“, berichtet der Inhaber.

Der Klassiker sei unbestritten „Schoko-Vanille“. Die Eismacher bieten ihren Kunden trotzdem Abwechslung: Täglich gibt es eine zweite tagesaktuelle Sorte. „Wir machen zum Beispiel ausgefallene Mischungen, wie Heidelbeer-Cheesecake oder Whiskey-Schoko“, erzählt Kruse. Neben dem klassischen DDR-Softeis kann man in der „Eiswerkstatt“ aber auch Frozen Joghurt bekommen, der in wechselnden Fruchtsorten angeboten wird.

Frische und Qualität sind ein Muss

Wichtig sei es den beiden Chefs, dass ihre Produkte so natürlich wie möglich sind. Daher werden nur frische Früchte verwendet. Auch viele Toppings sind selbst gemacht, wie die Brownies. Kruse und Rehberg sind sich einig: „Unsere Qualität hat oberste Priorität.“ Stammkunde Sven Schröder (39) ist jedenfalls zufrieden: „Es ist das beste Eis in ganz Rostock. Ich fühle mich dabei immer an meine Kindheit erinnert.“ Und auch die jüngere Generation ist begeistert, wie eine 23-jährige Studentin beweist: „Der Tipp kam von meinen Eltern. Sie sind typische DDR-Kinder und meinten, ich muss das Eis probieren.“

Umweltfreundlichkeit spielt ebenso eine Rolle. Deshalb werden neben Pappbechern auch Waffelbecher angeboten. „Traditionell wird das DDR-Softeis in einer Muschelwaffel serviert“, sagt Kruse. Außerdem sind die Löffel aus Maisstärke. Ganz neu: „Eisbomben“. Die wiederbefüllbaren Behälter in Retro-Optik halten das Eis für zehn Stunden kalt. „Eine Befüllung kostet zehn Euro, das Gefäß einmalig 25 Euro. So spart man sich die Verpackung und hat den ganzen Tag frisches Eis parat“, begeistert sich der gelernte Hotelfachmann.

Die „Eiswerkstatt“ wächst

Wer das DDR-Softeis der „Eiswerkstatt“ auf Lager im Tiefkühler haben möchte, hat die Möglichkeit, es in etlichen Edeka-Supermärkten sowie in einigen Cup-Märkten zu erwerben. „Demnächst soll es auch im Globus erhältlich sein. Auf lange Frist gesehen, würden wir es natürlich gern über die Grenzen MV’s hinaus verbreiten“, sagt Kruse. Die Geschäfte laufen: Mittlerweile gibt es drei Filialen der „Eiswerkstatt“ sowie eine kleine Produktionsstätte, in denen zehn Mitarbeiter fest beschäftigt werden.

Arbeitsplätze zu schaffen, freue die beiden Chefs ganz besonders. Trotzdem soll es erst mal keine weiteren Filialen geben. „Seit Januar haben wir eine eigene kleine Rösterei, deren Kaffee wir bereits in unseren Läden anbieten. Ansonsten konzentrieren wir uns darauf, das Eis noch besser zu machen“, wie der Chef erzählt. Die Kunden, die die DDR miterlebten, seien sich laut Kruse jetzt schon einig: Das Eis riecht, schmeckt und sieht aus wie früher – ein Funke Nostalgie.

Maria Baumgärtel